Bülach

Ein allerletztes Adieu

Galeristin Rita Maria Wepfer-Tschirky verabschiedete sich von ihrer Galerie one. Nach 19 Jahren lud sie zur Finissage.

In ihrer Galerie one hat sich Rita Maria Wepfer-Tschirky immer geborgen gefühlt. Doch jetzt sieht sie die Zeit gekommen für andere Tätigkeiten – und vor allem für mehr Freiheit.

In ihrer Galerie one hat sich Rita Maria Wepfer-Tschirky immer geborgen gefühlt. Doch jetzt sieht sie die Zeit gekommen für andere Tätigkeiten – und vor allem für mehr Freiheit. Bild: Balz Murer

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Der Tulpenstrauss auf dem Tisch in der Werkgalerie zeigt erste Anzeichen von Verblühen. So, als wolle er Anteil nehmen am Abschied und der gleichzeitigen Aufbruchstimmung, welche im Raum liegt.

Aufbruch zu neuen Ufern, Abschied nach 19 Jahren als Galeristin – nein, Rita Maria Wepfer-Tschirky ist weder wehmütig noch den Tränen nahe. «Ich fühle mich bombastisch», sagt die 62-jährige Galeristin, welche Bülachs Kultur entscheidend mitgeprägt hat. «Ich muss diesen Ort nicht verlassen, ich will ihn verlassen.» Seit letzten Sommer wisse sie, dass sie nun aufhöre. «Heute freue ich mich einfach auf alle Gäste, die während diesem letzten Ausstellungs-Finish kommen.»

«Endlich Zeit für Menschen»

Es kommen viele – Bekannte, Freunde, Künstler, ehemalige Aussteller. Für alle hat die Galeristin ein freundliches Wort, eine Umarmung, einen schalkhaften Spruch. Genau das ist es, worauf sie sich in der nächsten Zeit besonders freut. «Endlich habe ich Zeit, mit den Leuten zu reden, in den Tag hineinzuleben, auch mal bis mittags im Morgenrock Zeitung zu lesen.» Lebensqualität bedeute das für sie. Ideen für die Malerei habe sie etliche. «Es wird sich herauskristallisieren, in welche Richtung es geht.»

Während sich die Besucher im Gästebuch verewigen, begrüsst Rita Maria Wepfer-Tschirky im Minutentakt neue Gäste, stösst auf Abschied und Neuanfang gleichzeitig an. «In meinem neuen Atelier, welches ich zuhause eingerichtet habe, freue ich mich über jeden Besuch.» Weiterhin wolle sie Einzelstunden in Kunstmalerei anbieten und selbstverständlich in der Kulturkommission bleiben. Zeit finde sie nun wohl auch für eine Reise nach Ghana. «Dort wohnt mein zwölfjähriges Patenkind. Ich freue mich darauf, das Mädchen endlich persönlich kennenzulernen.» Eine Affinität zu Afrika habe sie schon immer gehabt.

Unzählige schöne Erlebnisse habe sie in den letzten 19 Jahren gehabt. «Die Atmosphäre dieser Räume gaben mir Wärme, Geborgenheit und die Sicherheit, das Richtige umzusetzen.»

«Ein Verlust für Bülach»

Wiktor Mielniczuk und «Rhytm-Stadtmaler» sind die beiden letzten Künstler, welche in der Galerie one unter dem Titel «Come Together» ausstellen dürfen. «Ich fühle mich geehrt, hier zu diesem Zeitpunkt ausstellen zu dürfen», sagt Mielniczuk. «Rita Maria Wepfer-Tschirky hat einen starken Charakter, weiss, was sie will, ist immer fokussiert.» Auch für den Rhytm-Stadtmaler sei es eine Ehre, in dieser wunderbaren Gewölbegalerie ausstellen zu dürfen. «Ich wünsche der Galeristin Gelassenheit, Zuversicht und die Offenheit, weiterhin auf andere Leute zuzugehen.»

Der Bülacher Ruedi Haller ist ein alter Bekannter, welcher selbst schon in der Werkgalerie ausgestellt hat. «Ich schätze das Engagement von Rita Maria Wepfer-Tschirky und wünsche mir, dass sie weiterhin in irgendeiner Form für Bülachs Kultur tätig sein wird. Sie ist ein Verlust für Bülach.»

Erstellt: 25.03.2019, 15:17 Uhr

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