Dietlikon

Ein Appenzeller zum Auftakt

Mit seinem Programm «Primatsphäre» eröffnete der Kabarettist Simon Enzler am Freitagabend die Saison des Dietliker Kulturtreffs.

Jodeln, Einkaufstourismus und die Vorteile des Schnitzens – Simon Enzler eröffnete die Saison des Dietliker Kulturtreffs, die bis im Mai dauert.

Jodeln, Einkaufstourismus und die Vorteile des Schnitzens – Simon Enzler eröffnete die Saison des Dietliker Kulturtreffs, die bis im Mai dauert. Bild: Leo Wyden

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Seit neun Jahren sorgt ein Team von Freiwilligen unter dem Patronat der Gemeinde dafür, dass in Dietlikon ein Kulturangebot genossen werden kann. Engagiert werden immer wieder grosse Namen der Kleinkunstszene; dazu gesellen sich jeweils neue Sterne am Kleinkunsthimmel, die im Monatsrhythmus – abwechselnd mit ausgewählten Filmen – das Kulturleben Dietlikons bereichern sollen.An den Abenden vom Freitag und Samstag hat nun der Kabarettist Simon Enzler den Anfang der Saison markiert. Mit seinem Programm «Primatsphäre» ist er noch bis kommenden Mai unterwegs und gastiert nicht nur in den grossen Theatersälen, sondern eben auch auf Bühnen wie dem Alexander-Bertea-Dorftreff in Dietlikon. Mit seinen 40 Plätzen hält es gemäss Enzler den bisherigen Rekord. Die Nähe zum Publikum mache aber gerade den Reiz aus, hier aufzutreten. «So nah beim Publikum bin ich selten», sagte er, «da kann ich flüstern und werde trotzdem auch in der hintersten Reihe verstanden.»

Enzlers Markenzeichen ist der Appenzeller Dialekt. Der allein hätte jedoch nicht genügt, um den Salzburger Stier und weitere Kabarettpreise verliehen zu bekommen. Scharfsinnig beobachtet und scharfzüngig kommentiert er, was um ihn herum passiert. Er erzählt, wie die Appenzeller zum Jodeln gekommen sind, nämlich aus Heimweh. Wettbewerbe mit mehr oder weniger sinnvollen Preisen nimmt er ebenso auf die Schippe wie den Einkaufstourismus. Er schlägt gekonnt den Bogen von dringend benötigten zusätzlichen Stauseen zum «Seelein» auf dem Kartoffelstock und welchen Beitrag dieses «Seelein» zur Integration einer ausländischen Servicefachfrau leistete. Die Vorteile des Schnitzens erklärt er ebenso eingehend, wie er die Sturheit der Muslime mit derjenigen der Innerrhödler auf eine Ebene stellt. Und alles schildert er in einer direkten, kraftvollen, manchmal gar groben Sprache, wobei die Pointe meistens nicht im Hauptsatz, sondern im beiläufig angehängten Nachsatz steckt.

Alles, was in Dietlikon passt

Das Kulturtreff-Team beobachtet gemäss Teammitglied Vreny Hildebrand die Schweizer Kleinkunstszene sehr aufmerksam. Sein Ziel ist es, Saison für Saison ein ausgewogenes Programm zusammenzustellen, das sowohl Einzelkünstler wie Gruppen und Sprachdarbietungen wie Musikalisches beinhaltet. Bevor ein Vertrag abgeschlossen werde, besuche eine Delegation des Teams eine Vorstellung, um sicherzugehen, dass die Darbietung nach Dietlikon passt. So tauschen arrivierte Künstler wie Simon Enzler oder das Duo Calva, das Anfang Dezember mit «Das scheinheilige Adventsprogramm» in Dietlikon gastiert, und Newcomer den Platz auf der Bühne. Die viermal zwei Abende Kleinkunst, der Konzertabend und die vier Filmabende sind Fixpunkte im Diet­liker Kulturleben. Den musikalischen Abend wird im März der Bluesharp-Spieler Daniel Hildebrand bestreiten. Mit Cornelia Montani und Ensemble im April und Kathrin Bosshard mit ihrem Figurentheater Anfang Mai lernt man zwei Künstlerinnen kennen, die sich schon längere Zeit in der Kleinkunstszene bewegen, in Dietlikon aber noch nie aufgetreten sind. Bei der Auswahl der Filme versucht das Team, möglichst allen Geschmäckern gerecht zu werden.

Erstellt: 08.10.2017, 18:35 Uhr

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