Flughafen

Ein «Biber-Gate» am Flughafen

Die Biberpopulation in einem Schutzgebiet auf dem Militärareal zwischen Panzerpiste und Flughafenzaun kann sich trotz neuer Gittersperre frei bewegen. Der Flughafen hatte das Gitter aus Sicherheitsgründen am einzigen Revierzugang der Biber anbringen lassen müssen.

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Seit mindestens acht Jahren leben ununterbrochen Biber direkt am Flughafen. Dort, wo landende und startende Jets vorbei rasen, Panzerübungen stattfinden und unzählige Hundehalter, Biker und Jogger durchs Schutzgebiet Halbmatt streifen, ist es den scheuen Nagern offensichtlich wohl. Dass sie mehrere hundert Meter unter den Pisten durchtauchen mussten, um in ihr Revier auf der Winkler Seite des Flughafens zu gelangen, sorgte unter Fachleuten für gewisses Staunen. Im Winter 2008 hatten die Flughafenbiber erstmals im grösseren Stil auf sich aufmerksam gemacht, als sie im Gebiet einen Bach im sogenannten Saumgraben fast 2 Meter hoch aufstauten. Je nach Einschätzung verschiedener Experten geht man davon aus, dass sie schon bis zu zwei Jahre vorher in dieses besondere Gebiet gelangt waren.

Eine Auflage vom Kanton

Damals hatte es am Flughafen noch keine Gitter, welches den riesigen Bachdurchlass des Himmelbachs unter den Pisten hindurch für Unbefugte versperrt hätte. Biber hatten somit ungehinderten Zugang unter den Pisten hindurch von der Glatt her zum Schutzgebiet auf der gegenüberliegenden Seite des eingezäunten Flughafenareals.

In der Folge musste der Flughafen «aufgrund der verschärften Sicherheitssituation» ein riesiges Gitter montieren vor dem Bachdurchlass, erklärt nun Flughafensprecher Michael Stief. Die Biberfamilie im Gebiet Halbmatt sei dadurch aber keinesfalls eingesperrt worden im eigenen Revier, versichert er. Denn bei der Errichtung des Gitters habe man zugleich auch entsprechende Auflagen des Kantons erhalten. Demnach sei eigens ein Biberdurchlass – quasi ein Gate für Biber – eingerichtet worden, damit die Tiere nach Möglichkeit das Revier in Richtung Glatt verlassen oder neue Exemplare nachrücken können. Dieses Biber-Gate sei übrigens bei klaren Wasserverhältnissen auch sichtbar.

Die Biberpopulation im Gebiet Halbmatt war in letzter Zeit wieder vermehrt aktiv geworden. Nach der Entfernung des ehemaligen Dammes vor einigen Jahren haben die Flughafenbiber nämlich erst kürzlich wieder begonnen denselben Bach an mehreren Stellen zu stauen.

Erstellt: 22.08.2016, 16:33 Uhr

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