Oberembrach

Ein Gemeinderat macht ein grosses Theater

In der Krimikomödie «Mord im Bluemehof» geht es um das vermeintliche Verbrechen an einem Lokalpolitiker. Mit diesem Stück hat Gemeinderat Frank Meyenberg sein Regiedebüt beim Männerchor gegeben.

Im Theaterstück benötigt der Männerchor weibliche Verstärkung. Pensionsgast Emma Berger (Regula Bertschy), Pensionswirtin Nelly Büchler (Karin Berchten) und das Zimmermädchen Giulia Selva (Lynn Bertschy, von links).

Im Theaterstück benötigt der Männerchor weibliche Verstärkung. Pensionsgast Emma Berger (Regula Bertschy), Pensionswirtin Nelly Büchler (Karin Berchten) und das Zimmermädchen Giulia Selva (Lynn Bertschy, von links). Bild: Sibylle Meier

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Der Saal im Schulhaus Zweigärten in Oberembrach ist übervoll. Sogar an den Tischenden wurden noch Stühle hingestellt, um die rund 200 Zuschauer platzieren zu können. Die Theatergruppe des Männerchors Oberembrach hat das Stück «Mord im Bluemehof» bereits zweimal gespielt. An der Veranstaltung des Frauenvereins findet die letzte Aufführung, die Derniere, statt. Die Mundpropaganda hat offenbar gute Arbeit geleistet.

Meyenberg lässt sich kaum Nervosität anmerken

Die grosse Nachfrage nach den Theaterplätzen freut Verena Fässler vom Frauenverein ebenso wie Frank Meyenberg vom Männerchor Oberembrach. «Phänomenal, wie viele Leute den Weg hierher gefunden haben», meint Fässler.

Meyenberg, bereits in stiller Wahl bestätigter Gemeinderat von Oberembrach, lässt sich vor der Vorstellung nicht aus der ­Ruhe bringen. Dabei gibt er mit diesem Theaterstück sein Regiedebüt und spielt selbst noch eine kleine Rolle. «Das Erbe von Gret Rechsteiner anzutreten, die so viele Jahre beim Männerchor als Dirigentin und Regisseurin wirkte, war schon eine Herausforderung», gibt Meyenberg zu.

Als neuer Dirigent konnte Martin Widmer gewonnen werden. Für die Regie hat Meyenberg zugesagt. Nebst der Führung eines eigenen Informatikunternehmens und seinem Amt als ­Gemeinderat findet er im Singen und Theaterspielen einen Ausgleich: «Ich bin ein Ur-Oberembracher. In der Familie hatten wir immer schon mit dem Theater Berührungspunkte. Eigentlich kam ich erst übers Theater zum Singen.» Für die Regiearbeit sei es ihm wichtig gewesen, dass alle Beteiligten weiterkommen. «Aber vor allem wollte ich, dass wir zusammen Spass haben.»

Der Männerchor sang zur Einstimmung einige Lieder, unter anderem «Die kleine Kneipe» und «Über de Gotthard flüged d Bräme». Bild: Sibylle Meier

Das scheint ihm gelungen zu sein. Zur Einstimmung singt der Männerchor einige Lieder, unter anderem «Die kleine Kneipe» und «Über de Gotthard flüged d Bräme», bei denen das Publikum mitsingt. Dann beginnt die leichtfüssige Krimikomödie.

Laienschauspieler überzeugen das Publikum

Lynn Bertschy, die im Stück die Rolle des Zimmermädchens Giulia Selva spielt, überzeugt mit furiosem Temperament und italienischem Akzent, über den sogar italienischstämmige Zuschauer herzhaft lachen können. Aber auch die anderen Schauspieler konnten mit ihrer Leistung beim Publikum mühelos punkten.

Emil Bänninger in der Rolle des Kommissars hat die Titel­musik der alten Krimiserie «Derrick» als Klingelton auf dem Handy. Als Figur kommt er in einer Mischung von Derrick-Horst-Tappert und Columbo-Peter-Falk ebenso gekonnt daher wie Karin Berchten als Pensionswirtin Nelly Büchler.

Ob es daran liegt, dass es bereits die dritte Vorstellung ist, kann nicht beurteilt werden. Die Gäste haben sich auf alle Fälle amüsiert. Mario und Helen Del Percio sind extra aus Rorbas gekommen. Sie geniessen den verregneten Nachmittag hier im Theater. Mario Del Percio meint: «Es gibt ja immer weniger solche Theatergruppen in der Region. Die muss man doch unter­stützen.» Vreni Brunner aus Embrach sagt: «Wir sind schon viele Male hierher an die Theateraufführungen gekommen. Eine der Schauspielerinnen hatte bisher immer eine sehr auf sie zu­geschnittene Rolle. Ich bin gespannt, wie und was sie dieses Mal spielt.»

Gemeinnützige Organisation wird unterstützt

Der Erlös, der an diesem Sonntagnachmittag erwirtschaftet wird, geht an die Stiftung Wisli in Bülach. Der gemeinnützige Verein setzt sich für mehr Verständnis für Menschen mit physischen, psychischen und sozialen Beeinträchtigungen ein.

Gemeinderat Frank Meyenberg war schon seit vergangenem Oktober mit dem Theaterstück beschäftigt. Da ging es um die Auswahl des Stücks und Lese­proben. Zum Schluss stellt er ­lachend klar: «Dass es im Stück gerade um die Ermordung eines Gemeinderates geht, hat zum Glück nichts mit der Realität zu tun und hat keinerlei lokalen Bezug.» Die Regiearbeit habe ihm viel Spass gemacht. Und so wird dieser Einsatz wohl auch nicht das letzte Mal gewesen sein.

Erstellt: 19.02.2018, 15:42 Uhr

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