Zum Hauptinhalt springen

Ein Lebensraum für einheimische Pflanzen

Viele einheimische Pflanzen haben oft Mühe zu überleben. Der Naturschutz Bassersdorf/Nürensdorf klärte über die Gründe auf und verkaufte spezielle einheimische Blütenpflanzen für den Garten, die es bei Grossverteilern nicht gibt.

Gärtnermeister Edi Schindler und seine Enkelin Selina verkauften an der Naturschutzaktion in Bassersdorf Setzlinge von einheimischen Pflanzen, die es beim Grossverteiler nicht zu kaufen gibt.
Gärtnermeister Edi Schindler und seine Enkelin Selina verkauften an der Naturschutzaktion in Bassersdorf Setzlinge von einheimischen Pflanzen, die es beim Grossverteiler nicht zu kaufen gibt.
Sibylle Ratz

Edi Schindler (74) erzählt mit Funkeln in den Augen von seinen Streifzügen in der Region, bei denen er nach Standorten von selten gewordenen Pflanzen sucht. Man könnte ihm stundenlang zuhören, nur schon, weil er mit Begeisterung und Leidenschaft von den Pflanzen und ihrem Lebensraum berichtet.

Zusam­men mit seiner Enkelin ­Selina (13) verkaufte der diplomierte Gärtnermeister am Wochen­ende auf dem Dorfplatz Bassersdorf einheimische Blütenpflanzen, die er selber aus ­Samen gezogen hat. Auch die Enke­lin weiss schon gut Bescheid über die Pflanzen ihres Grossvaters. Die Verkaufsaktion ist Teil einer Informationsveranstaltung des Ver­eins Naturschutz Bassersdorf/Nürensdorf zum Schutz einheimischer Pflanzen und zur Neophytenbekämpfung.

Kettenreaktion vermeiden

Einige der Pflanzen sind auf der Roten Liste, also vom Aussterben bedroht, wie die pfir­sichblättrige Glockenblume, von denen Schindler einige Exem­plare auf dem Tisch hat. Noch nicht blühend ist sie für den Laien nicht gleich als Blütenpflanze erkennbar und wird in der Regel nicht gross beachtet.

Vom Überleben einer unscheinbaren, einzelnen Pflanze ist aber eine ­ganze Kette von Lebewesen abhängig wie zum Beispiel der Kleine Moorbläuling. Das ist ein Falter, der aussterben wird, wenn es die Pflanze, von welcher er sich ausschliesslich ernährt, nicht mehr gibt. Dieser Falter wie­der­um ist Nahrung für Vögel, und so geht es weiter.

Grosshändler wollen Üppiges

Die Blütenpflanzen, die Schindler anbietet, gibt es so nicht bei den Grosshändlern zu kaufen. Zu wenig üppig sind die Pflanzen, zu schwierig ist es, die Samen zum richtigen Zeitpunkt und konstant im Ertrag zu züchten. Umso mehr Geduld braucht es, diese zu vermehren. Weniger derartige Pflanzen gibt es, weil die Siedlungsgebiete immer weiter vordringen.

Aber auch ortsfremde, inva­sive Neophyten sind ein grosses Problem. Sie breiten sich selbst­ständig und derart massiv aus, dass sie einheimische Pflanzenarten verdrängen. «Über diese Arten möchten wir informieren und auf die Neophytenbekämpfung aufmerksam machen», sagt Erika Gisler, Präsidentin des Vereins Naturschutz Bassersdorf/Nürensdorf. Das Ziel, die Öffentlichkeit für die Problematik zu sensibilisieren, gelingt an diesem Samstagmorgen ganz gut. Viele Passanten bleiben stehen und sind schnell in Gespräche mit den Vereinsmitgliedern vertieft.

Auf Karten, die vom Förster und auch aufgrund eigener Angaben entstanden sind, ist eingezeichnet, wo sich in der Region problematische Pflanzen ausbreiten. Auffallend ist, dass sich beispielsweise das Schmalblätt­rige Greiskraut entlang der Bahnlinie verbreitet hat. Einheimische Insekten aber sind Spezia­lis­ten, die auch spezialisierte Pflanzen brauchen, um über­leben zu können. Für deren Über­leben setzt sich der Naturschutz Bas­sers­dorf/Nürensdorf, mit rund 480 Mitgliedern einer der grössten derartigen Vereine im Kanton Zürich, aktiv ein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch