Kloten

Ein Lehrstück in Demokratie auf dem Klotener Stadtplatz

Die dritte Landsgemeinde war ein voller Erfolg. Sogar der Appenzeller Regierungsrat Dölf Biasotto sprach seine Bewunderung aus, dass die Klotener Landsgemeinde aktiv lebt.

Bis zu 700 Menschen hat die Landsgemeinde am Samstag auf den Klotener Stadtplatz gelockt.

Bis zu 700 Menschen hat die Landsgemeinde am Samstag auf den Klotener Stadtplatz gelockt. Bild: Sibylle Meier

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Um elf Uhr eröffnete Stadtpräsident René Huber am Samstag die dritte Landsgemeinde und übergab das Wort Moderator Nicolas Senn. Dieser, in typischer appenzeller Tracht gekleidet, führte durch die Ausmarchung, welche der acht Projekte in die Ränge kommen würden. Bevor jedoch irgendwelche Handlungen angegangen wurden, sang die Menge Klotens Stadthymne. Dies betonte den Spass, die Freude und angemessene Ernsthaftigkeit der Veranstaltung.

Aus 37 Projekten ein Gewinner erkürt

Als Ehrengast lud der Verein Landsgemeinde den appenzellischen Regierungsrat Dölf Biasotto ein. Er gratulierte den Klotener für die Gründung der Landsgemeinde. «Ich bedaure noch heute sehr, dass man bei uns die Landsgemeinde vor vielen Jahren abgeschafft hat» sagte Biasotto. «Was gibt es Demokratischeres, als wenn jede Person ihren Willen kundtun kann?» fragte er rhetorisch.

Aus 37 eingereichten Projekte wählte die Bevölkerung in einer Online-Wahl acht Projekte aus, deren Vertreter eingeladen waren, diese vor Publikum vorzustellen.

«Ich bedaure sehr, dass man bei uns die Landsgemeinde abgeschafft hat.»Dölf Biasotto, Regierungsrat Appenzell Ausserrhoden

Zur Wahl standen beispielsweise der Bewegungsparcours den Christine Sigg-Riegler zusammen mit dem Turnverein Kloten initiiert hatte. Allerdings waren die Turner am Fest in Aarau, so dass Sigg-Riegler das Anliegen alleine vortragen musste. Die Wasserspiele Kloten vom Verein «Gemeinsam für Chloote» vorgeschlagen, wurden bejubelt, genauso wie die Anregung, dass fremdsprachige Menschen mittels Theater die deutsche Sprache spielerisch lernen sollen. Die Vereinigung Freizeit Kloten wollte mit einem Tourbus die Spielplätze der Stadt besuchen.

In der ersten Wahlrunde, als es darum ging die Finalisten zu küren, besammelten sich die Menschen bei dem Verein, oder der Person, welche sie unterstützten. Statt Hände zu erheben zählten die Unparteiischen die Menschen. Schiedsrichter Nadir Mandioni achtete mit Adleraugen, dass alles mit rechten Dingen zuging.

«Für Chloote kämpf i wie en Leu»

Als es um die Verteilung der Gewinnsumme ging, stellten sich die Wähler in einer Reihe auf und legten die zuvor verteilten Wahlkarten in die Urnen ein. Das «Organisationskomitee Jugendfestival», welches am Ende als Sieger hervorging positionierte sich in der Nähe der Urne und bejubelte lautstark jede eingelegte Stimme. Nachdem die Gewinner verkündet wurden, legte Nicolas Senn das Mikrofon weg und setzte sich ans Hackbrett. Mit lüpfiger Musik, begleitet von der Jason Boone Band, heizte er die Stimmung an.

Jean-Luc Kühnis, Verteter der Stadt Kloten, zeigte sich vom Interesse und dem Besucheraufmarsch begeistert. «Der Platz war zeitweise voll und ich schätze, dass ungefähr 700 Menschen teilnahmen,» sagte er. Er lobte die entspannte Stimmung, die einem Stadtfest gleichkam.

Als Beobachter konnte man die Landsgemeinde, bei der auch Kinder eine Stimme haben, durchaus als Lehrstück in Demokratie verstehen Zum Schluss ergriff Stadtpräsident René Huber noch einmal das Wort und versicherte der Klotener Bevölkerung, dass der Stadtrat alle Ideen als Inspiration und Ansporn mitnehme, um die Stadt weiterhin lebenswert zu machen. Oder wie es in der Hymne hiess: «Für Chloote kämpf i wie en Leu.»

Erstellt: 16.06.2019, 15:18 Uhr

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Die weiteren Plätze

«Es war sehr knapp», verriet der Schiedsrichter Nadir Mandioni nach der Auszählung der drei Finalisten an der Klotener Landsgemeinde am Samstag. «Der erste Platz war schnell klar, den zweiten und dritten Platz mussten wir sehr genau auszählen.» Der erste Platz ging an die Initianten eines Jugendfestivals. 10000 Franken bekommen sie nun für ihr Projekt. Das Fest soll von Freitag- bis Samstagabend dauern und nach den Sommerferien 2020 stattfinden. Auf einer Bühne werden lokale Künstler, Rapper und Tänzer auftreten. Den Erbauern des Entdeckerspielplatzes in Egetswil wurden der zweite Platz und 6000 Franken zugesprochen. Sie planen, das Geld in Sitzgelegenheiten zu investieren. Knapp dahinter dürfen sich die Mitglieder des Tennisclubs über den Zustupf von 4000 Franken freuen. Sie wollen in der Stadt öffentlich zugängliche Tische aufstellen, an denen man unkompliziert spielen kann.

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