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Einblicke in den Asylalltag gewährt

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) öffnete am Samstag die Türen des Bundesasylzentrums für die Bevölkerung und stand den Besuchern Red und Antwort. Aus erster Hand konnten sie sich darüber informieren, wie die Asylsuchenden dort leben.

Bewohner des Bundesasylzentrums geniessen das Wetter im Innenhof. Zurzeit leben 67 Asylsuchende in Embrach, später gibt es Platz für bis zu 360 Personen.
Bewohner des Bundesasylzentrums geniessen das Wetter im Innenhof. Zurzeit leben 67 Asylsuchende in Embrach, später gibt es Platz für bis zu 360 Personen.
Leo Wyden

Embrach hat seit über 20 Jahren Erfahrung mit der Unterbringung von Asylsuchenden. Im März wurde der Betrieb in ein Bundesasylzentrum überführt, wo er unter der Leitung des Staatssekretariats für Migration steht. Am Samstag waren die Verantwortlichen des SEM vor Ort.Zurzeit leben 67 Bewohner im Zentrum. Abgesehen von drei Frauen und drei Kindern alles Männer. Das Zentrum wird später bis zu 360 Personen Platz bieten.

Drei Mahlzeiten pro Tag

Die Verantwortliche der Asylorganisation April Walker sowie Simon Blunier vom SEM führten die Besucher durch die einfachen Behausungen. Die Schlafräume für sechs bis acht Personen sind zweckmässig eingerichtet, jeder Bewohner verfügt über einen Spind. Es gibt einen Männerschlaftrakt und einen für Familien.

Den Asylsuchenden werden drei Mahlzeiten am Tag angeboten, zu festgelegten Essenszeiten. Zubereitet und geliefert werden sie vom nahen Kompetenzzentrum Pflege und Gesundheit. Die diesbezügliche Zusammenarbeit besteht seit März dieses Jahres. Im Esssaal befinden sich auch die Infotafeln, die Auskunft über Aktivitäten, zum Beispiel gemeinsames Singen oder Deutschkurse, geben. «Mit dem Deutschunterricht wollen wir die Leute geistig fit halten und sie herausfordern, ungeachtet ihrer Situation zu lernen», erklärt Walker.

Bewohner helfen gerne mit

Als Treffpunkt dient ein Aufenthaltsraum, der WLAN-fähig ist. Dieses Angebot wird äusserst rege genutzt. Das Klischee bestätigt sich: Die meisten vertreiben sich die Zeit am Smartphone.

Die jungen Männer und Frauen stehen aber auch in der Pflicht, mitzuhelfen. So übernehmen jeweils zwei Personen die Wäsche aller Bewohner. Viele von ihnen melden sich freiwillig für diese Dienste. Laut April Walker möchten nämlich die meisten Bewohner arbeiten und melden sich eifrig für solche internen «Ämtli» an. Wer sich als zuverlässig erweist, darf sich dann für externe Dienste bewerben. «Der Andrang ist gar grösser als das Angebot.» Der Grund: Die kleine finanzielle Entschädigung ist verlockend.

Zwei Frauen haben das Sagen

Das Bundeszentrum steht unter der Leitung von zwei Frauen. April Walker hält die Hauptleitung inne, ihre Stellvertreterin ist Claudia Stauss. Beide verfügen über langjährige Erfahrung in der Asylarbeit.

Reklamationen seitens der Bevölkerung seien ihnen bisher nicht zu Ohren gekommen. Dies bestätigte auch die Embracher Gemeinderätin Rebekka Bernhardsgrütter: «Wir sind aufmerksam und verfolgen das Geschehen genau. Bisher sind bei der Gemeinde keine Reklamationen eingegangen.» Die Gemeinde sei in regelmässigem Kontakt mit der Polizei. Sollten Probleme auftauchen, könne die Bevölkerung die 24-Stunden-Hotline des SEM benützen oder sich an die Gemeinde wenden, sagt Bernhardsgrütter.

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