Bülach

Einfach wegwerfen war einmal

Mit 15 Helfern war die Flickwerkstatt zum Start am Samstag bestens aufgestellt und präsentierte sich als geselliger Treffpunkt.

An der ersten, gut besuchten Bülacher Flickwerkstatt 
kümmern sich Leandra Spuler und Bea Bierlein um elektronische Geräte.

An der ersten, gut besuchten Bülacher Flickwerkstatt kümmern sich Leandra Spuler und Bea Bierlein um elektronische Geräte. Bild: Sibylle Meier

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«Fordern Sie unseren Reparateur-Ehrgeiz heraus und geniessen Sie in gemütlicher Atmosphäre Kaffee und Kuchen», wies ein Werbeschild in der Lindenhofstrasse auf die Eröffnung der Flickwerkstatt am vergangenen Samstag hin. Unter dem Motto «Reparieren statt wegwerfen» konnten die beiden Organisatoren, der Bülacher Hans Keller und Fritz Immer aus Höri, 15 Freiwillige gewinnen, die ihre breit gefächerten Kenntnisse und Fähigkeiten samt eigenem Werkzeug alle zwei Monate ehrenamtlich für die Beratung und Hilfe bei Reparaturen zur Verfügung stellen. Knapp 30 Kunden aus Bülach und Region nahmen das Angebot an und stellten die Flickwerkstatt-Mannschaft von 10 bis 14 Uhr vor kleine und grössere Herausforderungen.

In den Reissverschluss-Räumlichkeiten, welche der Flickwerkstatt samt Inventar kostenfrei zur Verfügung steht, herrschte Hochbetrieb. «Die Mischung der defekten Artikel ist bunt wie unser Team», meinte Immer. «Der Schwerpunkt liegt jedoch in den Bereichen Holz, Metall und Haushaltselektronik.» Ob CD-Rekorder, Massagegerät oder Metronom, Rebschere, Liege oder Stehlampe – auf den zur Reihe zusammengestellten Tischen wurden die defekten Dinge fachmännisch in ihre Einzelteile zerlegt und gemeinsam mit Kunden und jeweiligen Spezialisten nach dem Fehler und der zugehörigen Lösung gesucht.

Nachhaltigkeit fördern

«Wir machen das zusammen», zeigte sich Beni Cadonau als ehrenamtlicher Reparateur einig mit Kundin Jolanda Zimmer, seiner Bachenbüler Nachbarin. Die Präsidentin des Sigristenkellers hatte den streikenden Kaffeeautomaten des Kulturzentrums dabei. «Ich finde das Konzept, Nachhaltigkeit zu fördern, sehr gut. Oft sind es Kleinigkeiten, die fehlen oder es ist so komplex, dass man allein gar nicht drauskommt», bestätigte sie.

Maria Strässle aus Rorbas hatte gleich zwei «Patienten» dabei. «Das Spielzeugauto war als Geschenk für meinen Enkel gedacht – es fährt geradeaus, aber keine Kurven», erläuterte sie dem Elektronikspezialisten Jean-Jaques Meyer.

Das Fahrgestell ihres 80-jährigen Puppenwagens beschäftigte gar ein Dreiergespann. Dem betagten Brockenhausstück wurden Reifen aus Vollgummi verpasst. «Das war Schwerstarbeit», scherzte der ehemalige Bauschlosser Peter Spengler und verriet: «Unser Erfolgsrezept ist gegenseitige Inspiration.«

Elf Gegenstände wurden schliesslich erfolgreich repariert, nur für sieben war keine Hilfe möglich. In den anderen Fällen können Kunden auf den nächsten Termin benötigte Ersatzteile bestellen, sie wurden beraten oder an einen Fachbetrieb verwiesen. «Mit dieser Bilanz sind wir sehr zufrieden», betonte Immer.

Auch wenn das Angebot kostenlos ist, war die vorsorglich aufgestellte Kasse am Ende mit manchem Schein gefüllt – was für die Zufriedenheit der Kunden spricht.

Erstellt: 07.05.2017, 15:52 Uhr

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Nächste Termine: 8. Juli und 30. September jeweils 10 bis 14 Uhr, www.flickwerkstatt-buelach.ch

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