Rümlang

Erste positive Signale nach Fusion

Das Sicherheitstechnologie-Unternehmen Dorma+Kaba hat im ersten Halbjahr nach dem Zusammenschluss beider Firmen den Umsatz gesteigert. Der Gewinn wurde durch Integrationskosten geschmälert.

Der Sicherheitsanbieter Kaba arbeitet an innovativen Zutrittslösungen. Mit dem Zusammenschluss mit der deutschen Dorma scheinen die Rümlanger die Weichen für die Zukunft erfolgreich gestellt zu haben.

Der Sicherheitsanbieter Kaba arbeitet an innovativen Zutrittslösungen. Mit dem Zusammenschluss mit der deutschen Dorma scheinen die Rümlanger die Weichen für die Zukunft erfolgreich gestellt zu haben. Bild: Renato Cecchet

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Durch den Zusammenschluss der deutschen Dorma und Kaba aus Rümlang entstand letztes Jahr das weltweit drittgrösste Unternehmen der Branche. Am 1. September 2015 fiel offiziell der Startschuss für die zusammengeführten Firmen. Der gestern präsentierte Halbjahresabschluss zeigt jetzt ein erstes Mal auf, ob sich die Fusion auch rechnet.

Die Zahlen scheinen dafür zu sprechen. Der konsolidierte Umsatz stieg um 2,6 Prozent auf 1,14 Milliarden Franken. Das Ebitda (der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) verbesserte sich um 9,4 Prozent auf 165,4 Millionen Franken, womit die entsprechende Marge 14,3 Prozent betrug, nach 13,7 Prozent im Vorjahr. Der verbliebene Reingewinn konnte bei dieser Entwicklung wie erwartet nicht mithalten. Unter dem Strich verbleiben 67,1 Millionen, verglichen zu 94,8 Millionen Franken im Vorjahr. Grund für die Schmälerung des Reingewinns sind die bisher anfallenden Integrationskosten der beiden Firmen, diese werden auf 34,8 Millionen Franken beziffert.

CEO Riet Cadonau und der neue Finanzchef Bernd Brinker präsentierten ein Pro-forma-Ergebnis mit Zahlen hochgerechnet auf je sechs Monate. Dorma und Kaba agieren mit Abschlussdatum des Halbjahres-Ergebnisses per 31. Dezember 2015 aber erst seit vier Monaten zusammen. Darüber hinaus weist das gesamte Unternehmen die Werte aus, bei denen Dorma nur für diese vier Monate einbezogen wurde, da die Deutschen vor dem Zusammenschluss im Gegensatz zu Kaba nicht an der Börse kotiert waren. Bei der Berechnung «sechs Monate Kaba – vier Monate Dorma» beläuft sich der der Umsatz auf 947,6 Millionen Franken, der Reingewinn auf 57,4 Millionen.

Gestiegende Profitabilität

Für die Geschäftsleitung zeigen die Zahlen aber, dass der Entscheid des Zusammengehens richtig war. «Die Profitabilität fällt für beide Seiten besser aus und ist im Wesentlichen auf erste Kosteneinsparungen als direkte Folge des Zusammenschlusses zurückzuführen. Dazu kam ein positiver Geschäftsgang in Nordamerika», zeigte sich CEO Riet Cadonau erfreut.

Die Geschäftsfelder, in denen Dorma+Kaba weltweit tätig ist, wurden seit dem 1. September 2015 neu strukturiert und in sechs Segmente gegliedert: Access Solutions (AS) umfasst vier Segmente und ist mit AS AMER (Nord- und Südamerika), AS APAC (Asien-Pazifik), AS DACH (Deutschland, Österreich und Schweiz) und AS EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) regional gegliedert. Hinzu kommen die jeweils global ausgerichteten Segmente Key Systems und Movable Walls.

Für das Gesamtjahr 2015/16 rechnet die Konzernführung auf einer vergleichbaren Pro-forma-Basis mit dem bereits gestern ausgewiesenen intern erarbeiteten Wachstum von 1,8 Prozent. Auch die Profitabilität auf Stufe Ebitda-Marge soll auf dem Niveau des aktuellen Halbjahresergebnisses liegen mit einem Spielraum von plus-minus 0,5 Prozentpunkten.Das Unternehmen erwartet für Nordamerika eine gute und für Westeuropa eine weitgehend moderate wirtschaftliche Entwicklung. Sehr anspruchsvoll bleibe es jedoch in Asien-Pazifik, Osteuropa und auch Lateinamerika.

Die Gesamtintegration beider Unternehmensteile soll noch bis im Juni 2018 weitergehen. Bis zum 1. Juli 2016 soll der Zusammenschluss so weit gediehen sein, dass Dorma+Kaba ab dem neuen Geschäftsjahr 2016/2017 als gemeinsame Firma auftreten kann – also nicht mehr mit Pro-forma-Ergebnissen.

Erstellt: 07.03.2016, 17:29 Uhr

Nachgefragt

«Wir sind genau im Fahrplan»

Dorma+Kaba befindet sich mitten im Integrationsprozess beider Firmen. Wie schreitet diese voran?

Riet Cadonau: Wir sind genau im Fahrplan. Dorma+Kaba als gemeinsames Unternehmen wurde neu in sechs Segmente aufgeteilt. Per Anfang Januar hatten wir die dazu nötigen Personalentscheide auf Kaderebene gefällt, auch für die Chefpositionen in allen 53 Ländern, in denen wir tätig sind. Wir haben das gemacht, was wir angekündet haben. Das ist wichtig, um Vertrauen zu schaffen, allen voran für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Der Zusammenschluss bringt es mit sich, dass die Konzernspitze neu zusammengesetzt ist. Wie ist das Arbeitsklima?

Ich bin selber überrascht, wie gut alles von Beginn weg geklappt hat. Die neue Geschäftsleitung hat sich Zeit genommen, sich gegenseitig kennen zu lernen, bevor sie mit Integration und Umstrukturierung begann. Beim ersten grossen Management-Meeting im Oktober 2015 zeigte sich schnell, dass im Zusammenhang mit der Strategieentwicklung keine unterschiedliche Sichtweise zwischen Dorma und Kaba besteht.

In Rümlang renovieren Sie für 20 Millionen Franken ein ehemaliges Produktionsgebäude. Kann die Region bald mit mehr Stellen rechnen?

Darüber möchte ich nicht spekulieren. Primär geht es darum, für innovative Projekte wie internet- und cloud-basierte Zutrittslösungen mehr Platz und dafür geeignete, moderne Arbeitsplätze einzurichten. (rce)

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