Eglisau

Faire Preise für grosse und kleine Kunstwerke

Für die Bilderbörse in der Galerie am Platz haben die Bewohnerinnen und Bewohner des Rheinstädtchens so manches Kunstwerk aus dem Keller oder von den Wänden in ihrem Haus geholt.

Vivien Wick bringt vier Bilder aus dem Wohnzimmer ihrer Mutter an die Börse.

Vivien Wick bringt vier Bilder aus dem Wohnzimmer ihrer Mutter an die Börse. Bild: Paco Carrascosa

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Bei der Bilderannahme in der Galerie am Platz steht Vivien Wick, die Frau von Meteorologe Peter Wick, und übergibt der Galerieleiterin Regina Maag fünf Bilder. Drei davon sind auf Seide gemalte Sujets, die anderen beiden Aquarelle. «Die sind von meiner Mutter Helen Aeschbacher aus Bachenbülach», erläutert Wick deren Herkunft. «Nun sollen sie einen neuen Besitzer oder eine neue Besitzerin finden.»

Die am kommenden Wochenende zum zweiten Mal stattfindende Bilderbörse, organisiert vom Kulturverein Viva Eglisau, findet sie aus zwei Gründen sinnvoll. Erstens entstehe so ein Austausch zwischen den Leuten und zweitens gäbe es nun im Wohnzimmer der Mutter wieder mehr Platz.

Am kommenden Freitag zwischen 18 und 20 Uhr sowie am Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr stehen über 100 kleineren und grösseren Kunstwerke, darunter vor allem Bilder, aber auch einige Holzskulpturen, zum Verkauf. «Sogar Kunstliebhaber mit einem kleinen Budget können bei uns fündig werden und durchaus ein wertvolles Original finden», sagte Helfer Matthias Nauer. Zusammen mit Yolanda Hagendorn und Esther Müller hat er am Dienstag die Bilder angenommen und an den Galeriewänden aufgehängt.

Antike Ahnenbildchen als möglicher Renner

Für viele Eglisauer Künstlerinnen und Künstler gehört die Bilderbörse bereits zum festen Bestandteil der jährlichen Anlässe. So werden am Wochenende drei Bilder des Eglisauers Ueli Wagner zu kaufen sein. Die Inspiration für seine Bilder, die je 180 Franken kosten, habe er auf einer kürzlich unternommenen Japanreise bekommen. In einer speziellen Tuschmischtechnik hat er auf dem einen Bild den Vulkan Fujiyama gezeichnet. Vom Verkaufspreis erhält übrigens jeder Verkäufer 60 Prozent bar ausbezahlt.

Regina Maag, die aus der Eglisauer Künstlerfamilie Maag stammt, ist als Leiterin der Arbeitsgruppe Galerie am Platz verantwortlich für den Ablauf der Bilderbörse. Damit es nicht zu einem regelrechten «Bildersturm» wie im vergangenen Jahr kommt, musste sie die Anzahl Bilder auf fünf Stück pro Person limitieren. Für sie ist bereits jetzt klar, welche Kunstwerke dieses Jahr der Renner sein werden. «Die hübschen kleinen antiken Ahnenbildchen für nur 10 Franken werden sicherlich nicht lange verwaist dastehen», prophezeit Maag.

Dann schwenkt ihr Blick zu einer fast lebensgross gemalten blauen Kuh der Eglisauer Malerin Pia Hausen. Mit einem Verkaufspreis von 960 Franken ist dieses Bild um einiges teurer als die filigranen Köpfchen in den kleinen Rahmen.

Muttertagsgeschenk aus der Galerie

Dass am kommenden Samstag quasi vor den Toren der Galerie auch noch der Muttertagsmarkt stattfindet, freut Regina Maag von Viva Eglisau. Bei der Bilderannahme seien ihr auch die Menschen hinter den Kunstobjekten wichtig. So sei eine wohnungssuchende Frau aus Bulgarien mehr oder weniger per Zufall in die Galerie hereinspaziert.

Als sie die Vorbereitungen zur Bilderbörse wahrnahm, holte sie spontan drei Bilder aus ihrem Auto, darunter zwei Exponate mit bulgarischer naiver Bauernmalerei. «Wie ich vernommen habe, hat sie nun auch eine geeignete Wohnung gefunden», erzählt Maag erfreut und lehnt sich dabei an eine 1,5 Meter hohe Holzskulptur. Diese zeigt ein eng umschlungenes und sich küssendes Paar. «Ich bin gespannt, wer hier sich für dieses Objekt entscheidet», sagt Maag.

Erstellt: 08.05.2019, 15:39 Uhr

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