Bassersdorf

Fasnachtsumzug macht Winter den Garaus

Beim Umzug in Bassersdorf verkleidete sich auch ein Grossteil des Publikums. Sowohl bei ihnen als auch bei den Teilnehmern des Umzugs waren furchterregende ­Kostüme im Trend.

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Wenn sich zwei junge Frauen als Quallen verkleiden, drängen sich zwei Interpretationen auf. Sie können es entweder kaum erwarten, dass der Sommer beginnt, oder sie wollen damit sagen, dass man ihnen nicht zu nahe treten sollte. Keines von beiden treffe zu, so Leandra und Manuela aus Winterthur. Die beiden waren nämlich als Zuschauer an den grossen Sonntagsumzug der Fasnacht in Bassersdorf gereist. «Auf alle Fälle sind wir dank unseren Quallenköpfen, bestehend aus einem durchsichtigen Regenschirm, wettertechnisch bereit», sagte Leandra.

So schön war die Bassersdorfer Fasnacht. Video: CA-Media/David Gonzalez

Ihnen gegenüber stand Laura Danese mit ihrer sechsjährigen Tochter Serena. Sie kamen erstmals ungeschminkt an den Fasnachtsumzug. Es reue sie, dass sie dem Wetterbericht zu grossen Glauben geschenkt habe, denn der besagte Schneeschauer traf nicht ein. «Jetzt haben wir halt viele Verkleidungsideen gesammelt und kommen nächstes Jahr bestimmt im Kostüm», sagte die junge Bassersdorfer Mutter.

Von den Töfflibuebe zum Seelenfänger

Von allen Fasnachtsanlässen im Unterland lockt der Umzug in Bassersdorf jeweils am meisten Besucher an. Nirgendwo sonst in den Bezirken Dielsdorf und Bülach nehmen so viele Gruppen am Marsch teil, 40 waren es auch dieses Jahr wieder. Entsprechend viel gab es zu bestaunen. Mit aus Holz gefertigten Zweirädern gab etwa die Wagengruppe Töfflibuebe so richtig Gas in Form von rockiger Musik und einer alle dreissig Sekunden in die Höhe schnellenden Stichflamme. Diese war so immens, dass die abgegebene Wärme noch in der ersten Reihe der Zuschauer zu spüren war. Von einer anderen Welt schien der von seinem hohen Wagen herunterbrüllende Seelenfänger zu sein. Sein zerschundenes Angesicht war fürchterlich anzusehen.

Diese Art von eher furchterregender Verkleidung sorgte beim erfahrenen Fasnächtler natürlich nicht für Angstzustände. «Die wollen doch nur den Winter vertreiben», erklärte die Bassersdorferin Margrit Dübendorfer, während gerade eine Hexe an ihr vorbeizischte.

Sehr zufrieden mit dem Umzug und dem bisherigen Fasnachts­geschehen in Bassersdorf zeigte sich am Sonntagabend Obernarr Rolf Zemp. «Geschätzte 11 000 Zuschauerinnen und Zuschauer haben den sonntäglichen Umzug verfolgt, welcher ohne Zwischenfälle verlaufen ist.» Das Fasnachtskomitee fuhr dieses Jahr wieder mit seinem Miniriesenrad auf, mit welchem es schon letztes Jahr grosse Aufmerksamkeit erregt hatte. Den grössten Coup noch ein Jahr früher: Eine mobile Miniachterbahn sorgte international für Schlagzeilen, ein Video davon ging um die ganze Welt.

Beendet ist die grösste Unterländer Fasnacht mit dem gestrigen Umzug noch nicht. Ihren Schluss findet sie erst heute, mit der sogenannten Uslumpete. Höhepunkt sind dabei 24 Maskengruppen aus der halben Schweiz und aus Deutschland, die am Nachtumzug ab 21 Uhr durch das Dorf ziehen. Ab Dienstag kehrt dann wieder Normalität ein. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 12.02.2018, 10:32 Uhr

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