Bassersdorf

Fasnachtsweg muss wieder weg

Pünktlich zur Fasnachtszeit hat Bassersdorf heuer eine passende Posse. Denn just zu dieser Zeit kommt den Narren der Unterländer Fasnachtshochburg nämlich «ihr» Weg abhanden. Nach einer Reklamation muss am Baarainliweg das alternative Strassenschild «Fasnachtswägli» wieder weg.

Offiziell heisst das Wegstück (links der ZKB) Baarainliweg, wie das Strassenschild anzeigt. Darunter soll nun eine Hinweistafel zur Fasnacht.

Offiziell heisst das Wegstück (links der ZKB) Baarainliweg, wie das Strassenschild anzeigt. Darunter soll nun eine Hinweistafel zur Fasnacht. Bild: Sibylle Meier

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Das gibts sonst nirgends im Land. Gross war deshalb die Freude unter den Bassersdorfer Fasnächtlern: Im letzten November, zum Fasnachtsbeginn am 11.11. schenkte der Gemeinderat dem Fasnachtskomitee Bassersdorf (FaKoBa) quasi offiziell einen eigenen Weg. Seither prangt in der Mitte des 40 Meter langen Baarainliwegs gleich neben der Kantonalbank ein offiizielles Strassenschild mit der Aufschrift «Fasnachtswägli». Gemäss Gemeindepräsidentin Doris Meier (FDP) hatte ein interner Gemeindebeschluss diesem Weg im April 2008 einen besonderen Bezug zur Fasnacht zugebilligt. Damals wurde der Weg saniert, weshalb er sogleich mit Messingplatten versehen wurde. Darauf sind seither die Eckpunkten der Dorffasnacht verzeichnet.

Ein «Bürger» narrt die Narren

Eine kurze Adressabfrage im Internet ergibt, dass es sich beim neuen Bassersdorfer Fasnachtsweg um die einzige Strassenbezeichnung mit diesem Begriff handelt. Weder in der rüüdig-närrischen Innerschweiz, noch im karnevalsbegeisterten Basel gibt es eine Fasnachtsstrasse und auch keinen solchen Weg. Auch eine Rue de Carneval oder gar eine Via del Carnevale gibt es nirgends in tutti la Svizzera.

Doch die Bassersdorfer Narren haben sich offenbar zu früh gefreut und die Rechnung ohne jenen aufmerksamen Bürger aus dem Geisslooquartier gemacht. Dieser hatte nämlich beim Gemeindepolizeichef reklamiert, dass das neue Schild wohl nicht zulässig sei, zumal es in der Mitte des Weges angebracht sei und derselbe Weg vorne noch immer mit Baarainliweg angeschrieben sei. Dass der Gemeinderat zuvor schon eine namenlose Wiese ebenfalls mit einer offiziellen Tafel zur Sechseläutenwiese gemacht hat, kritisiert er ebenfalls mag aber noch darüber hinwegsehen, da dort immerhin keine Verwechslungsgefahr durch anderslautende Schilder bestünde. Eigentlich ärgert sich Dölf Kellenberger aber über die Dorfregierung, die sich nach seinem Geschmack zu fest der Spassgesellschaft im Dorf anbiedern würde. Genau das thematisierte er auch schon im letzten November in einem «Konkurrenz-Schmutzblatt» – einer von ihm selbst herausgegebenen Fasnachtszeitung, die er selber als «Geisslooschreck» signierte.

Gemeindepräsidentin Meier hat den Namenskonflikt erkannt. «Es war nicht die Absicht den Baarainliweg umzubenennen», erklärt sie auf Anfrage. Sie räumt ein, dass es eine Unvereinbarkeit der zwei Schilder gebe in diesem Fall. Die Fasnachtswägli-Tafel werde wieder abmontiert und stattdessen eine weisse Tafel mit dem Hinweis zu diesem Brauchtum in der Gemeinde unterhalb der offiziellen Bezeichnung Baarainliweg platziert.

Rolf Zemp, FaKoBa-Präsident und Obernarr nimmts gelassen. Man sei sich gewohnt, dass es im Dorf «Bürger» gebe, die nach dem rechten schauten, das sei auch nicht immer schlecht. «Der Geisslooschreck ist ja eigentlich ein guter Kerl, er setzt einfach die Prioritäten ein bisschen anders als wir», meint Zemp und lässt durchblicken, dass die Fasnächtler in dieser Sache wohl noch nicht aufgegeben haben. (cwü)

Erstellt: 14.02.2017, 16:26 Uhr

Die alternative Tafel mit der Bezeichnung «Fasnachtswägli» wird wieder abmontiert. Die Metallschilder im Boden dürfen bleiben. (Bild: Bilder_Sibylle Meier)

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