Flughafen

Neue Gepäckanlage kostet 470 Millionen

Neben dem Circle ist am Flughafen ein zweites Projekt im Bau, welches mehrere Hundert Millionen Franken kostet: Die Gepäcksortieranlage wird ersetzt und erweitert.

Die Bagger sind aufgefahren, die Bauarbeiten am neuen Gepäcksystem des Flughafens Zürich haben begonnen.

Die Bagger sind aufgefahren, die Bauarbeiten am neuen Gepäcksystem des Flughafens Zürich haben begonnen. Bild: Leo Wyden

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Unter dem Boden des Flughafens befindet sich ein System von kilometerlangen Tunneln und Stollen. Durch diese flitzen bis zu 50 000 Gepäckstücke pro Tag. Das Konstrukt gleicht mit seinen Schienen, auf welchen Koffer und Taschen in Wagen vollautomatisch sortiert und zum richtigen Flieger transportiert werden, einer Achterbahn im Untergrund.

Das heutige System wurde 2001 in Betrieb genommen und hat rund 160 Millionen Franken gekostet. Seit Montag arbeitet der Flughafen an seiner Abschaffung. Mit dem Spatenstich ganz in der Nähe der bisherigen Sortieranlage neben dem Parkhaus P6 ist offiziell der Startschuss gefallen für den Bau des neuen Gepäcksystems. Es wird von aussen nach seiner Fertigstellung wesentlich weniger spektakulär wirken als der Circle, der eine Milliarde Franken teure Riesenbau auf der anderen Seite der Strasse. Doch von ihren Dimensionen her wird die neue Anlage mit dem Prestigeprojekt durchaus vergleichbar sein.

35 Prozent mehr Kapazität

«Nötig ist das neue System aus drei Gründen», erklärte Daniel Scheifele, der Immobilienchef der Flughafen Zürich AG. «Erstens stösst das heutige System mit dem prognostizierten Passagierwachstum spätestens 2023 an seine Leistungsgrenzen. Zweitens müssen die bestehenden Sicherheitskontrollgeräte durch modernere Geräte ersetzt werden, die den neuen EU-Richtlinien genügen. Und drittens wird ein Grossteil der Anlage nach 20-jährigem Betrieb das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben.»

Laut Daniel Scheifele, Immobilienchef (CREO) des Flughafens Zürich, sind unter anderem neue Sicherheitsvorschriften der Grund, warum eine neues Gepäcksystem notwendig ist. Video: SDA

Das neue System wird grösser als das alte, statt bisher 65 000 Quadratmeter wird die Geschossfläche rund 95 000 Quadratmeter umfassen. Dadurch soll die Kapazität des Systems um rund 35 Prozent erweitert werden. Letztes Jahr wurden bei einer Passagierzahl von 29,4 Millionen rund 11,1 Millionen abfliegende Gepäckstücke sortiert. Der Flughafen investiert dabei ein Vielfaches des Betrags, den das alte System gekostet hat: Rund 470 Millionen Franken – die Kosten eines halben Circle also – kostet die Anlage. Komplett fertiggestellt sein wird sie 2025. Die lange Bauzeit ist auch dem Umstand geschuldet, dass der Flughafen durchgehend auf ein Gepäcksortiersystem angewiesen ist. Die Anlage muss also im laufenden Betrieb Stück für Stück ersetzt werden.

Waggons kommen weg

Die neue Anlage wird nicht nur grösser, sie wird auch eine neue Technik verwenden. Bisher verbindet ein rund 23 Kilometer langes System aus Förderbändern und Waggons auf Schienen, die jeweils einen einzelnen Koffer transportieren, die Check-ins mit den drei Sortieranlagen am Flughafen. Angetrieben wird diese Bag-Trax genannte Anlage von rund 4300 Motoren. Das neue System wird keine dieser Waggons mehr haben. Auch die Schienensysteme werden verschwinden. Stattdessen wird die gesamte Anlage aus Förderbändern bestehen, welche die Gepäckstücke mit bis zu 18 km/h bewegen.

Auch das Sortiersystem wird geändert. Im aktuellen System werden die Gepäckstücke am richtigen Ort aus dem Waggon gekippt.

Das neue Prinzip funktioniert ein wenig eleganter: Das lange Förderband besteht selbst aus mehreren kleineren Förderbändern, die sich quer zur Fahrtrichtung bewegen können. Zum richtigen Zeitpunkt können diese kleinen Förderbänder aktiviert werden und so automatisch den darauf liegenden Koffer vom Band schubsen.

Dieser Artikel wurde nachträglich editiert. Er widerspiegelt nun korrekt, dass das neue System 95 000 Quadratmeter gross sein wird und bereits seit 2001 in Betrieb ist. Zudem werden einige Teile der Anlage erst später ausgebaut, komplett fertig ist das System dadurch erst 2025. Die Geschwindigkeit von 18km/h erreichen die Förderbänder nur auf den langen Verbindungswegen, es handelt sich dabei also um die Maximalgeschwindigkeit. (zuonline.ch)

Erstellt: 19.03.2018, 19:09 Uhr

Die Visualisierung zeigt, über welche Wege das Gepäck künftig durch den Flughafen geschleust werden soll (klicken für grössere Ansicht). (Bild: Visualisierung pd)

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