Flughafen

Flughafen streitet mit Kanton wegen Römerfunden

Um gut 93 000 Franken geht es im Rechtsstreit, den der Flughafen seit zwei Jahren mit dem Kanton führt. Die Kosten fielen für eine archäologische Grabung an, die Funde aus der Römerzeit zu Tage brachte.

Zu Römerzeiten war an den Standplätzen der Flugzeuge eine Wassermühle in Betrieb.

Zu Römerzeiten war an den Standplätzen der Flugzeuge eine Wassermühle in Betrieb. Bild: Keystone

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Vor zwei Jahren hat der Flughafen im Westen des Areals neue Standplätze für Flugzeuge in Betrieb genommen. Während der Bauarbeiten führte der Kanton archäologische Grabungen durch. Wie erst jetzt bekannt wird, befinden sich der Flughafen und die Baudirektion seither in einem Rechtsstreit darüber, wer die Kosten für die Ausgrabungen tragen muss. Im Juni hat das Verwaltungsgericht entschieden: Der Flughafen hat für den gesamten Betrag von gut 93 000 Franken aufzukommen.

Die Instanz hat damit ein früheres Urteil des Baurekursgerichts korrigiert. Dieses hatte die Flughafen Zürich AG im Mai 2018 als mehrheitlich private Trägerschaft eingestuft. Private müssen archäologische Grabungen auf ihren Grundstücken nicht selber bezahlen, öffentliche Trägerschaften hingegen schon. Die juristischen Ausführungen drehen sich um den Knackpunkt, wie die Aktiengesellschaft, in der auch der Kanton und die Stadt Zürich vertreten sind, einzuordnen sei.

Am Bundesgericht hängig

Das Verwaltungsgericht gab der Baudirektion, welche die Beschwerde erhoben hatte, Recht: «Wir waren der Meinung, dass der Flughafen aufgrund des öffentlich-rechtlichen Auftrags wie eine staatliche Institution zu behandeln ist», erklärt Gerichtsvorsitzender Lukas Widmer.

Der Flughafen ist mit dieser Einschätzung nicht einverstanden. Obwohl es sich für eine Organisation dieser Grössenordnung wohl um einen eher kleineren Posten handelt, hat er das Urteil ans Bundesgericht weiter gezogen.

«Unserer Erachtens fehlt die gesetzliche Grundlage für die Verrechnung der gesamten anfallenden Kosten», teilt Mediensprecherin Raffaela Stelzer mit. Weil dieser Punkt immer wieder zu Diskussionen führe, wolle man die Frage nun mit einem letztinstanzlichen Urteil klären. Dieses steht noch aus.

Überresten einer Mühle

Die Fundstücke bei den Grabungen im Jahr 2016 deuten darauf hin, dass die Römer auf dem heutigen Flughafenareal eine Wassermühle betrieben. Die Kantonsarchäologen haben eine sogenannte Schussrinne zu Tage gefördert. Darüber wurde wahrscheinlich Wasser aus einem Nebenarm der Glatt oder des Himmelbachs auf die Schaufeln des Mühlrades geleitet. Zudem kamen drei grosse Mühlsteine zum Vorschein.

Weiter wurde die gesamte Baufläche mit einem Metalldetektor abgesucht. Dabei entdeckten die Fachleute eine stattliche Anzahl römischer Münzen sowie Bänder, die vermutlich zu einer Truhe gehört hatten und einen Schlüssel. Auch mehrere Hufeisen wurden geborgen. Diese stammen aber wohl aus neuerer Zeit.

Erstellt: 27.08.2019, 17:45 Uhr

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