Opfikon

Für sie ist Weihnachten mehr als Geschenke und Tannenbäume

Viele Christen beten jeden Tag zu Gott. Die Glattbrugger NLC-Tennisspieler Claude und Fabien von Bergen gehören zu ihnen.

Tennis und Weihnachten bedeuten Fabien (links) und Claude von Bergen vom TC Opfikon sehr viel.

Tennis und Weihnachten bedeuten Fabien (links) und Claude von Bergen vom TC Opfikon sehr viel. Bild: David Küenzi

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Für den 23-jährigen Claude und den um zwei Jahre jüngeren Bruder Fabien bedeuten Weihnachten mehr als gemütliches Beisammensein und einander zu beschenken. «Wir erinnern uns als Familie an Heiligabend immer bewusst daran, dass Jesus geboren worden ist», berichten sie. Fabien ergänzt: «An Heiligabend ist Gott in Jesus Mensch geworden und auf die Erde gekommen, was für ein Freudenfest!» Kein Wunder, wird bei Von Bergens in den kommenden Tagen die gemütliche und kulinarische Seite ausgiebig gepflegt. Auf Fabien zum Beispiel warten gleich vier feine Essen. Eines im engen Kreis mit seinen Eltern und seinem Bruder, eines im grossen Rahmen mit rund 40 Personen mit der Familie seines Vaters, ein drittes Fest feiern die Brüder in ihrer WG mit Freunden, und zu guter Letzt ist Fabien noch in der Familie seiner Freundin Ariena eingeladen.

Trotz ihres jungen Alters wissen die Brüder Von Bergen bereits gut Bescheid über die Bibel. ­Claude erzählt: «Mein Bruder und ich sind in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen und regelmässig in die Kirche gegangen. Dadurch haben wir viel von den biblischen Geschichten und Werten mitbekommen. Als Jugendlicher habe ich an Gott geglaubt und gelegentlich auch gebetet, aber Gott hat zu diesem Zeitpunkt abgesehen vom Sonntagmorgen kaum eine Rolle in meinem Leben gespielt.»

Sprachaufenthalt mit Folgen

Claude von Bergen war als ­Jugendlicher vom christlichen Glauben beeinflusst, genoss am Wochenende aber auch das Partyleben. Im Sommer 2010, Claude war damals 18 Jahre alt, änderte sich dies. «Während eines Sprachaufenthaltes in England habe ich damals einen älteren Mann kennen gelernt. Wir haben stundenlang über den Glauben und meine persönliche Beziehung zu Gott diskutiert. Dabei habe ich festgestellt, dass ich zuvor nie verstanden hatte, was es heisst, eine Beziehung mit Gott zu führen. Und ich habe eine innere Stimme gespürt und gehört, die mich aufrütteln wollte.»

Einige Tage später besuchte er eine Kirche, in der es einen Aufruf gab, um eine persönliche echte Beziehung mit Gott zu starten. Claude von Bergen blickt zurück: «Diesen Moment werde ich nie vergessen. Ich habe Gottes Ruf gespürt und gefühlt, wie er mich motiviert, mein ganzes Leben ihm zu geben und mich von ihm ­verändern zu lassen. An diesem Abend habe ich mich entschieden, mich auf eine echte Beziehung mit Gott einzulassen.»

Später ging Claude von Bergen ein Jahr lang in die USA, danach studierte der KV- und BMS-Absolvent ein Jahr lang in Zürich an der ISTL (International Seminary of Theology and Leadership) Theologie. Zurzeit arbeitet der mittlerweile 23-Jährige als Sozialpädagoge in einer Einrichtung für betreutes Wohnen im Kanton Zürich und studiert gleichzeitig Sozialpädagogik an der HFS in ­Zizers.

Und Claudes Glauben an Jesus Christus hat seinen Bruder Fabien beeinflusst. «Claude war von klein auf immer eine Art Vorbild für mich gewesen, gleichzeitig hat uns schon früh eine tiefe Freundschaft verbunden. Ich konnte anfangs nicht verstehen, weshalb mein Bruder plötzlich so einen auf ‹religiös› gemacht hat», erzählt Fabien. Doch der jüngere Bruder liess sich je länger, desto mehr vom Glaubensschub des ­Älteren begeistern: «Ich habe ab 2010 bei Claude einen ersichtlich veränderten Lebensstil festgestellt. Es war eben nicht nur religiös, sondern eine Veränderung seines Herzens. Er hat viel fröhlicher, gelassener und mit Leben und Perspektive erfüllt gewirkt.»

Fabien war damals 16 Jahre alt, heute, fünf Jahre später, beschreibt er seinen damaligen spirituellen Zustand folgendermassen: «Gott hat zu diesem Zeitpunkt in meinem Leben nicht wirklich eine grosse Rolle gespielt. Ich habe an etwas Höheres geglaubt, nicht aber an etwas Persönliches, das mein Leben beeinflussen möchte. Ich habe auch ­ohne Gott ein sehr glückliches Leben geführt. Ich hatte eine geniale Freundin und ein wunderbares Umfeld mit Freunden und Familie, dennoch habe ich in mir eine Leere und Perspektivenlosigkeit gefühlt. So begann ich mich mehr mit tiefen Lebensfragen über den Sinn des Lebens zu beschäftigen.»

«Riesige Freude gespürt»

Und so kam es, dass auch Fabien von Bergen sich auf die Suche nach Gott begab. Er begleitete seinen Bruder Claude vermehrt in eine Freikirche in Zürich. «Dort habe ich Kirche ganz anders erlebt, als ich es eigentlich gekannt hatte. Ich habe eine riesige Freude und Lebendigkeit gespürt, jedes Mal, wenn ich dort war, und vor allem auch einen gelebten Glauben, nicht einfach irgendein religiöses Gelaber. Da habe ich angefangen, mich auf Gott einzulassen. Doch es hat danach noch etwas gedauert, bis ich Jesus in mein Leben einlud.»

Mittlerweile ist Fabien von Bergen 21 Jahre alt. Er legte die Matur ab, absolvierte die Rekrutenschule, studierte sechs Monate lang als Quereinsteiger Theologie am ISTL, ar­bei­te­te parallel dazu während zweier Tage pro Woche als Lagerist und weilte danach drei Monate lang in Südafrika für einen Sozialeinsatz. Ab Januar 2016 wird er sechs Monate lang Zivildienst als Klassenhelfer leisten, weil er nicht jedes Jahr für drei Wochen in den WK gehen will. Ab Herbst 2016 beabsichtigt er, an der Universität oder ETH zu studieren. Welches Fach weiss er noch nicht genau.

Die meisten seiner Gedanken befassen sich derzeit immer noch mit dem christlichen Glauben: «Es war nicht irgendein übernatürliches Wunder, sondern eine spürbare Veränderung in meinem Herzen und Denken, die das Tor zum Glauben geöffnet hat. Es war ein grosser Schritt ins Ungewisse für mich, aber einer, der mein Leben verändern sollte.» Doch nicht nur Claude und Fabien von Bergen haben in den vergangenen Jahren ihren Glauben vertieft, sondern auch Fabiens Freundin fand dazu. Verständlich, dass wegen all dieser Ereignisse bei den Von Bergens in den kommenden Tagen an gleich vier Weihnachtsfesten Hochstimmung herrschen wird.

Erstellt: 23.12.2015, 23:38 Uhr

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