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Geburtstagsfeier für Gottfried Keller

Künstler Urs Knoblauch stellt seine Werke unter dem Titel «Kultur- und Friedensethik» aus.

Die Ausstellung von Urs Knoblauch ist eine Komposition vieler Stile.
Die Ausstellung von Urs Knoblauch ist eine Komposition vieler Stile.
Paco Carrascosa

Die Ausstellung im Gottfried-Keller-Zentrum hebt sich ein wenig von den üblichen Ausstellungen ab. Es sind nicht nur gemalte Werke, welche in den alten Räumlichkeiten hängen, um die Betrachter zu erfreuen. Vielmehr sind es Kompositionen von Literatur, Malerei und Fotografie, welche zum Dialog anregen sollen. «Genauer erfassen» heisst der Übertitel der Ausstellung.

Dies wiederum ist die Botschaft, welche der 73-jährige Konzeptkünstler den Galeriebesuchern vermitteln möchte. «Die wichtigen Werte unserer Gesellschaft wie Ehrlichkeit, Vertrauen und Gemeinsamkeit sollen nicht vergessen gehen», fasst Knoblauch zusammen. So hängt über einem alten Schülerpult mit Porträt von Gottfried Keller ein Text des Schriftstellers, in welchem die Wahl seiner ersten Schule beschrieben wird. Der Wunsch seiner Mutter sei gewesen, «dass er mit den ärmsten Kindern der Stadt die frühsten Jugendjahre zubrächte und aller Kastengeist und Hochmut so im Keime erstickt würden.»

Elf besondere Gäste

Die ausgestellten Werke sind farbenfroh, erfrischend, berührend und austariert. Leuchtende Acrylfarben stehen im Kontrast zu zartem Pastell. Knoblauch zeigt aber nicht nur Textpassagen, Fotografien und Bilder zum 200. Geburtstag von Gottfried Keller. Vielmehr hat er elf weitere Personen von Bedeutung in seine Ausstellung miteinbezogen. Sie alle – von Pestalozzi, Goethe und Schiller über Tolstoi, Henry Dunant bis zu Albert Schweitzer und Albert Camus – teilten die gleichen Anliegen in Bezug auf die ethische, staatspolitische und am Gemeinwohl orientierte Gesinnung von Keller. Der Künstler zeigt auf eine Textpassage von Tschingis Aitmatow aus dem Jahre 1974 mit dem Titel «Der erste Lehrer», welche ihm sehr am Herzen liegt. «Er brachte uns alles bei, was er selber wusste, und hatte dabei eine erstaunliche Geduld. Über jeden Schüler beugte er sich und zeigte, wie man den Bleistift hält, und erklärte uns Wörter, die wir nicht verstanden.»

Dem Zeichenlehrer, der bis zu seiner Pensionierung am Gymnasium Rämibühl in Zürich tätig war, ist es ein Anliegen, über menschliche Grundwerte nachzudenken. «Die ethische Dimension soll über der technischen stehen», betont er. Ein halbes Jahr habe er gebraucht, um die Ausstellung auf die Beine zu stellen. «Die Glattfelder Bevölkerung soll stolz auf Gottfried Keller und seine ethischen Aussagen sein.»

Menschlichkeit und Bildung

In der Laudatio für den Konzeptkünstler Urs Knoblauch hält Germanist Peter Küpfer fest, dass die Menschlichkeit auch an Bildung gebunden sei. «Im Wechselspiel von Malerei, Fotografie und Literatur wird ein vertiefter Zugang zur seelischen Dimension des Menschseins verschafft.» Knoblauch habe als Zeichenlehrer und Kunstpublizist Generationen von jungen Leuten die Freude am Zeichnen weitergegeben.

Der Zürcher Urs Graf ist von einem der ausgestellten Werke so angetan, dass er es sich gleich mittels einem roten Klebepunkt sichert. Das Werk zeigt ein Foto von Beat Richner sowie ein Aquarellbild und einen Textausschnitt. «Es gibt keine Medizin für Arme und eine Medizin für Reiche, wie das viele Experten immer noch vertreten. Es gibt nur eine korrekte Medizin, und darauf hat jedes Kind Anrecht, auch das ärmste.» Die Gesamtkomposition mit Text von Beat Richner und Aquarellbild des Künstlers Urs Knoblauch spreche ihn sehr an. «Knoblauch hat Richner erfasst – in Bild, Fotografie und Text.»

Die Ausstellung «Kultur- und Friedensethik» im Gottfried-Keller-Zentrum dauert bis zum 28. April.

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