Region

Gemeinden werden von Couverts überflutet

Mehr als eine Woche vor der Abstimmung liegt die Stimmbeteiligung ausserordentlich hoch. Auf den Gemeinden freut man sich über die viele Arbeit.

Abstimmungsbriefe zuhauf: Die neun Vorlagen vom 28. Februar wecken Interesse.

Abstimmungsbriefe zuhauf: Die neun Vorlagen vom 28. Februar wecken Interesse. Bild: Archiv ZU

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Opfikon will einen Rekord brechen: «Want you to vote» versucht der streng dreinblickende Uncle Sam, die personifizierte Karikatur der USA, Stimmberechtigte auf Facebook zu motivieren. «Wenn es so weitergeht, werden wir am 28. Februar die grösste Stimmbeteiligung seit vielen Jahren haben», freut sich Ueli Bötschi, Sekretär des Wahlbüros.

Bereits gestern Morgen, gut eineinhalb Wochen nach dem Verschicken der Unterlagen, waren gut 2100 Couverts auf der Gemeinde eingetroffen. Das entspricht über 25 Prozent der Stimmberechtigten – für Opfikon, das zusammen mit Oberglatt punkto Stimmbeteiligung stets das Unterländer Schlusslicht bildet, ein super Zwischenresultat.

Schweizer Rekord erwartet

Nicht nur in Opfikon ist das Interesse an der bevorstehenden Abstimmung gross. Gemäss Recherchen der Fernsehsendung «10 vor 10» waren am Dienstag in der Stadt Zürich bereits 30 Prozent der Briefe eingetroffen; in St. Gallen waren es 24 Prozent und in Bern 23 Prozent.

Zwölf Tage vor dem Abstimmungssonntag übertrifft dies den Stand zum entsprechenden Zeitpunkt bei der sogenannten Masseneinwanderungsinitiative vor zwei Jahren. Damals erreichte die schweizweite Stimmbeteiligung mit 56,6 Prozent einen neuen Höchststand nach der EWR-Abstimmung von 1992 mit 78,7 Prozent. Der Hauptgrund für das überragende Interesse dürften vor allem die Durchsetzungsinitiative und die zweite Röhre am Gotthard sein. Beide Debatten werden sowohl von Befürwortern als auch Gegnern höchst emotional geführt.

Zwei Stunden Briefe öffnen

Weit vorne mit 27 Prozent liegen auch Dielsdorf und Dietlikon. Nachdem die stellvertretende Gemeindeschreiberin Maya Rilke am Dienstagabend «10 vor 10» geschaut hatte, zählte sie am anderen Morgen nach und stellte fest, dass auch in ihrer Gemeinde schon gegen 1300 Briefe eingetroffen waren. Ob sie deswegen mehr Stimmenzählende aufbieten muss, wird sie nächste Woche entscheiden.

Auch auf der Gemeindeverwaltung Wallisellen ist eine Lernende zurzeit jeden Tag eineinhalb bis zwei Stunden mit Couvertöffnen beschäftigt. Sie kontrolliert, ob die Stimmrechtsausweise korrekt unterschrieben sind. Der Stand lag am Mittwoch in Wallisellen ebenfalls bereits bei 27 Prozent, während es in Bülach und Embrach etwa 20 Prozent waren und in Dänikon 21 Prozent. Kloten hingegen verzeichnete gestern erst vergleichsweise bescheidene 11 Prozent.

Neues Lokal im Glattpark

Um den Rekord wie angestrebt zu brechen, scheut die Stadt Opfikon fast keinen Aufwand. «Wir sind das beste Wahlbüro nördlich des Gotthards», betont Ueli Bötschi lachend. Auch in Opfikon werden die äusseren Couverts bereits im Vorfeld geöffnet. Hat jemand vergessen, den Ausweis zu unterschreiben, schicken die Verantwortlichen die Unterlagen zurück, falls noch genügend Zeit bleibt – inklusive eines neuen, frankierten Antwortcouverts. «Wir kämpfen um jede Stimme», sagt Bötschi. Um die Stimmbeteiligung noch stärker anzukurbeln, wird die Gemeinde auch ein Inserat im Stadtanzeiger schalten. Und am Abstimmungssonntag eröffnet sie darüber hinaus ein neues Wahllokal im Glattpark. Dort gibt es für alle, die noch nach altem Brauch per Urne abstimmen, Kaffee und Gipfeli. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 18.02.2016, 20:24 Uhr

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