Glattfelden

Gemeinderat malt düstere Finanzzukunft

Die Rechnung Glattfeldens schliesst dank ausserordentlichen Steuer­einnahmen gut ab. Solche sind im nächsten Jahr aber nicht mehr zu erwarten, mahnte der Finanzvorsteher.

Dank Grundstückgewinnsteuern nahm Glattfelden Steuern in der Höhe von 3 Millionen Franken ein.

Dank Grundstückgewinnsteuern nahm Glattfelden Steuern in der Höhe von 3 Millionen Franken ein. Bild: mcp

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«Ich bin nicht glücklich mit dem Abschluss», sagte der Glattfelder Finanzvorsteher Robert Wermelinger an der Gemeindeversammlung von vergangenem Dienstag. Nun könnte man aufgrund einer solchen Aussage meinen, dass Glattfeldens Rechnung 2016 ein Minus auswies, dem war aber nicht so: Sie schloss bei einem Aufwand von 43,1 Millionen Franken und einem Ertrag von knapp 44 Millionen Franken mit einem Plus von 840 000 Franken ab. Die 40 anwesenden Stimmberechtigten (1,3 Prozent) genehmigten die Rechnung.

Wermelinger erklärte, weshalb ihn die Rechnung nicht zufriedenstellte: Mit Ausnahme von zwei Kostenstellen hätten alle anderen das Budget überschritten, diese Entwicklung mache ihm Sorgen. Der positive Abschluss sei auf ausserordentliche Steuereinnahmen zurückzuführen.

Insgesamt nahm die Gemeinde Steuern in der Höhe von 3 Millionen Franken mehr als erwartet ein, die Hälfte des Betrags ist den Grundstückgewinnsteuern zu verdanken. «Nächstes Jahr sind aber keine solchen Steuereinnahmen zu erwarten», sagte Wermelinger, «wir werden schmerzliche Abstriche machen müssen, um unsere Liquidität zu verbessern.»

Löhne nachgezahlt, Strassen saniert

Besonders hoch waren die Mehraufwendungen der Gemeinde in den Bereichen soziale Wohlfahrt (+500 000 Franken), Bildung (+320 000 Franken), Verkehr (+250 000 Franken) sowie Gesundheit und Pflegefinanzierung (+170 000 Franken). Bei der sozialen Wohlfahrt erzeugten unter anderem die gesetzliche wirtschaftliche Hilfe, die Alimentenbevorschussung oder auch die Kleinkinderbetreuungsbeiträge höhere Kosten.

Im Bereich Bildung wurde der Aufwand grösser als erwartet, weil der Kanton Lohnnachzahlungen verordnete oder auch wegen krankheitsbedingter Abwesenheiten, die mit zusätzlichem Personal überbrückt werden mussten. Im Bereich Verkehr gab die Gemeinde mehr Geld für Personal aus, weil Arbeiten an den Gemeindestrassen zu erledigen waren. Auch fiel der Unterhalt an Strassenbeleuchtung sowie Fahrzeugen und Geräten höher als erwartet aus.

Erstellt: 15.06.2017, 12:23 Uhr

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