Bachenbülach

Gratis Parkieren beim Coop – Provisorium oder Dauerzustand?

Die Parkplätze des Coop Megastores sind seit geraumer Zeit kostenlos nutzbar, obwohl sie eigentlich bewirtschaftet werden müssten. Da nun aber die entsprechende Vereinbarung ausläuft, kann wohl noch länger gratis parkiert werden.

Zurzeit ist das Parkieren auf dem weitläufigen Parkplatz des Coop Megastores in Bachenbülach kostenlos. Wie lange dieser Zustand andauern wird, steht noch nicht fest

Zurzeit ist das Parkieren auf dem weitläufigen Parkplatz des Coop Megastores in Bachenbülach kostenlos. Wie lange dieser Zustand andauern wird, steht noch nicht fest Bild: Sibylle Meier

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Vorweihnachtsverkauf, Nachweihnachtsaktion, Ausverkauf, Sommerverkauf, Herbstsparwochen – mit allerlei und fast ununterbrochenen Sonderaktionen versuchen Detailhändler und Lebensmittelgrossisten ihre Ware an die Kundschaft zu bringen.

Ein schlagkräftiges Argument ist dabei auch immer das Angebot an Parkplätzen. Diese sollen nicht nur in genügender Zahl vorhanden, sondern – noch besser – kostenlos sein. Seit jeher wirbt das Glattzentrum mit seinen Gratisparkplätzen, doch auch weiter unten im Zürcher Unterland setzt ein Einkaufszentrum auf schrankenloses Parkieren: die Parkallee in Bachenbülach, die den Kundinnen und Kunden in ihrer Tiefgarage 500 Gratis-Autoabstellflächen zur Verfügung stellt. Das Einkaufszentrum an der Grabenstrasse hat in Sachen barrierefreies Abstellen von Autos jedoch bereits seit längerer Zeit auch in dieser Beziehung Konkurrenz erhalten.

Offene Barrieren

Im Jahr 2003 wurde die damalige Waro im Bachenbülacher Industriequartier in einen Coop Megastore umgebaut. Mit dem Verkehrsclub der Schweiz (VCS) vereinbarte Coop damals, dass die Kunden für die Benützung der Parkplätze bezahlen müssen. Im Gegenzug zog der VCS seinen Rekurs gegen das Bauvorhaben zurück. Seither ist das Parkieren beim Coop gebührenpflichtig. Oder wäre es zumindest.

In den vergangenen Jahren geriet der Bachenbülacher Coop wiederholt in die Schlagzeilen, weil die Barrieren zum Parkplatz weit offen standen. Meist wurden Probleme mit dem Verkehrsfluss auf den umliegenden Strassen als Grund angeführt. Im Jahr 2017 war es jedoch die umfassende Neugestaltung der Grenzstrasse und der Umbau des Kreisels bei der Einfahrt zu den Coop-Parkplätzen zu einer Lichtsignalanlage, die es notwendig machten, den Coop-Parkplatz schrankenlos zugänglich zu machen. Nach dem Ende der Baustellenzeit gingen die Barrieren wieder runter, doch seit längerer Zeit stehen sie nun wieder offen.

Das Zusammenspiel zwischen Lichtsignalanlage und Coop-Schranken habe zu Verkehrsproblemen geführt. Zudem sei die Parkschrankenanlage defekt, lautete die Begründung. Da die Vereinbarung mit dem VCS in wenigen Tagen ausläuft, hat die Gemeinde auch nicht auf eine Instandsetzung der Barrierenanlage bestanden. Das wäre «völlig unverhältnismässig» gewesen, begründete der Bachenbülacher Gemeindepräsident Michael Biber (FDP) gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Umgestaltung Coop-Parkplatz

Die Coop-Autoabstellplätze werden wohl noch eine ganze Weile gebührenfrei bleiben. Ob und wann dies geändert wird, steht noch nicht fest. Auf Anfrage erklärte Coop-Mediensprecher Patrick Häfliger: «Die in die Jahre gekommene Anlage ist defekt und kann wegen fehlender Ersatzteile nicht repariert werden. Da die Vorgaben zur Parkplatzbewirtschaftung diesen Monat auslaufen, suchen wir das Gespräch mit der Gemeinde bezüglich Bewirtschaftung sowie Parking-Ausfahrt.»

Bisher fand dieses Gespräch jedoch noch nicht statt, wie Hans Lüssi, der Gemeindeschreiber von Bachenbülach, erklärte. Dies mag damit zusammenhängen, dass Coop den Verkehrsfluss auf seinem Parkplatz umgestalten und die dortige Tankstelle an einen anderen Ort versetzen will. Die neue Zufahrt zum Gelände wurde bereits beim Umbau der Grenzstrasse erstellt. Sie ist aber derzeit noch gesperrt. Ein konkretes Projekt sei noch nicht auf der Gemeindeverwaltung eingetroffen, sagte Lüssi. Die Parkplatzbewirtschaftung werde im Zusammenhang mit diesem Projekt diskutiert werden.

Neue Zentren mit Gebühren

Im März 2016 eröffnete der Baumarkt Jumbo seinen Neubau am alten Standort schräg vis à vis von Parkallee und Coop Megastore. Vor dem Laden hatte der Handwerkermarkt noch kostenlose Parkplätze angeboten. Das war nach dem Neubau nicht mehr zulässig, so dass seither die Parkplätze in der Tiefgarage gebührenpflichtig sind.

In den nächsten zwei Jahren werden weitere Einrichtungen mit einer grösseren Anzahl Parkplätze in unittelbarer Nähe entstehen: Zwischen Coop und Parkallee baut die P&F Immobilien AG das Rietbach-Center, das ein Hotel, Arztpraxen, Geschäftsläden und rund 50 Parkplätze enthalten soll.

Da das Baubewilligungsverfahren eben erst eingeleitet worden sei, könne man noch keine näheren Angaben zum Vorhaben machen. «Wir sind aber auch bezüglich Anzahl und Bewirtschaftung der Parkplätze flexibel und werden sämtlichen Auflagen und Empfehlungen der Baubewilligungsinstanzen nachkommen», versicherte Sebastian Kaiser von der Basler Immobilienfirma. Die Eröffnung des Rietbach-Centers ist für Herbst 2020 vorgesehen.

Bülach will Einheitslösung

Bereits bis Ende des nächsten Jahres will Aldi Suisse auf dem Gelände neben Jumbo/Manor und gegenüber des Coop Megastore eine neue Filiale bauen und ihren jetzigen Standort in der Parkallee verlassen. «Für unsere Kundinnen und Kunden werden am neuen Standort an der Weieracherstrasse gut 50 Parkplätze in der Tiefgarage zur Verfügung stehen. Die Tiefgaragenstellplätze werden von einem externen Dienstleister bewirtschaftet und sind daher nicht gebührenfrei», erklärte Aldi-Mediensprecher Philippe Vetterli auf Anfrage.

In absehbarer Zeit könnte auch der Coop Megastore die Bewirtschaftung seines rund 500 Felder umfassenden Parkplatzes wieder aufnehmen. Damit wären gerade auch im Hinblick auf die gebührenpflichtigen Parkplätze des nur einige Steinwürfe entfernten Einkaufszentrums Bülach Süd gleich lange Spiesse geschaffen. Das ist auch ein Anliegen des Stadtrats von Bülach, der in dieser Angelegenheit das Gespräch mit den Bachenbülacher Behörden suchen will, wie Stadtrat Hanspeter Lienhart (SP) gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte. Auch diese Gespräche hätten noch nicht stattgefunden, bestätigte Gemeindeschreiber Lüssi.

Erstellt: 28.12.2018, 13:35 Uhr

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