Glattal

Megaprojekte locken die Massen an

Am Montagabend sind in Bassersdorf erstmals alle derzeit angedachten Ideen für den Ausbau von Strasse und Schiene im mittleren Glattal vorgestellt worden. Vieles erscheint sinnvoll, doch eine unangenehme Überraschung gibts dennoch.

Rund 500 Interessierte lauschten in der Bassersdorfer BXA-Sportanlage den Ausführungen der Vertreter von Bund, Kanton und Gemeinden.

Rund 500 Interessierte lauschten in der Bassersdorfer BXA-Sportanlage den Ausführungen der Vertreter von Bund, Kanton und Gemeinden. Bild: cwü

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Bund, Kanton und drei Gemeinden haben gerufen und rund 500 Leute sind gekommen: Derangekündigte Ausbau der Bahn- und Strasseninfrastruktur in der Region stösst auf ein grosses Interesse in der Bevölkerung. Behörden, Planer und Politiker haben in der Bassersdorfer BXA-Sportanlage ebenfalls mit einem Grossaufgebot aufgewartet. Sie präsentierten erstmals in voller Breite alle momentan vorliegenden Ideen für die mobile Zukunft in der Region. Der engere Fokus wurde dabei auf das Dreieck zwischen den Gemeinden Bassersdorf, Dietlikon und Wangen-Brüttisellen gelegt.

Während das Bundesamt für Verkehr (BAV) und die SBB mit ihren Studien und Vorbereitungen für ein neues Brüttenertunnel-Projekt schon weit fortgeschritten sind, präsentierte sich das Bundesamt für Strassen (Astra) noch in einem weniger konkreten Planungsstadium. Dennoch müssen die beiden riesigen Infrastrukturprojekte des Bundes genau aufeinander abgestimmt werden. Denn die Vorhaben konkurrieren sich aufgrund des Platzbedarfs im dicht besiedelten Gebiet stark. Ebenso stellt die angepeilte Linienführung von Autobahn und Eisenbahn einige technische Herausforderungen an die Planer.

Hinzu kommen ein grosser finanzieller Aufwand, der zu weiteren Herausforderungen führt und Politik sowie Bevölkerung herausfordern wird. Allein die SBB rechnen mit Investitionskosten von total 2,4 Milliarden Franken. Aktuell hat das BAV die SBB beauftragt, mit der konkreten Vorplanung für den Netzausbau und den Brüttenertunnel zu beginnen.

Verkehrsentlastung für Bassersdorf

Während in Bassersdorf und Brüttisellen die Schreckensszenarien abgewendet werden konnten und man mit den bisherigen Vorabklärungen und Vereinbarungen leben kann, ist man in Dietlikon alles andere als zufrieden. Dort hat das BAV nämlich eine neue Brückenkonstruktion zur Entflechtung der Gleise direkt am südlichen Ortsrand zu Wallisellen vorgegeben im Planungsauftrag an die SBB. „Das werden wir nie akzeptieren“, liess Dietlikons Gemeindepräsidentin Edith Zuber (SVP) verlauten.

Die ebenfalls vorgestellte Entlastungsautobahn zwischen dem Rastplatz Baltenswil und dem Nordringanschluss in Glattbrugg lässt die Gemeindepräsidentin von Wangen-Brüttisellen Marlies Dürst (parteilos) wieder besser schlafen. Dies weil man am nördlichen Rand von Brüttisellen mit einem sogenannten Trasseetausch eine gute Lösung gefunden habe. Zudem soll die Autobahn schon früh, vor dem Siedlungsgebiet, unter dem Boden verlaufen. Allerdings ist man in dieser Planung noch nicht so weit fortgeschritten wie die Bahn. Astra-Vertreter Martin Tinguely sprach denn auch von einer Inbetriebnahme der neuen Glattalautobahn „nicht vor 2040“.

„Das werden wir nie akzeptieren.“Edith Zuber (SVP), Gemeindepräsidentin Dietlikon

Schon in absehbarer Zeit dürfte hingegen Bassersdorf eine mehr oder minder grosse Verkehrsentlastung erfahren. Dann nämlich wenn es gelingen sollte auf kantonaler Ebene, die wegen des Brüttenertunnelbaus sowieso nötigen Strassenverlegungen mit dem Bau einer Verbindungsstrasse Richtung Flughafen – südlich ums Dorf herum zu ergänzen.

Bis dahin wird noch viel Koordinationsarbeit erfolgen müssen zwischen den beiden involvierten Bundesämtern, zwei kantonalen Direktionen mit deren angehängten Ämtern und den drei Gemeinden, die nun voll im Fokus des verkehrstechnischen Infrastrukturausbaus der nächsten Jahrzehnte stehen. Alle Unterlagen, die an der öffentlichen Informationsveranstaltung in Bassersdorf gezeigt wurden, sind auch im Netz auf den Websites der Gemeinden Bassersdorf, Dietlikon und Wangen-Brüttisellen zu finden.

(Zürcher Regionalzeitungen)

Erstellt: 07.11.2017, 13:50 Uhr

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