Kloten

Bauboom beschert Kloten neuen Bürokomplex

In nächster Nähe zum Flughafen entsteht bald ein weiteres grosses Geschäftszentrum. Ein lokaler Investor plant Büroflächen für über 1000 Angestellte.

Die Baubewilligung für diesen neuen Bürokomplex liegt vor. Er soll auf dem Parkplatz an der Klotener Obstgartenstrasse (vorne) zu liegen kommen.

Die Baubewilligung für diesen neuen Bürokomplex liegt vor. Er soll auf dem Parkplatz an der Klotener Obstgartenstrasse (vorne) zu liegen kommen. Bild: Burgring AG

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In Kloten tut sich Erstaunliches. In direkter Flughafennähe werden Immobilienprojekte von beeindruckender Grösse vorangetrieben. Auf der grössten Hochbaustelle der Schweiz wächst am Butzenbüel derzeit das vielgepriesene Circle-Projekt halbrund über die Zu- und Wegfahrtsspuren des Flughafens.

Und nun steht kaum einen Kilometer Luftlinie entfernt bereits das nächste Grossprojekt in einer entscheidenden Phase. Dabei ist der Markt für Büro- und Geschäftshäuser grundsätzlich gesättigt, wie Branchenkenner stets ausführen. Nichtsdestotrotz steht die Unterländer Immobilienfirma Burgring AG kurz vor dem Vermarktungsstart ihres neusten Vorhabens mit der Bezeichnung «Westgate».

Derzeit laufen noch einige Vorbereitungen dazu, wie es heisst. Nach den Sommerferien will man beginnen. In den letzten fünf Jahren hat das Glattbrugger Unternehmen still und leise ein eigenes Projekt mit drei grossen kubischen Baukörpern und einer Nutzfläche von über 20000 Quadratmetern entwickelt und bis zur Baureife optimiert.

Schon im Februar 2014 hatte das Klotener Stadtparlament einstimmig seinen Segen zum Gestaltungsplan «Brüel» gegeben, was eine solch grossformatige Überbauung an der vorgesehenen Stelle überhaupt erst ermöglicht. Inzwischen liegt auch das Baugesuch vor und einem Baustart stünde an sich nichts mehr im Weg.

Aber Christian Spötl, verantwortlicher Projektentwickler sagt: «Es sollten 50 Prozent vermietet sein, bevor wir mit der Umsetzung beginnen.» So weit ist man aber noch nicht. «Wir haben erste Anfragen für Flächen bis 1000 Quadratmeter erhalten.» Und auch die Nachfrage nach grösseren zusammenhängenden Büroflächen sei durchaus vorhanden, ist man sich sicher.

Glattbrugger Firmainvestiert rund 70 Millionen

Der reine Businesskomplex Westgate soll auf dem heutigen Parkplatz zwischen der Obstgartenstrasse und der Autobahn A51, nur wenige Meter von der Klotener Wilden-Mann-Kreuzung entfernt, zu stehen kommen. In direkter Nachbarschaft zum Swiss-Hauptsitz könnte somit in absehbarer Zeit ein fünfstöckiges Dienstleistungsgebäude mit zwei Untergeschossen entstehen.

^ Auf dem grossen Parkplatz beim Swiss-Hauptsitz soll ein neues Konferenz- und Bürozentrum gebaut werden

Darin enthalten ist auch ein Konferenzzentrum mit einem Versammlungsraum für rund 300 Personen, erklärt der Projektentwickler. Insgesamt rechnet er mit einer Investitionssumme von 70 Millionen Franken. Auf dem Areal dürften rund 1300 neue Arbeitsplätze angesiedelt werden. Das ist zwar vergleichsweise wenig gegenüber den rund 6000 Jobs, die im Circle dereinst Platz finden sollen, aber dennoch viel, wenn man bedenkt, dass in der näheren Umgebung aktuell so manche Immobilienfirma um Mieter buhlt.

Martin Bernhard, Head Research beim Schweizer Ableger der amerikanischen Immobilienberatungsfirma JLL, äusserte sich vor wenigen Wochen gegenüber der Handelszeitung zum Thema: «Die Büroleerstände in Zürich-Oerlikon, Opfikon, Kloten und Wallisellen liegen gewichtet bei rund 12 Prozent.»

Angesichts einer massgeblichen Ausweitung des Angebots durch The Circle, stelle dies eine Lage dar, die «herausfordernd» sei. So kommt der Forschungsleiter zum Schluss, dass für grössere neue Projekte daher kaum Investoren zu finden sein dürften.

Am Sitz der Burgring AG in Glattbrugg gibt man sich jedenfalls zuversichtlich, schliesslich muss man keine Investoren für den Bau von Westgate suchen, man ist ja selbst Investor und gewillt zu bauen. Daher ist das Team auch vom eigenen Angebot in Kloten überzeugt. «Wir sehen uns nicht als Konkurrenz für The Circle», sagt Spötl. Man baue in einer anderen Liga, womit er vor allem meint, dass die Büroflächen im Westgate günstiger sein werden.

Shoppingcenter von der Politik bewusst verhindert

Was ihn so selbstsicher auftreten lässt, ist ausserdem das Wissen um den Standort so nah am Flughafen: Die Erreichbarkeit des Areals ist schon heute sehr gut gegeben und mit der Glattalbahnverlängerung wird die Erschliessung in wenigen Jahren sogar noch deutlich attraktiver werden. Zumal die erste Station der Stadtbahn nach der Fracht direkt neben dem neuen Geschäftshaus vorgesehen ist. «Dann sind wir nur einen Stopp vom Flughafen entfernt», frohlockt der Projektentwickler.

«Alle, die nicht unbedingt direkt am Flughafen sein müssen, aber trotzdem nah dran sein wollen, sind bei uns richtig.»

Als mögliche Klienten hat man nationale und internationale Unternehmen im Fokus. Spötl beschreibt es so: «Alle, die nicht unbedingt direkt am Flughafen sein müssen, aber trotzdem nah dran sein wollen, sind bei uns richtig.» Überzeugen will man potenzielle Firmen auch mit einem fortschrittlichen Energiekonzept.

So sei der projektierte Bau mit dem internationalen Leed-Label der Stufe Gold zertifiziert worden. «Ein Muss für die Vermarktung im Ausland», sagt der Verantwortliche. Das Zertifikat entspricht dem hiesigen Minergie-P-Standard. Geheizt und gekühlt wird mit Grundwasser, während auf dem Dach eine Photovoltaikanlage zu stehen kommt.

Shopping und Detailhandel ist im Westgate-Projekt nicht eingeplant. Solchen Angeboten hatte die Politik im Rahmen des Gestaltungsplans einen Riegel geschoben. Läden sind zwar nicht total verboten, aber auf eine jeweilige Verkaufsfläche von je 400 Quadratmetern beschränkt. Damit wollte man bewusst das Stadtzentrum stärken und verhindern, dass sich zwischen Autobahn und Stadtzentrum ein neues Einkaufsgebiet ansiedelt.

Dies ist Kloten insofern gelungen, als dass in einem anderen Grossprojekt – nämlich wie erhofft am Stadtplatz – sich nun auch Coop nebst der Migros endlich mit einer für Kloten genügend grossen Filiale niederlässt. Bislang ist der Grossverteiler nämlich nur mit einer winzigen Verkaufsstelle am Wilden Mann präsent in der mittlerweile über 20000 Einwohner zählenden Stadt.

Fällt der Bauentscheid,dauerts drei Jahre bis fertig

Wann auf dem bisherigen Parkplatz am Stadtrand der Westgate-Komplex Form annehmen wird, ist im Gegensatz zum Bauprojekt am Stadtplatz noch nicht klar. «Wir haben nicht so einen Druck, da wir fürs eigene Portfolio bauen. Deshalb können wir uns genügend Zeit lassen», sagt Projektentwickler Spötl.

Erste Priorität habe im Moment die Fertigstellung eines Hotels gleich nebenan, das die Glattbrugger Burgring für die Leonardo Hotel Gruppe aus Israel baut. Danach liegt der Fokus auf der anderen Strassenseite, also auf dem derzeit brach liegenden Parkplatz. Rund zweieinhalb bis drei Jahre nachdem der definitive Bauentscheid gefällt wird, soll Westgate dann fertig sein.

Erstellt: 16.07.2019, 18:12 Uhr

Leonardo Hotel bald fertig

Unter dem Projektnamen Westgate hat die Glattbrugger Immobilienfirma Burgring AG bereits ein Hotel gebaut. An der Ecke Obstgarten- und Flughofstrasse in Kloten wird ab Anfang 2020 ein Leonardo Hotel der Fattal Gruppe einziehen.

Das israelische Unternehmen betreibt mit dem Leonardo Boutique Hotel Rigihof und dem Alden Suite Hotel Splügenschloss in Zürich bereits zwei Hotels in der Schweiz.

Mit dem dritten Haus will man nun verstärkt Geschäfts-, aber auch Ferienreisende direkt am Flughafen ansprechen. In Kloten wird das neue Leonardo Hotel mit 116 Zimmern in harter Konkurrenz zur Hyatt Gruppe stehen, die im Circle gleich zwei Dependenzen mit 550 Zimmern eröffnet.

Unmittelbar am Flughafen ist bereits seit 2008 die Hotelkette Radisson vertreten.

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