Flughafen

Grüne wollen Kraken für Flugprognosen

In einer durchaus ernsten Anfrage an den Regierungsrat sparen drei grüne Kantonsräte nicht mit Seitenhieben gegen die bisherigen Flugprognosen.

Im WM-Halbfinal 2010 sagte Krake Paul die Niederlage des Heimteams gegen den späteren Weltmeister Spanien voraus. Paul sollte bei allen acht seiner Tipps Recht behalten. Für die Grünen ist - augenzwinkernd - klar: Ein Nachfahre der Orakel-Krake würde die Flugbewegungen besser voraussagen können, als die Firma Intraplan, welche bisher falsch lag.

Im WM-Halbfinal 2010 sagte Krake Paul die Niederlage des Heimteams gegen den späteren Weltmeister Spanien voraus. Paul sollte bei allen acht seiner Tipps Recht behalten. Für die Grünen ist - augenzwinkernd - klar: Ein Nachfahre der Orakel-Krake würde die Flugbewegungen besser voraussagen können, als die Firma Intraplan, welche bisher falsch lag.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Der letzte Woche vom Bundesrat vorgestellte Luftfahrtpolitische Bericht (Lupo) 2016 hat bei den Grünen für einige Fragen gesorgt. Im Mittelpunkt einer Anfrage an den Regierungsrat stehen für Robert Brunner (Steinmaur), Max Homberger (Wetzikon) und Regula Kaeser-Stöckli (Kloten) die Kapazitätsziele, welche der Bundesrat dem Flughafen Zürich künftig vorschreiben will. Noch ist nicht klar, wann und wie diese Ziele einfliessen werden und was der Bund genau vorschreibt. Gemäss dem Bundesamt für Zivilluftfahrt (Bazl) sollen die Ziele im Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) festgelegt werden, wobei dieser demnächst teilweise überarbeitet werden soll. Der genaue Zeitpunkt steht nicht fest.

Intraplan-Voraussage erwies sich als falsch

Die angekündigten Kapazitätsziele sorgen trotzdem bereits für Stirnrunzeln bei den Grünen, weil diese sich auf die Prognosen der Firma Intraplan abstützen sollen. Diese hätten bisher noch nie ein auch nur annähernd zutreffendes Wachstum prognostiziert, monieren die Grünen. Problematisch dabei: Orientieren sich die Ziele des Bundesrats an den zu hohen Flugbewegungsprognosen, ermöglicht das einen Ausbau der Kapazitäten und Infrastrukturen auf Vorrat.

Im Jahr 2005 hat die deutsche Firma Intraplan noch mit einer Zunahme der Flugbewegungen um jährlich knapp drei Prozent gerechnet. Am Flughafen Zürich würde das für 2015 eine Zahl von rund 330'000 Flügen pro Jahr bedeuten. Es waren tatsächlich nur 265'000 und somit sogar 2300 Flüge weniger als noch im Jahr 2005.

Ein Blick in die Statistik zeigt: Seit 2003 stagniert die Anzahl Flugbewegungen in Kloten zwischen 260'000 (im Jahr 2006) und 280'000 (2011), das prognostizierte Wachstum blieb komplett aus. Trotz einer Zunahme der Passagierzahlen um über 50%, von 17 auf über 26 Millionen. Grund dafür sind grössere Flugzeuge und eine weit bessere Auslastung, als sich das Intraplan gedacht hatte. Die Deutschen gehen in neueren Studien trotzdem wieder von einem Wachstum von 2 bis 3 Prozent aus, womit es in Kloten bis 2020 knapp 300'000 Flüge geben soll.

Orakel-Krake hatte 100% richtige Tipps

Grund genug für die Grünen, Intraplan nicht mehr zu vertrauen. Sie fordern vom Regierungsrat, dass dieser sich beim Bund für eine zuverlässigere Firma stark machen soll, welche zutreffendere Prognosen macht. Der Kanton könnte anhand der Flottenpolitik der Swiss auch eigene Voraussagen machen und diese dem Bund übermitteln.

Oder, und das wäre für die Grünen immer noch die bessere Lösung als weiterhin Intraplan zu vertrauen, man könnte einen Nachfahren der deutschen Krake Paul anschaffen, also jenes Fussball-Orakels, welches an der WM 2010 weltweit für Schlagzeilen sorgte. Die Krake Paul traf während der Fussball-WM in Deutschland acht Voraussagen - die sieben Spiele der Deutschen sowie das Final Holland-Spanien - und lag achtmal goldrichtig. Kurz nach der WM verstarb die Orakel-Krake. Die mit einem Augenzwinkern übermittelte Hoffnung der Grünen wäre, dass ein Nachfahre Pauls die Flugbewegungen immer noch besser voraussagen würde als Intraplan.

Geht Kapazitätssteigerung über Lärmschutz?

Neben der Kapazität interessieren sich die Grünen auch für die Abgrenzungslinie, weil die Sicherheit gegenüber dem Lärmschutz Vorrang habe und eine Kapazitätssteigerung angestrebt werde. Auch die Einstellung des Regierungsrats zum Lupo im Zusammenhang mit dem darin nur am Rande erwähnten Staatsvertrag mit Deutschland wollen die Grünen erklärt haben. ()

Erstellt: 03.03.2016, 15:45 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Bonus-Angebote

Bonus-Angebote

Alle Bonus-Angebote im Überblick.