Höri

Haftstrafen wegen Cannabis-Anbaus

Drei Männer haben im Herbst 2013 in Höri im grossen Stil Cannabis angebaut und verkauft. Heute wurden sie vom Bezirksgericht Bülach verurteilt.

Das Bezirksgericht Bülach verurteilte drei Männer, die in grossem Stil Cannabis angebaut haben.

Das Bezirksgericht Bülach verurteilte drei Männer, die in grossem Stil Cannabis angebaut haben. Bild: Archiv ZU

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Einen Fund in diesem Ausmass hatte die Polizei nicht erwartet, als sie im Oktober 2013 einen Keller im Höremer Industriegebiet durchsuchte. Gut versteckt hinter einer Gipswand entdeckten die Einsatzkräfte über 2'200 erntereife Cannabispflanzen, mehr als 2'000 Jungpflanzen und gut 1'800 Setzlinge.

Wie sich später herausstellte, hatten die Beschuldigten bis zum Zeitpunkt der Durchsuchung bereits fünf Mal geerntet. Mit dem geernteten Cannabis erzeugten sie insgesamt 127,5 Kilogramm Marihuana, welches sie für 7 Franken pro Gramm verkauften. Sie erwirtschafteten so einen Gesamterlös von knapp 900'000 Franken.

Nur einer war geständig

Ende Februar standen drei Männer vor dem Bülacher Bezirksgericht, die verdächtigt wurden, die Hanfplantage in Höri betrieben und mit Marihuana gehandelt zu haben: ein 50-jähriger Aussendienstmitarbeiter aus Italien, ein 51-jähriger Techniker mit iranischen Wurzeln sowie ein 40-jähriger Gipsermonteur aus der Türkei. Zu einer Verurteilung kam es jedoch nicht.

Grösstenteils geständig war damals einzig der Gipsermonteur. Im Gegensatz zu den anderen zwei Männern ist er als einziger nicht vorbestraft. Für ihn wurde eine bedingte Haftstrafe von 18 Monaten gefordert. Eine härtere Strafe forderte die Staatsanwaltschaft für die anderen beiden Männer: 30 Monate für den Aussendienstmitarbeiter und 24 Monate für den Techniker.

Zwei müssen ins Gefängnis

Heute verkündete das Bezirksgericht Bülach das Urteil. Mit je neun Monaten Gefängnis fiel es für den Aussendienstmitarbeiter und den Techniker deutlich milder aus als von der Staatsanwaltschaft gefordert. Dies vor allem deshalb, weil den vorbestraften Männern keine Mittäterschaft nachgewiesen werden konnte. Zwar gebe es Beweise, die auf eine mehrfache Gehilfenschaft hinweisen, erklärte der Richter. So hat etwa ein weiterer Beteiligter, der bereits in einem anderen Verfahren verurteilt wurde, ausgesagt, dass die zwei Männer beim Aufstellen der Gipswände mitgeholfen und bei mindestens einer Ernte anwesend gewesen seien. Und der Techniker hatte zugegeben, bei der Abfallentsorgung mitangepackt zu haben. Doch das Gericht kam zum Schluss, dass der Gipsermonteur den Betrieb der Hanfanlage auch alleine hätte bewerkstelligen können.

Das Bezirksgericht betrachtet denn auch den 40-Jährigen als Haupttäter. Aufgrund der grossen Menge sichergestellter Cannabispflanzen und dem hohen Erlös sei von gewebsmässigem Handel auszugehen, sagte der Richter. Wie von der Staatsanwaltschaft gefordert, erhält der Gipsermonteur eine bedingte Freiheitsstrafe von 18 Monaten, zwei davon wegen Gewaltdarstellungen und Pornografie.

Erstellt: 08.03.2016, 12:39 Uhr

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