Embrach

Herzliche Suppe mit Schlangenbrot

Einmal im Monat findet der Pergola-Treff in Embrach statt. Die Idee ist der Austausch der Flüchtlinge aus dem Durchgangszentrum und der Einheimischen bei gemütlich-fröhlichem Beisammensein am offenen Feuer.

Ein Kommen und Gehen ist es am Pergola-Treffen in Embrach. Für Flüchtlinge bietet das Picknick am Feuer eine Kontaktmöglichkeit.

Ein Kommen und Gehen ist es am Pergola-Treffen in Embrach. Für Flüchtlinge bietet das Picknick am Feuer eine Kontaktmöglichkeit. Bild: Alexandra Hofer

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Hanna Brauchli aus Rorbas konnte den Gedanken, etwas tun zu müssen in dieser Zeit der Flüchtlingskrise, nicht mehr loslassen. So gründete sie im November 2015 im Embrachertal eine Gruppe, in der freiwillige Frauen und Männer aus Rorbas, Embrach und Umgebung in Zusammenarbeit mit dem Durchgangszentrum verschiedene Anlässe für und mit den Flüchtlingen organisieren.

«An unserem ersten Anlass feierten wir Silvester mit einigen Flüchtlingen zusammen», erinnert sich Hanna Brauchli. Es gehe vor allem auch um die Unterstützung im Alltag. So sind neben den monatlichen Treffen in der Pergola weitere Vorhaben wie zum Beispiel Ausflüge nach Bülach, um die ÖV-Nutzung kennen zu lernen oder für Gesprächsgruppen, um die Deutschkenntnisse zu verbessern, bereits in Planung. Zudem wurde von Franz Zürcher und Andy Altorfer eine Jogging-Gruppe organisiert, die jeden Samstag eine Runde dreht. «Letztes Mal zählten wir etwa 15 junge Männer», erzählt Franz Zürcher.

Ein Weg zum Helfen

Die Hühnchen-Gemüse-Suppe brodelt über der heissen Glut des Feuers, während die Kinder freudig ihre Würste braten und die Schlangenbrote knusprig werden lassen. Zu diesem zweiten Pergola-Treffen am vergangenen Donnerstag hat Anam die Suppe vorbereitet, eine Spezialität aus ihrer Heimat Kuwait. «Ich melde mich noch bei dir, ob ich morgen zum Gemüsehändler mitkomme, ist das gut?», fragt Eden, eine junge Eritreerin. Es hat sich ergeben, dass Anam und Eden des Öfteren mit Hanna Brauchli zum Gemüseeinkauf mitgehen. Diese weitere Kontaktmöglichkeit schätzen die beiden Frauen sehr.

Ein Geben und Nehmen

Um 30 bis 40 Frauen, Männer und Kinder aus Afghanistan, Eritrea, Äthiopien und Syrien kommen in der Pergola zusammen. Dabei sind Sprachen von Arabisch, Dari und Amharisch bis hin zu Deutsch und Englisch zu hören. «Das Feuer ist ein sehr schöner Treffpunkt, so kommen die Leute zum Reden», sagt Susanne Dätwyler, Kirchenpflegepräsidentin der reformierten Kirche Rorbas-Freienstein-Teufen, die sich ebenfalls in der freiwilligen Gruppe von Hanna Brauchli engagiert. Durch den gesamten Abend hindurch werden die Anwesenden mit köstlichen Spezialitäten verwöhnt, zum Beispiel mit selbst gebackenem Brot aus Eritrea.

Hanna Brauchli und ihre Gruppe tun gerne etwas für die Flüchtlinge. «Die Herzlichkeit dieser Menschen beeindruckt mich immer wieder», erzählt die Organisatorin. Durch die intensive Zusammenarbeit erfährt sie viel über die verschiedenen Länder und die einzelnen Schicksale. Brauchli weiss, dass jeder Mensch eine eigene, sehr persönliche Geschichte zu erzählen hat. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 18.03.2016, 17:05 Uhr

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