Rorbas

«Ich möchte den Namen Rorbas in die Welt hinaustragen»

Die Rorbaser Kunstmalerin Valentyna Protsak bereitet zurzeit ihre nächste Ausstellung vor. Sie präsentiert ihre Bilder in internationalen Galerien und schätzt als Ausgleich das Landleben im Unterländer Dorf.

In ihrem Atelier restaurierte Valentyna Protsak ein Holzschiff, das sie in einem Brocki erwarb und gestaltete es künstlerisch aus. Die Selbstporträts sind mit Acryl auf Leinwand gemalt und drücken den Lebensstil der Künstlerin aus.

In ihrem Atelier restaurierte Valentyna Protsak ein Holzschiff, das sie in einem Brocki erwarb und gestaltete es künstlerisch aus. Die Selbstporträts sind mit Acryl auf Leinwand gemalt und drücken den Lebensstil der Künstlerin aus. Bild: Balz Murer

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Momentan ist Kunstmalerin Valentyna Protsak in ihrem Atelier in Zürich damit beschäftigt, die Bilder für die demnächst beginnende Ausstellung in der Stadt Zug zu verpacken. Zudem nimmt sie sich Zeit, um organisatorische Dinge zu erledigen. Ihre Bilder stellt Protsak in der Schweiz sowie bisher in Galerien in Monaco, Berlin und Nizza aus.

Geboren und aufgewachsen ist die 31-Jährige in Kiew, der Haupstadt der Ukraine. Ihre Familie hatte keinen näheren Bezug zur Kunst. Die kleine Valentyna malte aber bereits als Kind gerne und beschäftigte sich mit künstlerischen Dingen. Die Eltern unterstützten den Werdegang des Mädchens, wofür sie ihnen heute dankbar ist.

Mit ihrer Mutter, die einen Schweizer heiratete, wanderte sie als Teenager in die Schweiz aus. An der Luzerner Hochschule der Künste schloss Protsak das Studium für Kunst und Vermittlung ab. «Es ist mir ein tiefes Bedürfnis, die Kunst den Menschen näherzubringen, das gehört zu meinem Selbstverständnis als Künstlerin», sagt Protsak. Nebst ihrem Studium arbeitete sie am Theater Luzern, wo sie für das Bühnenbild verantwortlich war.

Die eigene Vernissage verpasst

Vor elf Jahren hatte die Nachwuchskünstlerin ihre erste Ausstellung «Young at Art» im Zürcher Seefeld beim Galeristen Pius Müller. «Ich hatte keine Ahnung, wie eine Ausstellung abläuft und worauf es ankommt», erinnert sich Protsak. «Unerfahren wie ich war, verpasste ich meine eigene Vernissage.» Heute kann sie über diesen Fauxpas lachen, denn ihre Bilder kamen beim Publikum gut an. Die Kunstliebhaberinnen und -liebhaber kauften ihre Werke. Der erste Schritt in die Öffentlichkeit war gelungen. «Dies zu erleben, machte mich sehr glücklich und verschaffte mir einen starken Motivationsschub», sagt Protsak.

Seit fünf Jahren nimmt die Malerin nun keine Nebenjobs mehr an, da sie sich gänzlich auf die zeitgenössische Malerei konzentrieren möchte. Sie beschloss, dass ihre Werke keine brotlose Kunst sein sollen. «Ich war und bin vom Gedanken beseelt, von der Malerei leben zu können», sagt die 31-Jährige. Ihr Mut und ihre Entschlossenheit zeigten Früchte, nach und nach bekam ihr Name in der Kunstszene einen Klang. Es folgten Ausstellungen in Monaco, in Berlin und immer wieder in der Schweiz. Zu den Käufern ihrer Bilder gehören Kunstsammler und private Personen, die sie für ein Werk beauftragen. Kürzlich durfte sie für eine Bündner Gemeinde ein Bild zum Thema «Männergespräche» malen. «Echte Kunst ist eine Ansage und keine Dekoration», stellt sie klar. Es gebe Kunden, die in den Gemälden Investitionsobjekte sehen, verrät sie.

Bewusste Trennung von Privatem und der Arbeit

Valentyna Protsaks Bilder sind grossflächige Werke, drücken eine positive Lebenshaltung aus und zeigen oft Szenen, die am Wasser spielen. Sie malt am liebsten mit Öl oder Acryl auf Leinwand. Lifestyle ist ein wiederkehrendes Thema in ihren Werken. Die Inspiration holt sie sich oftmals bei Spaziergängen an ihrem Wohnort Rorbas, wo sie seit fünf Jahren lebt. «Ich liebe das kleine Dorf», sagt sie. Die Umgebung, das Freibad, das viele Grün und die plätschernde Töss geben ihr Ruhe, Abstand und Inspiration.

Die Trennung von Privatem und der Arbeit im Atelier macht sie bewusst. «In meinem Atelier in der Stadt befasse ich mich mit dem Malen, bin ohne Ablenkung und kann meinen Gedanken freien Lauf lassen.» Dort empfängt sie Besucherinnen und Besucher, die ausschliesslich mit ihrer Arbeit zu tun haben.

«Unerfahren wie ich war, verpasste ich meine eigene Vernissage.»

Ihre Bilder entstehen ganz unterschiedlich. «Manchmal fliessen die Pinselstriche aus mir heraus, und es gelingt gleich beim erste Mal, was ich mir vorstelle. An anderen Tagen verändere ich meine Arbeit immer wieder.» Ihre Ansprüche sind hoch, sie gibt sich nie ganz zufrieden und will sich stets weiterentwickeln.

Vor wenigen Wochen erhielt Valentyna Protsak das Bürgerrecht von Rorbas. Dafür sei sie dankbar und auch ein bisschen stolz. «Mit meiner Arbeit möchte ich die Schweiz repräsentieren und den Namen Rorbas in die Welt hinaustragen.» Sie selber fühlt sich als Schweizerin und Kosmopolitin. «Mein Beruf führt mich oft in andere Länder, aber die Schweiz ist mein Zuhause.» Nach Kiew reist sie gelegentlich, um ihren Vater und Freunde zu besuchen. Mit ihren modernen Werken will die Rorbaserin bleibende Werte schaffen. Sie wünscht sich, dass ihr Name auch den kommenden Generationen ein Begriff sein wird.

Erstellt: 19.07.2019, 13:49 Uhr

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Ihre nächste Ausstellung findet von August bis Oktober in der Heroes Group Private Gallery in Zug statt. Die Heroes Group bietet zukunftsweisende Blockchain Technologien an, ist spezialisiert auf digitales Marketing und vereint in den futuristischen Büros attraktive Arbeitsplätze und topmoderne Produktionsstudios sowie eine avantgardistische Kunstgalerie.

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