Firmenporträt

Im Glattpark wird grenzenlos erfunden

Bei der Quo AG sind Ideen gefragt. Das Unternehmen im Glattpark entwickelt neue oder verbesserte Produkte für Kundschaft verschiedenster Branchen – von der Futterpellets-Presse über ein Messsystem am Flughafen bis zur Salatverpackung für Coop oder einem akkulosen Fusswärmer.

Die Quo AG entwickelt Ideenoder verbessert Produkte wie diese Salatverpackung für Coop, die Geschäftsführer Walter Weiler hier präsentiert.

Die Quo AG entwickelt Ideenoder verbessert Produkte wie diese Salatverpackung für Coop, die Geschäftsführer Walter Weiler hier präsentiert. Bild: Quo AG

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Die Schweiz gehört zu den technisch hochentwickelten Nationen. Qualität ist hierzulande kein Lippenbekenntnis, sondern Standard. Dieser ist im Kampf um Marktanteile aber nicht immer von Vorteil. «Die Produktionskosten sind in der Schweiz hoch und die Volumina klein. Viele Unternehmen können ihre Produkte deshalb nicht über den Preis von ihren Mitbewerbern differenzieren», erklärt Walter Weiler, Geschäftsführer der Quo AG einleitend.

Billigkonkurrenz aus dem Ausland, der starke Franken sowie die aktuell unsichere Marktsituation machen einheimischen Unternehmen das Leben schwer. In solchen Situationen sind neue Lösungen gefragt oder müssen bestehende Leistungen optimiert werden. «Viele Firmen sind in den letzten Jahren auf Effizienz getrimmt worden. Doch so gingen auch Freiräume verloren, die es für mutige Innovationen braucht.

Andererseits verfügen Start-ups oder KMUs vielfach nicht über die notwendigen Ressourcen, eigene Entwicklungsabteilungen zu betreiben. Weil eine Innovation schnell auf den Markt kommen muss, ist oft auch die Zeit zu knapp, um das Knowhow intern aufzubauen. Genau da kommen wir ins Spiel», sagt Weiler. Die Quo AG im Glattpark ist für andere kreativ, sie entwickelt Ideen oder verbessert Produkte.

Quo ging 2014 aus der im Jahr 2000 gegründeten awtec hervor, die vorwiegend als Engineering-Partner für die Maschinenindustrie tätig war. Nach und nach erfolgte die Entwicklung zum branchenübergreifenden Innovationsdienstleister. Für den Flughafen Zürich entwickelte Quo beispielsweise ein neues Messsystem für die automatisierte unterirdische Gepäckverteilung.

Der Kaffeemaschinenhersteller Franke benützt ein Quo-Modul für die Erzeugung von perfektem Milchschaum. In den Verkaufsläden des Kleider- und Accessoire-Anbieters Freitag sorgt ein modulares Regalsystem für eine übersichtliche Präsentation der Produkte. Der Dachziegelhersteller ZZ Wancor kann dank einer Quo-Optimierung bei der Produktion den Materialeinsatz reduzieren und damit Kosten und Energie sparen.

Über 400 Innovationen

Quo hat bisher über 400 Innovationsprojekte in über 20 Branchen entwickelt, dies mit aktuell 24 Mitarbeitern. Damit dies möglich ist, müssen Firma und Angestellte bereit sein, über Grenzen hinaus zu denken. Walter Weiler, selber diplomierter Werkstoff-Ingenieur ETH mit MBA, sagt: «Routine gibt es bei uns nicht. Wer bei Quo arbeitet, muss sich vielen Herausforderungen stellen.

Genau das macht unsere Tätigkeit interessant.» Die Firma beschäftigt Leute mit Hochschulabschluss in Maschinenbau, Materialwissenschaften, Elektro- und Verfahrenstechnik, Kons-trukteure mit Fachhochschulstudium, Industriedesigner, Mechaniker und Physiklaboranten.

Weiler ist sich sicher, dass Quo den Kunden Mehrwert bringt. «Das allgemeine Bedürfnis nach mehr Effizienz öffnet die Lücke für eine neue Herangehensweise.» Viele Firmen hätten selber Ideen für Innovationen oder Verbesserungen, benötigten dann aber Unterstützung, um diese umzusetzen. «Da unser Unternehmen nicht produkt- oder prozessgebunden ist, gehen wir mit einem freien Blick von aussen an die Lösungsentwicklung heran.»

Weiler nennt ein aktuelles Beispiel. Das Start-up-Unternehmen Wafe Technology in Ottenbach ZH arbeitete an einem neuartigen Fusswärmer, der ohne Elektronik auskommt, fand aber die entscheidende Lösung nicht. Die Spezialisten von Quo entwickelten einen speziellen Polyurethanschaum, der einen Teil der kinetischen Energie beim Gehen direkt in Wärme umwandelt. Resultat war die akkulose Wärmesohle «chili-feet». «Der Kunde kam mit einer Studie zu uns, die zeigte, dass dies nicht funktioniert. Wir haben ihm das Gegenteil bewiesen», sagt Weiler mit einem Schmunzeln.

Die Wärmesohle ist nur einer der Erfindungen, auf die der Geschäftsführer nicht ohne Stolz blickt. Auf die Frage, welche Quo-Entwicklungen er als bahnbrechend ansieht, erwähnt er beispielsweise ein Deckensystem, das Raumakustik und Raumtemperierung vereint. Dieses kommt unter anderen in den Credit-Suisse-Towers in Zürich Oerlikon oder dem Greentower der Deutschen Bank in Frankfurt zur Anwendung. Oder eine neue Futterpellets-Presse mit Direktantrieb.

Diese ist wartungsfreundlicher und ermöglicht eine Energieeinsparung von bis zu 30 Prozent. Für einen Hersteller von Raumduftsystemen entwickelte die Quo AG ein neues Duftsystem für BMW. Der bayrische Automobilhersteller war so begeistert, dass die patentierte Erfindung inzwischen von BMW als fester Bestandteil in den Zubehörshop übernommen wurde.

Zu erwähnen gibt es auch noch die Zusammenarbeit mit dem Schweizer Grossverteiler Coop. Die Einweg-Salatverpackung, in der die Zutaten vor dem Verzehr vermischt werden können, stiess bei der Kundschaft wegen Handhabung und Abfall auf Kritik. Quo fand eine Lösung, die am Ende 30 Prozent Material einspart, für den Mischprozess geschüttelt werden kann und ein Drittel der Transporte einspart. Coop und Quo haben für diese Weiterentwicklung drei Auszeichnungen erhalten. «Für uns ist Technik wichtig, aber auch Design und Wirtschaftlichkeit», bringt Weiler die Firmenphilosophie auf deinen Punkt.

Neue Arbeitsmodelle

Auch intern lebt das Unternehmen nach modernen Prinzipien. Ende Anfang Oktober zog die Quo AG an die Alpenstrasse im Glattpark um. «Hier können wir unsere Bedürfnisse auf einer Etage verwirklichen, denken und produzieren, es gibt Kreativ- und Ruhezonen, die Wege sind kurz», sagt Weiler. Ähnlich wie bei den US-Grossfirmen Google oder Facebook steht nicht der Einzelne, sondern der Prozess im Vordergrund. «Wir haben feste und flexible Arbeitsplätze, das gleiche gilt für die Arbeitszeiten.»

Neu bietet Quo auch Workshops an, um Kundenbeziehungen zu vertiefen und neue Unternehmen von ihrer Arbeitsweise zu überzeugen. Ausserdem versucht das Glattparker Unternehmen, vermehrt im süddeutschen Raum aktiv zu werden. Denn, so Walter Weiler abschliessend: «Es gibt noch viele Firmen, die von Quo profitieren können.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.12.2016, 15:59 Uhr

Infobox

www.quo.ch

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