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Im Kanton Zürich brennen rund 30 Grills pro Jahr

Am Sonntag kam es an der Bülacher Kaffeestrasse zu einem Balkonbrand. Die Bewohner hatten mit Gas grilliert. 3- bis 5-mal jährlich verursacht der Grillspass einen Brand – allein in Bülach. Eine genaue Statistik gibt es nicht.

Warum der Gasgrill auf diesem Balkon an der Kaffeestrasse am Sonntag in Flammen aufging, wird noch abgeklärt. Ein Einzelfall ist es nicht. Dass ein Grillbrand aber das Gebäude in Mitleidenschaft zieht, ist eher selten.
Warum der Gasgrill auf diesem Balkon an der Kaffeestrasse am Sonntag in Flammen aufging, wird noch abgeklärt. Ein Einzelfall ist es nicht. Dass ein Grillbrand aber das Gebäude in Mitleidenschaft zieht, ist eher selten.
Thomas Münzel

Für die Stützpunktfeuerwehr Bülach ist der Einsatz vom vergangenen Sonntagabend kein seltener Fall: Balkonbrand nach Grillabend. Verletzte gab es keine, es entstand Sachschaden. «Viereinhalb Minuten nachdem der Alarm um 19.08 Uhr eingegangen war, sind wir ausgefahren», sagt der stellvertretende Kommandant Guido Manser. 26 Feuerwehrleute haben im Einsatz gestanden.

Betroffen war eine Wohnung im zweiten Stock eines vierstöckigen Mehrfamilienhauses. Der Gasgrill habe so starke Hitze entwickelt, dass das Aluminium an der Balkonbrüstung geschmolzen sei; indessen habe verhindert werden können, dass das Feuer auf andere Geschosse übergreift. Gemäss Manser hatte das nicht zuletzt damit zu tun, dass es sich um ein Gebäude jüngeren Baujahres handelt. «Da spüren wir dann wieder, dass neuere Häuser durch den verwendeten Baustoff über einen besseren baulichen Brandschutz verfügen als alte Gebäude.» Es sei schlicht weniger brennbares Material vorhanden, «abgesehen von Sonnenstoren oder sonstigen Dingen, die auf dem Balkon stehen».

Statistiken fehlen

Die genaue Brandursache wird derzeit noch abgeklärt. Dass bei Balkonbränden aber ein Grill mit Gas-Flasche involviert ist, vermochte die Bülacher Feuerwehrmannen wohl nicht zu erstaunen. «Wir haben pro Jahr in Bülach drei bis fünf Fälle von Bränden, die im Zusammenhang mit Grilladen stehen», sagt Manser. Allerdings sei nicht immer Gas im Spiel. «Das kann auch passieren, weil jemand die Asche in einem Plastikeimer entsorgen will, oder weil gesammeltes Fett im Grillbehälter Feuer fängt.»

Angenommen, der Kanton Zürich würde sich bezüglich Fahrlässigkeit in Sachen Grillabend so wie Bülach verhalten, käme man anhand der Wohnungseinheiten auf über 430 Grillbrände im Jahr. Doch das deckt sich bei weitem nicht mit den Zahlen der kantonalen Gebäudeversicherung (GVZ). Dort führt man zwar keine eigentliche Grill-Brand-Statistik, aber: «Wenn wir unsere Erhebungen vernünftig hochrechnen, dann sind wir bei etwa 30 Fällen pro Jahr», sagt GVZ-Mediensprecherin Kirstin Steyer. Demnach aber müsste die Stadt Bülach durchschnittlich alle drei Jahre einen Fall haben – und nicht drei pro Jahr. Steyer erklärt sich die grosse Diskrepanz der Fallzahlen damit, dass die GVZ nur diejenigen Grillbrände registriert, in denen ein Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine Ortsfeuerwehr müsse aber auch dann ausrücken, «wenn bloss das Tischtuch angesengt wird». Fackelt an der Feuerstelle im Freien etwas ab, ist erst Recht selten ein Gebäude in der Nähe.

Gasgrill ist unverbietbar

Im Zusammenhang mit Grillbränden wird immer wieder die Frage nach der Rechtsgrundlage für Grilladen auf Balkonien aufgeworfen.Der Anzahl von Fachartikeln auf der Webseite des Mieterverbands nach zu urteilen, ist das Thema ein regelrechter Klassiker. «Weitgehend unbestritten ist heutzutage, dass ein generelles Grillverbot auf dem Balkon nicht haltbar ist», schreibt der Verband. Als Freipass, seine Nachbarn einzuräuchern, sei das aber nicht zu verstehen. «Mieter haben eine Rücksichtspflicht. Verstossen sie dagegen, kann der Vermieter einschreiten. Mieter, die sich durch übermässigen Grillrauch gestört fühlen, können das von ihm sogar verlangen.»

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