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In Rümlang kann man schon bald Wasserstoff tanken

Die Avia-Tankstelle im Industriequartier Riedmatt erhält im Sommer eine Wasserstofftanksäule.

Hier entsteht die Tanksäule.
Hier entsteht die Tanksäule.
Paco Carrascosa

Die Schweiz will bis 2050 auf fossile Energieträger verzichten – kein Wunder, dass der Anteil an Autos mit Alternativantrieben auf Schweizer Strassen stetig steigt. Auto Schweiz, die Vereinigung der offiziellen Automobil-Importeure, geht davon aus, dass sogenannte Steckerfahrzeuge bis Ende dieses Jahres einen Anteil von zehn Prozent am Neuwagenmarkt erreichen werden.

Die Infrastruktur dafür muss jedoch erst geschaffen werden. Gerade für Wasserstoffautos gibt es schweizweit erst zwei Tankstationen: Die erste öffentlich zugängliche Wasserstoff-Tankstelle wurde von Coop 2016 im aargauischen Hunzenschwil eröffnet. Eine weitere Säule steht in Dübendorf bei der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) – für die Nutzung dieser Wasserstoff-Tankstelle müssen sich Kundinnen und Kunden allerdings zuvor bei der Empa registrieren.

Nun prescht das Unternehmen Avia vor: Noch diesen Sommer wird sie in Rümlang, im Industriequartier Riedmatt, eine Wasserstofftanksäule aufbauen. Sie kommt direkt neben dem Tanksäulen für Diesel und Benzin zu stehen und kostet rund 1,5 Millionen Franken. Das sei eine Investition in die Zukunft, auch wenn der grosse Ansturm mindestens zu Beginn ausbleiben wird, sagt Armin Schnellmann, Geschäftsleitungsmitglied bei Avia Osterwalder Zürich. Man stelle jetzt die Weichen, da der Anteil fossiler Brennstoffe bereits sinke.

Schnellmann haltet Rümlang für einen idealen Standort für das Vorhaben: «Aufgrund der Nähe zur Autobahn und der der vielen Transportunternehmen, die hier ansässig sind, ist Rümlang sehr gut geeignet.»

Lastwagen machen Anfang

Die Avia-Tankstelle bedient zwar vor allem Lastwagen – Personenwagen können grundsätzlich aber genauso betankt werden. Und: Der Durchbruch der Wasserstofftechnologie wird ohnehin zuerst bei LKWs erwartet. So hält der «Rümlanger» weiter fest, dass die Firma Camion Transport AG plant, im vierten Jahresquartal zwei Wasserstofffahrzeuge in Betrieb zu nehmen; in zwei Jahren dürften es schon zehn solche Lastwagen sein.

Im Anlagenbau wird Avia von der Opfiker Firma H2 Energy AG unterstützt. Sie erbringt Dienstleistungen in den Bereichen erneuerbare Energien und Wasserstofftechnologie und entwickelt wie verkauft mitunter Energieträger und Wasserstofftechnologien.

Lang dürfte die Wasserstofftanksäule in Rümlang freilich nicht allein stehen – jedenfalls, wenn es nach dem Förderverein H2energy geht. Dieser hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2023 ein flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen zu errichten. Mit dabei sind unter anderem die Agrola AG, die Avia Vereinigung, Coop, Coop Mineraloel AG sowie die fenaco Genossenschaft. Diese Gründerinnen und Gründer des Fördervereins wollen zu Beginn auf ihr eigenes Tankstellennetz setzen.

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