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Ins Mittelalter eintauchen

Wo im April der Böög in die Luft fliegt, kämpfen dieses Wochenende Ritter gegeneinander. Der erste Mittelaltermarkt versetzt die Gemeinde in eine vergangene Zeit, ohne Plastikplanen und hoffentlich auch ohne Einwegbecher.

In etwa so könnte es am Wochenende in Bassersdorf zu und her gehen. Auch Ritter haben ihren Auftritt am Mittelalterfest.
In etwa so könnte es am Wochenende in Bassersdorf zu und her gehen. Auch Ritter haben ihren Auftritt am Mittelalterfest.
Keystone

Ein Schaukampf von Rittern, Armbrustschiessen, ein Bogenschützenturnier und Musik von Koenix gibt es am ersten Mittelaltermarkt in Bassersdorf, – oder um den alten Namen der Ortschaft zu nehmen, in Basselstorff. Von Freitagabend bis und mit Sonntag versetzen die Organisatoren, die Mittelaltergilde Basselstorff, die Gemeinde in eine lange vergangen Zeit.

Seit gestern sind die Vereinsmitglieder auf dem Gelände am Aufbau. Der Mittelaltermarkt verteilt sich auf der Sächsilüütewiese, auf dem Platz vor dem alten Schulhaus sowie auf dem Gelände bei der alten Sagi. Am Donnerstag erwarten die Organisatoren die Lieferung der Zelte, ausserdem müssen sie die Absperrungen und die Wegweiser aufstellen. Tagsüber sind sie etwa zu zehnt daran, auf den Abend sind rund doppelt so viele Helferinnen und Helfer vor Ort.

Am Anlass, der am Freitag um 17 Uhr eröffnet wird, packen dann 45 Personen von der Gilde sowie rund 30 von anderen Vereinen mit an. Ihre Aufgaben werden sein, den Gästen Parkplätze zuzuweisen, Getränke zu sevieren oder Aufräumearbeiten zu erledigen.

Bereits seit etwa 14 Tagen ist die Basselstorffer Gilde daran, alles vorzubereiten. «Wir haben Wegweiser und Preisschilder gemalt und das Eingangsportal gebaut», berichtet Vereinspräsident Werner «Helmi» Hermann.

So wenig Abfall am Markt wie möglich

Ein besonderes Anliegen ist den Organisatoren, an ihrem Anlass möglichst wenig Abfall zu produzieren: So wollen sie zum Beispiel statt Einwegbechern Tonkrüge für die Getränke verwenden. Doch ob dies funktionieren wird, ist noch ungewiss: «Die Krüge hängen im Moment noch am Zoll fest. Ich bin aber zuversichtlich, dass wir sie noch rechtzeitig bekommen», sagt der Vereinspräsident am Mittwochmorgen. Ein weiterer Punkt bei diesem Konzept ist, dass alles, was kann, kompostiert werden soll.

Statt Plastikplanen für die Sponsoren haben die Basselstorffer ausserdem selber Fahnen bemalt, was auch besser in die Zeit passt.

Gasfreundschaft für die mittelalterlichen Musiker

Für das Oberhaupt der Gilde, Werner Hermann, ist der Höhepunkt des Mittelaltermarktes die Musik der Gruppe Koenix: «Das ist meine Lieblingsband und ich freue mich sehr, dass sie bei uns in Bassersdorf spielt.» Nach den Auftritten übernachten die 7 Barden auch gleich bei Hermann zuhause. «Ich habe sie für das Konzert angefragt und sie haben als Scherz gesagt, dass sie nur dort übernachten, wo es einen Whirlpool gibt.»

Aus dem Witz wurde rasch Ernst: Da Hermann selbst einen kleinen Whirlpool hat, nächtigen die Herren von Koenix bei ihm statt in einem Hotel. Die Gastfreundschaft hat noch eine weitere positive Auswirkung: «So können wir auch noch Kosten einsparen», bemerkt Hermann.

Den Grossteil des Budgets, das nach Angaben der Organisatoren rund 35 000 Franken beträgt, ist durch Sponsoring zusammen gekommen. «Die Gemeinde hat uns auch unterstützt und hat sich unter anderem an der Bühne und am Kasperlitheater, das am Sonntagnachmittag stattfindet, beteiligt», erklärt Hermann. Das Ziel der Verwantwortlichen sei es, am Markt rund 20 000 Franken einzunehmen.

Bei den Rittern im Heerlager übernachten

Während die Musiker beim Vereinspräsidenten schlafen, haben die Gäste die Möglichkeit, bei den Rittern im Heerlager zu übernachten: «Sie bieten acht Schlafplätze an, davon ist erst einer vergeben», weiss Hermann. Wer sich für Ritter und Heerlager interessiert oder gar selber mal dort mitmachen möchte, hat also dieses Wochenende eine gute Gelegenheit, dort für einen Unkostenbeitrag von rund 20 Franken im mittelalterliche Stile zu nächtigen.

Am Sonntagmorgen findet auf der Bühne ausserdem ein ökumenischer Gottesdienst statt. «Das habe ich an einem Mittelaltermarkt noch nie gesehen. Da die Kirche aber zu dieser Zeit wichtig war, finde ich das lässig», sagt Hermann.

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