Wallisellen

Je 12 Millionen für die Pflicht und die Kür

Die Eissportanlage Wallisellen samt Restaurant muss saniert werden. Das möchte der Gemeinderat nutzen, um gleichzeitig das Eisfeld zu überdachen und die Sportanlage aufzuwerten. Beide Vorhaben zusammen kosten 24,6 Millionen Franken.

Die geplante Überdachung des Eisfelds. Die darauf vorgesehene Fotovoltaikanlage soll übers Jahr mehr Strom liefern, als auf der Anlage verbraucht wird. Visualisierung: PD

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Nach nur zwei Monaten muss das Walliseller Stimmvolk gleich über den zweiten «grossen Brocken» befinden. Ende September hat es deutlich Ja gesagt zum 40-Millionen-Kredit für die Sanierung und Erweiterung des Gemeindehauses. Am 25. November geht es um 24,6 Millionen Franken (siehe Kasten). Diese möchte der Gemeinderat für das Sport- und Erholungszentrum und das Restaurant Spöde einsetzen.

Angesichts dieser Summe müsse­ man mit Opposition rechnen, sagte Gemeinderat Tobias Meier Kern (die Mitte), als er das Projekt am Dienstag den Vereinsvertretern vorstellte. Da im «Winter World» aber ohnehin saniert­ werden müsse, würde sich die grosse Chance der gleichzeitigen Aufwertung bieten.

Sanierung muss sein

Die Walliseller Eissportanlage wurde 1969 erbaut. Die technischen Einrichtungen haben ihre Lebens­dauer erreicht oder überschritten. Um den Winterbetrieb weiterhin zu gewährleisten, hat der Gemeinderat 8 Millionen Fran­ken für die nötigsten Sanierungsarbeiten als gebundene Ausgabe beschlossen «Dieses Geld müssen wir ausgeben. Sonst laufen wir Gefahr, die Kälte­anlage in einem bis fünf Jahren abstellen zu müssen», sagt Meier Kern. Zwingend seien auch die 4,3 Millionen Franken für eine neue Lüftungsanlage und die Küche des Restaurants Spöde.

Die Kreditvorlage von 12,2 Millionen Franken, über die das Volk an der Urne befinden muss, umfasst im Wesentlichen die Überdachung des Eisfeldes sowie die Modernisierung der Garderoben und Nebenräume. Im September 2017 hat die Gemeindeversammlung einen Projektierungskredit von 360 000 Franken für die Erweiterung und Überdachung der Eisfeldanlage genehmigt (Aus­gabe vom 27. September 2017).

Trocken und grosszügiger

Das nun ausgearbeitete Vorprojekt sieht auf diesem Dach eine Solar­anlage vor. Die sanierungsbedürftige Tribüne wird ersetzt und angehoben. Darunter entsteht Platz für eine unbeheizte, gedeckte Einlaufbahn samt Weitsprunggrube und drei neue Garderoben. Insgesamt sind auf der Anlage 13 neue und grössere Garderoben für Teams vorgesehen – denn, so heisst es in der Weisung des Gemeinderates: «Die heu­tigen Garderoben entsprechen den modernen hygienischen Anfor­derungen kaum mehr, und sie berücksichtigen die Bedürfnisse weiblicher Sporttreibenden nicht.» Die Anzahl der Nutzer und vor allem Nutzerinnen des Sportzentrums nimmt stetig zu. So trainieren beim FC Wallisellen heute 500 Junioren und Juniorinnen. Vor 20 Jahren waren es noch 100. Neben Fussball, Eishockey, Eiskunstlauf und Leichtathletik wird das Sportzentrum zunehmend auch für Triathlon-Trainings genutzt. Meier Kern versprach aber auch den sportlich weniger Ambitionierten einen Mehrwert: «Sie bekommen ein Restaurant, in dem man sich gerne trifft.» Ausserdem sei vorgesehen, unter dem neuen Dach im Sommer Fitnessgeräte für ­alle Generationen zu installieren, speziell auch für Senioren.

Das Ja des Stimmvolkes vor­aus­gesetzt, würden die Arbeiten etappiert in den Sommersaisons 2020 und 2021 ausgeführt und wären voraussichtlich mit Beginn der Wintersaison 2021 abgeschlossen. Im Sommer 2020 müss­ten die Garderoben in Containern untergebracht werden.

«Für uns wäre die Eisfeld­überdachung natürlich eine gute Sache», sagt Raymond Ponato, Präsident des Eishockeyclubs Wallisellen. Sein Verein verliere heute viele Kinder an Nachbarvereine, bei denen man im Trockenen trainieren könne. Beim Fussballclub erhofft man sich vor allem­ auch eine Entspannung der Garderobensituation.

RPK empfiehlt Ablehnung

Ein Selbstläufer dürfte das Projekt aber nicht werden, zumal die Rechnungsprüfungskommission Ablehnung empfiehlt. Sie kritisiert unter anderem das fehlende Park- und Verkehrskonzept. Ausserdem sei der Zinssatz für die Fremdfinanzierung zu tief angesetzt.

Meier Kern zeigte sich derweil überzeugt, dass die Annahme der Vorlage keine Auswirkungen auf den Steuerfuss haben wird. Und auch die Subventionen an die Betrei­berin Sportanlagen AG blieben gleich, versicherte der Finanz­vorstand. Gegen wie viel Opposition die Vorlage antreten muss, wird sich am 25. Oktober zeigen. Dann findet die öffent­liche Informationsveranstaltung des Gemeinderates zur Vorlage statt. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 06.10.2018, 10:57 Uhr

Die Kosten

Die Kosten für das Gesamtvor­ha­ben belaufen sich auf rund 24,6 Millionen Franken. Der Gemeinderat Wallisellen kann über 12,4 Millionen Franken als gebun­dene Ausgaben in eigener Kompetenz entscheiden: 8 Millionen Franken für die nötigsten Sanierungsarbeiten bei der Eissportanlage sowie 4,3 Millionen für die Sanierung des Restaurants Spöde.

Das Stimmvolk wird am 25. November an der Urne zusätzlich über einen Kredit von 12,2 Millionen befinden: 11,6 Millionen Franken für die Aus­gestaltung der Eissportanlage sowie 640 000 Franken für die Steigerung der Attraktivität des Restau­rants Spöde. Die Gesamt­investition für die Sanierung der Eissportanlage und die Überdachung des Eisfeldes beläuft sich damit auf rund 20 Millionen Franken. Die Sanierung und Modernisie­rung des Restaurants Spöde schlägt mit 5 Millionen zu Buche. dsh

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