Opfikon

Jeder kann ein Künstler sein

Menschen mit kognitiven oder psychischen Handicaps haben Blachen für die Kunst-Bauwand im Glattpark bemalt. Am Freitag war Vernissage im katholischen Kirchgemeindehaus.

Die Künstler des Instituts St.?Michael, zusammen mit ihrem Betreuer und den Verantwortlichen von Insos Zürich (von links): Lara Jacoby,  Maya Graf-Seelhofer (Insos), Jeannine Fivian, Daniel Frei (Insos-Präsident), Raphael Aerne, Jolanda Lötscher (Insos-Geschäftsleiterin) Joel Bärtschi,  Betreuer, und Jurica Kristic.

Die Künstler des Instituts St.?Michael, zusammen mit ihrem Betreuer und den Verantwortlichen von Insos Zürich (von links): Lara Jacoby, Maya Graf-Seelhofer (Insos), Jeannine Fivian, Daniel Frei (Insos-Präsident), Raphael Aerne, Jolanda Lötscher (Insos-Geschäftsleiterin) Joel Bärtschi, Betreuer, und Jurica Kristic. Bild: Barbara Stotz Würgler

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das Projekt Kunst-Bauwand Glattpark geht in die nächste Runde: Am Freitagabend wurde zum zweiten Mal Vernissage zu einer Sonderausstellung gefeiert. Im katholischen Kirchgemeindehaus Glattbrugg zeigen 60 nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler bis am 8. Juli ihre Originalwerke. Danach werden die Bilder als gedruckte Blachen an der Kunst-Bauwand im Glattpark zu sehen sein. Dort hängen seit dem März bereits rund 100 Werke. Zuvor waren die Originale im Dorf-Träff und ebenfalls im ­katholischen Kirchgemeindehaus Glattbrugg zu sehen.

Blachen bereitgestellt

Initiantinnen des Projekts sind Stefanie Seiler und ihre Tochter Sara Haslacher. Sie waren es auch, die Insos Zürich, dem kantonalen Branchenverband der Institutionen für Menschen mit Behinderungen, leere Blachen zum Gestalten zur Verfügung gestellt haben. Insos war im Zusammenhang mit seinem 90-Jahr-Jubiläum auf der Suche nach Flächen im öffentlichen Raum, auf denen sie Kunstwerke zeigen können.

«In der Kunst sieht man die Beeinträchtigung nicht», erläutert Maya Graf-Seelhofer die Idee, Bilder von Menschen mit einem psychischen Handicap auszustellen. Bewohnerinnen und Bewohner der Vereinigung Heilpädagogisches Institut St. Michael in Bäretswil haben eine Blache gestaltet. Ebenfalls ein Gemeinschaftswerk ist das andere Bild des Vereins Drahtzug in Zürich. Dort finden psychisch Beeinträchtigte eine Beschäftigungsmöglichkeit.

Vermischung zweier Welten

Daniel Frei, SP-Kantonsrat aus Niederhasli und Präsident von Insos Zürich, lobte in seiner Ansprache den Mut der Initiantinnen zur Zusammenarbeit. «Dies hat für uns einen hohen symbolischen Wert», sagte er. Es sei auch ein Beispiel für Inklusion, der Vermischung der Welt der Behinderten mit derjenigen der Nichtbehinderten. «Es geht darum, das Gemeinsame zu suchen – und nicht das Trennende zu finden.»

Die Kunst-Bauwand von Stefanie Seiler und Sara Haslacher hat mittlerweile bis nach Zürich expandiert: An einer Baustellenabgrenzung in der Nähe des Kunsthauses hängen seit einem Monat 25 Kunstblachen.


Die Sonderausstellung Zeitgenössische Kunst zum Thema Begegnung im katholischen Kirchgemeindehaus, Wallisellerstrasse 20 in Glattbrugg, dauert bis am 8. Juli.
Öffnungszeiten:
Montag und Freitag 9 bis 11 Uhr
Dienstag 7 bis 11 Uhr / 13.30 bis 16.30 Uhr / 19 bis 21 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 9 bis 11 Uhr / 13.30 bis 16.30 Uhr
Samstag und Sonntag geschlossen.

Erstellt: 12.06.2016, 19:45 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Blogs

Michèle & Friends Midlife-Crisis? Nehm ich!

Von Kopf bis Fuss Diese Frau erinnert sich an alles