Regensdorf

Kanton stellt Surfpark ein ungenügendes Zwischenzeugnis aus

In seiner Vorprüfung stuft der Kanton das Projekt Surfpark als nicht genehmigunsfähig ein. Fünf Tage vor der entscheidenden Gemeindeversammlung relativiert Gemeindepräsident Max Walter: Mehrere Punkte seien bereits bereinigt.

So soll der geplante Surfsee in Regensdorf dereinst aussehen – wenn er denn Realität wird.

So soll der geplante Surfsee in Regensdorf dereinst aussehen – wenn er denn Realität wird. Bild: Visualisierung pd

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Seit Wochen duellieren sich Gegner und Befürworter des geplanten Surfparks in den Leserbriefspalten. Auch das Podium vergangene Woche lockte mehr als 200 Interessierte nach Regensdorf – und tatsächlich brachte es für die meisten Anwesenden einen neuen Fakt auf den Tisch: Der Kanton stuft das Projekt in seiner Vorprüfung als «nicht rechtmässig und somit als nicht genehmigungsfähig» ein.

«Die Vorprüfung ist ein Thema, das von manchen Gegnern unverhältnismässig aufgebauscht wird», sagt Gemeindepräsident Max Walter auf Anfrage. Es sei völlig normal, dass im Rahmen einer Vorprüfung gewisse Aspekte bemängelt würden. «Nur weil etwas als nicht genehmigungsfähig eingestuft wird, heisst das nicht, dass das Projekt an sich nicht genehmigt werden kann. Es bedeutet lediglich, dass einzelne Punkte angepasst werden müssen.» Der Gemeinderat habe vor rund einem Monat davon erfahren. «Die in der Vorprüfung genannten Vorgaben haben wir überarbeitet. Sie sind bereits in die Vorlage für das Projekt eingeflossen.» Die Schwachstellen seien bereinigt.

Hier soll der Surfpark gebaut werden (Quelle: Google MyMaps)

Konkret hatte der Kanton in seiner Vorprüfung darauf hingewiesen, dass die Beschreibung der Anlage zu vage sei, um direkt das nötige Baugesuch zu bewilligen. Viele Punkte wie die Auswirkung auf das Landschaftsbild, die Standortevaluation oder das Mobilitätskonzept müssten detaillierter ausgearbeitet werden. Er empfiehlt deshalb eine Gestaltungsplanpflicht. «Das ist sicher vernünftig und pragmatisch», sagt Walter dazu.

Kritisiert wird auch der Planungsperimeter. Denn bei der Festsetzung des regionalen Richtplans ist eine Unklarheit entstanden. Zwar wurde der Bedarf von zusätzlichen 7,7 Hektaren Erholungsgebiet im Wisacher ausgewiesen, in der dazugehörigen Karte umfasst die Fläche aber nur rund 6 Hektaren. «Ein Strich ist falsch», erklärt Walter. «Das wäre grundsätzlich kein Problem, da Einträge im regionalen Richtplan nicht parzellenscharf sind. Aber wir wollen auf Nummer sicher gehen.» Die Gemeinde habe die nötige Korrektur deshalb bereits beantragt und vom Vorstand der Zürcher Planungsgruppe Furttal grünes Licht für den Antrag an die Delegiertenversammlung erhalten.

Vorprüfung ist freiwillig

Für den ehemaligen SVP-Kantons- und Gemeinderat Hans Frei, der das Thema Vorprüfung am Podium aufgebracht hatte, ist der negative Bericht des Kantons ein klares Zeichen. Er sieht eine zweite Vorprüfung als angezeigt und zwar bevor ein Gestaltungsplan erarbeitet wird. «Der jetzt eingeschlagene Weg kann nicht erfolgreich sein», sagt er.

Anders sieht das Max Walter. Seiner Meinung nach wird der Vorprüfung zu viel Gewicht beigemessen. «Die Vorprüfung ist kein abschliessendes Urteil.» Zudem sei sie freiwillig. «Wir erachten diesen Schritt aber als wichtig, weil er die Stolpersteine eines Projekts aufzeigt und man diese dann bereinigen kann.» Für die Bevölkerung hingegen sei dieses «Pingpong auf Verwaltungsebene» irrelevant: «Das Stimmvolk muss entscheiden, ob es den Park will oder nicht. Wie das Projekt dann gesetzeskonform umgesetzt werden kann, das ist unsere Aufgabe.»

Am Montagabend zeigt sich, wie die Bevölkerung dazu steht. Dann entscheidet sie über die Umzonung der Gebiete Wisacher und Leematten – und damit über die Grundvoraussetzung für den Surfpark. Gibt es ein Ja, so ist der Projektverfasser – der Verein Waveup – am Zug und muss den Gestaltungsplan erarbeiten.

Erstellt: 19.03.2019, 18:00 Uhr

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