Bülach

Geld für Ausbau auf vier Spuren ist gesprochen

Um den täglichen Stau im Hardwald nördlich Bülachs zu lösen, hat sich der Kantonsrat am Montag mit 103:59 Stimmen für eine Mini-Autobahn durch den Wald ausgesprochen.

Dank dem Ausbau auf vier Spuren soll der Verkehr im Bülacher Hardwald künftig besser fliessen.

Dank dem Ausbau auf vier Spuren soll der Verkehr im Bülacher Hardwald künftig besser fliessen. Bild: Visualisierung Tiefbauamt Kanton Zürich

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Jeden Tag staut sich der Verkehr im Hardwald nördlich von Bülach. Der Zürcher Kantonsrat hat sich am Montag mit 103:59 Stimmen dafür ausgesprochen, die Strasse von zwei auf vier Spuren zu verbreitern, den Kreisel am nördlichen Ende abzusenken und darüber eine Brücke zu bauen.

Seit seiner Kindheit warte er auf diesen Entscheid, sagte Matthias Hauser (SVP, Hüntwangen). Schon als er mit den Eltern von Hüntwangen zur Grossmutter in Bülach gefahren sei, habe man mit Stau im Hardwald rechnen müssen. Manchmal sei man in elf Minuten angekommen, manchmal habe man 45 Minuten gebraucht. Das war in den 1980er-Jahren. Seither hat sich die Situation zugespitzt.

Die kantonsrätliche Kommission für Planung und Bau (KPB) präsentierte einen Vorschlag, der eine vierspurige, richtungs getrennte Strasse vorsieht. Der Kreisel Chrützstrasse nördlich des Hardwalds soll abgesenkt und von einer Brücke überspannt werden.

Eine Fussgängerpasserelle und eine Wildwechselbrücke über die Miniautobahn gehören zum Projekt. Der Bau soll voraussichtlich 94 Millionen Franken kosten. Der Radweg, der heute neben der Strasse verläuft, verschwindet und wird mit einer neuen Streckenführung ersetzt.

27'000 Fahrzeuge täglich

27'000 Fahrzeuge verkehren jeden Werktag auf der Schaffhauserstrasse durch den Hardwald. Täglich staut sich der Verkehr zwischen dem Autobahnende Bülach Nord und dem Kreisel Chrützstrasse.

Die Strasse sei chronisch überlastet, und es komme immer wieder zu schweren Unfällen sagte Christian Müller (FDP, Steinmaur). Die Kapazitätssteigerung, da waren sich die Befürworter einig, sei nicht die Lösung. Um den Stau aufzulösen, müsse in naher Zukunft auch die Umfahrung Eglisau umgesetzt werden.

Doch dies ist kaum zu erwarten: Das Hochrheingebiet zwischen Bodensee und Basel ist im Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) unter Schutz gestellt.

Eine neue Brücke für die Umfahrung Eglisau würde laut Eidgenössischer Natur- und Heimatschutzkommission (ENHK) wie ein Riegel wirken. Aufgrund eines ENHK-Gutachtens ist die Umfahrung kaum bewilligungsfähig.

Der Ausbau der Hardwaldstrecke führe zu einer Zeitersparnis von fünf Minuten, hatte Thomas Wirth (GLP, Hombrechtikon) ausgerechnet. Das sorge für eine Attraktivitätssteigerung des Rafzerfelds. «Doch in diesem Gebiet will der Kanton ein geringes Wachstum haben», sagte Wirth. Mehr Bewohner des Rafzerfelds würden ausserdem später wieder zu Stau im Hardwald führen.

Martin Neukom (Grüne, Winterthur) doppelte nach und sagte: «Die Hardwaldautobahn fördert die Zersiedelung und den Einkaufstourismus.» Er stellte den Antrag, bei zwei Spuren zu bleiben und trotzdem den Wildübergang zu bauen. Der Antrag wurde mit 99:60 Stimmen abgelehnt.

Die Ratslinke war ähnlicher Ansicht. Jonas Erni (SP, Wädenswil) sprach sich für eine zweispurige Strasse aus, die zur Hebung der Sicherheit mit Mittelleitplanken versehen werden solle. Eine Kapazitätssteigerung löse die Verkehrsprobleme nicht, denn eine Schnellstrasse durch den Hardwald führe zu einer Zunahme der Pendlerströme nach Zürich von Norden her.

Diese Argumente verhallten wirkungslos. Der Kantonsrat nahm die Pläne für den Ausbau der Schaffhauserstrasse an. (mst/sda)

Erstellt: 29.05.2017, 16:16 Uhr

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