Flughafen

20 Kindernotfälle pro Tag in der Circle-Permanence

Im Klotener Circle wird es eine Permanence für Kinder geben. Das Unispital hat dafür 210 Quadratmeter seiner Mietfläche ans Kinderspital Zürich untervermietet. Das Angebot für Patienten bis ins Alter von 16 Jahren soll ab 2020 bestehen.

In Kloten entsteht derzeit der Gebäudekomplex «The Circle»: Das Zürcher Kinderspital will hier eine Permanence einrichten.

In Kloten entsteht derzeit der Gebäudekomplex «The Circle»: Das Zürcher Kinderspital will hier eine Permanence einrichten. Bild: Sibylle Meier

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Wenn die Überbauung The Cir­cle beim Flughafen abgeschlossen ist, wird sie 18 Hektaren Nutzfläche aufweisen. Davon wird das Zürcher Unispital 11 000 Quadratmeter mieten. Gestern nun wurde bekannt, dass es knapp 2 Prozent von dieser Fläche weitervermieten wird: Im fünften Stock des Moduls «Health & Beauty» wird das Universitätskinderspital Zürich eine Permanence für Kinder betreiben. Der entsprechende Mietvertrag ist unter Dach und Fach. Das Kinderspital wird auch Aufenthaltsräume, Bürozonen, Garderoben oder die Cafeteria des Unispitals vor Ort nutzen können. Im Sinne der Effizienz will man auch Dienstleistungen des Unispitals wie etwa die Röntgen- und Laborinfrastruktur vor Ort oder das Welcome-Desk im Erdgeschoss des Gebäudes gemeinsam nutzen.

Bis 10 Prozent mehr Fälle pro Jahr

Wie die Direktion des Kispi in der Medienmitteilung weiter ausführt, will man beim Flughafen dieselbe Notfallversorgung anbieten wie am Akutspital des Kinderspitals in Zürich-Hottingen. Das Angebot umfasst damit neben der Erstversorgung akuter Notfälle auch kleinchirurgische Eingriffe wie die Notfallversorgung von Wunden, die Behandlung von einfachen Knochenbrüchen oder Infusionen nach einer Dehydration. Vor Ort werden täglich von 8 Uhr bis Mitternacht ein Oberarzt, eine Pflegefachperson und eine medizinische Praxisassistentin präsent sein. Seine neue Permanence will das Kinderspital 2020 in Betrieb nehmen – für 2022 ist dann die Eröffnung des neuen Standorts in Zürich-Lengg geplant, der seinerseits mehr Kapazität aufweisen wird als das alte Kispi in Zürich-Hottingen.

Generalsekretär Urs Rüegg ist sicher, dass es diese Kapazitäten brauchen wird. «Zum einen muss man sehen, dass wir über die letzten Jahre stets ein Wachstum der Fallzahlen von bis zu 10 Prozent gehabt haben.» Aktuell liege man bei den Notfällen bei knapp 40 000 Fällen pro Jahr – oder bei mehr als 100 pro Tag. Ob kurz oder lang werde man am alten Standort auf grössere Platzprobleme stossen. Von einem Wachstum der ambulanten Fälle sei auch langfristig auszugehen, sodass die Flughafen-Permanence auf keinen Fall im Widerspruch zum Neubau Lengg stehe.

Viele Patienten aus dem Raum Bülach

Aber Rüegg fügt noch ein geografisches Argument ins Feld, das für den Circle gesprochen habe: «Wir wollen mit dem Flughafen-Angebot auch näher zu unseren Patienten aus dem Unterland kommen.» Bereits heute komme ein ansehnlicher Teil der Kinder, die jeden Tag in Hottingen notfallversorgt werden, aus dem Raum Bülach und dem restlichen Unterland. «Da wir am Flughafen bis um Mitternacht geöffnet haben werden, gehen wir aktuell von rund 20 Notfällen aus, die wir im Circle im Schnitt pro Tag versorgen werden.» Damit würden am Circle also gut 15 Prozent aller Kispi-Notfälle betreut.

Beim Spital Bülach, das seinerseits über einen Notfalldienst für Kinder und Jugendliche verfügt, will man die Circle-Novitäten nicht kommentieren. Man warte ab, bis das gesamte Angebot bekannt sei, hiess es gestern bei der Medienstelle.

Erstellt: 10.04.2018, 17:37 Uhr

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