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Klänge eines unkonventionellen Duos

In der Reihe Bülacher Abendmusiken wählte Organisatorin Susanne Rathgeb das Frauen-Duo SaitenZungenspiel. Mit ihren Interpretationen verlangten die Musikerinnen dem Publikum aktives Zuhören ab.

Violinistin Elisabeth Horn und Akkordeonistin Stefanie Mirwald boten den Zuhörern in der Kirche Bülach auch eigenwillige Interpretationen.
Violinistin Elisabeth Horn und Akkordeonistin Stefanie Mirwald boten den Zuhörern in der Kirche Bülach auch eigenwillige Interpretationen.
Urs Brunner

«Überraschend, faszinierend und ungewöhnlich»: So lauteten einige Kommentare nach dem Konzert am Sonntagabend in der reformierten Kirche Bülach. Stefanie Mirwald am Akkordeon und Elisabeth Horn an der Violine präsentierten als Duo SaitenZungenspiel Tangostücke von Astor Piazzola, rumänische Volkstänze von Béla Bartok und klassische Musik von Dmitri Schostakowitsch und interpretierten diese mit eigenwillig.

Eröffnet wurde das rund einstündige Konzert mit dem Stück SaitenZungenspiel des Komponisten Georg Katzer aus dem Genre Neue Musik. Der Komponist wurde im Jahr 2012 mit dem Deutschen Musikautorenpreis in der Kategorie «Komposition experimentelle Musik» ausgezeichnet. Das Konzertpublikum durfte sich also auf unkonventionelle Melodien freuen.

Aktives Zuhören verlangt

Schnell war klar, dass die zwei deutschen Musikerinnen den Bülachern kein Konzert bieten würden, dass sich einfach nur geniessen liesse. Mit manch kratzigen, schleifenden Tönen, rhythmischen Schlägen des Bogens und Zupfen der Saiten spielte Elisabeth Horn ihre Violine. Mit beeindruckender Leichtigkeit entlockte die zierliche Akkordeonistin Stefanie Mirwald ihrem rund 14 Kilogramm schweren Instrument aussergewöhnliche Klänge. Zur Feier ihres zehnjährigen Bestehens spielte das Duo auch das Geburtstagsständchen «Happy Birthday», in verschiedenen Variationen.

Mirwald und Horn führten das Publikum in die Stücke ein und berichteten wie sie dazu kamen, beispielsweise einen Tango etwas verfremdet zu interpretieren. Sie erzählten Geschichten und liessen die Menschen an den vergangenen zehn gemeinsamen Jahre als Duo teilhaben. «Es ist wie in einer Partnerschaft, man muss immer wieder Kompromisse finden», erläuterte Mirwald. Die meisten Konzertbesucher fanden Gefallen an den unkonventionellen Klängen, einige schienen eher irritiert.

Exzellent ausgebildet

Elisabeth Horn studiert derzeit im Master of Music an der Musikhochschule Freiburg. Stefanie Mirwald unterrichtet an der International Community Music School Basel. Während ihrer Ausbildung studierte sie im Rahmen des Erasmus-Programms ein Jahr bei Iñaki Alberdi in Spanien. Horn und Mirwald sind mit ihrem Duo Stipendiaten von «Yehudi Menuhin - Live Music Now». Der etwas erklärungsbedürftige Name des Duos leitet sich von den Instrumenten ab. Die Violine steht für «Saiten». Das «Zungenspiel» ist auf die Stimmzungen, die das Akkordeon erklingen lassen, zurückzuführen, wie Mirwald erklärte.

Eine regelmässige Besucherin der Abendmusiken ist Vreni Kälin aus Bülach. Sie war vom Repertoire und dem künstlerischen Schaffen tief beeindruckt. «Das war ein aussergewöhnliches und faszinierendes Konzert und ich fühlte mich besonders angesprochen, da ich selber auch Akkordeon spiele», sagte Kälin. Einmal mehr scheint Organisatorin Susanne Rathgeb mit ihrer Auswahl ins Schwarze getroffen zu haben.

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