Integration

Kloten integriert vorbildlich, sagt die Fachstelle

Auf das erste kantonale Integrationsprogramm (KIP1) folgt ab 2018 und bis 2021 das KIP2. Die Flughafenstadt wird von der Fachstelle Integration besonders gelobt – unter anderem für das Projekt Landsgemeinde.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Integration zugewanderter Menschen ist und bleibt ein Kernthema der Politik. Diese Tage veröffentlicht die Fachstelle Integration, zugehörig zur Direktion der Justiz und des Innern, das zweite kantonale Integrationsprogramm (KIP2) und verschickt es an die Gemeinden. Mit dem KIP1, das zwischen 2014 und 2017 lief, hat sich der Kanton Zürich verpflichtet, seine Anstrengungen zur Integration in den drei Schwerpunkten Information und Beratung, Bildung und Arbeit sowie Verständigung und gesellschaftliche Integration zu verstärken.

Kloten heimst Lob ein

In einer Mitteilung der Fachstelle Integration wird die Stadt Kloten als besonders vorbildlich hervorgehoben. Kloten nimmt seit 2014 am KIP teil. Die Stadt verfüge über «eine differenzierte und ausgewogene Angebotspalette sowie über eine Integrationsbeauftragte, die für die Koordination und Weiterentwicklung der kommunalen Integrationsförderung zuständig ist». Stadträtin Regula Kaeser, Ressortvorsteherin Bevölkerung, relativiert das Lob vom Kanton: «Ich kenne ganz viele andere Gemeinden, die auch viel für die Integration leisten.»

«Unsere Stadt war relativ schnell Teil des Programms, weil wir mit 120 vertretenen Nationalitäten in Kloten bald erkannten, wie wichtig Integration ist», erklärt Kaeser. «Da wir von zuziehenden Migrantinnen und Migranten auch etwas erwarten, müssen wir ihnen entgegenkommen und zeigen, dass wir bereit sind, sie zu fördern.»

In allen Klotener Integrationsangeboten seien die Sprachkurse zentral, hält Kaeser fest. Sie sind meist mit einer Kinderbetreuung kombiniert. Auch Vorschulgruppen (siehe Artikel oben) spielen eine Rolle. «Sprache ist der Schlüssel zur Integration», ist Kaeser überzeugt.

Ausserdem werden in der Flughafenstadt Müttertreffs, Begegnungsfeste, interkulturelle Anlässe und Integrationskurse in verschiedenen Sprachen (zuletzt Arabisch) durchgeführt. «Neuzuzügerinnen und -zuzüger lernen in diesen Kursen unter anderem, wie die Schule funktioniert, wie die Stadt aufgebaut ist und wie wir den Abfall entsorgen», sagt Kaeser.

«Sehr gut investiertes Geld»

Besondere Erwähnung findet das Projekt Landsgemeinde der Flughafenstadt. Die Idee dahinter ist, dass alle Klotenerinnen und Klotener, die ein Anliegen zur Verbesserung der Lebensqualität in ihrer Stadt haben, eigene Projekte einbringen und umsetzen können – und zwar unabhängig ihres Stimmrechts oder Aufenthaltsstatus. Die nächste Landsgemeinde wird am 15. Juni 2019 stattfinden.

Insgesamt belaufen sich die jährlichen Kosten aller Klotener Integrationsangebote auf rund 200 000 Franken. Sie werden je zu 50 Prozent von der Stadt sowie vom Kanton Zürich getragen. «Sehr gut investiertes Geld», betont die Stadträtin. Besonders die im schulischen Bereich (etwa in der Sprachförderung) investierten Mittel würden sich in der Zukunft mehrfach auszahlen. (Zürcher Unterländer)

Erstellt: 16.02.2018, 10:53 Uhr

Gemeindetypologie im Unterland gemäss KIP2 (anklicken für grössere Ansicht). (Bild: Quelle red, Grafik ak)

Artikel zum Thema

Hilfe für fremdsprachige Kinder und Eltern

Kloten In den DaZ-Vorschulgruppen werden Kinder aus Migrationsfamilien gefördert. Neben Kompetenzen, die den Übertritt in den Kindergarten erleichtern, lernen sie mit ihren Eltern die Grundzüge der deutschen Sprache. Mehr...

Das Kantonale Integrationsprogramm 2

17 Gemeinden aus dem Unterland nehmen teil

Im Rahmen des KIP2 erwarten die Gemeinden inhaltlich wenig einschneidende Änderungen. Der zweite Teil des Programms baut auf den im ersten Teil etablierten Angeboten auf. Nur fällt der Bundesbeitrag tiefer aus: Für den Kanton Zürich beträgt der maximale Beitrag jährlich 5,71 Millionen Franken, 700 000 Franken weniger als im KIP1.

Das KIP2 entwickelt ausserdem eine neue Gemeindetypologie, die von den drei Bereichen Deutschkurse, persönliche Erstinformation und Angebote im Bereich Zusammenleben abhängt: Kerngemeinden verfügen über eine ausgewogene Angebotspalette in allen drei Bereichen, Fokusgemeinden in einigen, aber nicht allen. Initiativgemeinden sind jene, mit denen schon im KIP1 keine Leistungsvereinbarungen bestanden. Mit dieser Änderung will der Kanton ein Anreizsystem schaffen: Kerngemeinden profitieren von einem kantonalen Finanzierungsanteil von maximal 50 Prozent, Fokusgemeinden von ­maximal 45 Prozent.

Total haben 61 Gemeinden eine Leistungsvereinbarung unterzeichnet. 17 davon liegen im Unterland: 12 Gemeinden aus dem Bezirk Bülach – je zur Hälfte Kern- und Fokusgemeinden – sowie zwei Kern- und drei Fokusgemeinden aus dem Bezirk Dielsdorf. Das Wehntal und das Rafzerfeld nehmen gar nicht am Programm teil, aus dem Furttal sind nur Regensdorf und Buchs dabei. (ssa)

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@zuonline.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 044 854 82 14. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Zürcher Unterländer digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 24.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!