Embrach

Kreativer Querdenker auf Pokaljagd

Der 26-jährige Koch Gabriel Heintjes ist Finalist des Fachwettbewerbs Swiss Culinary Cup 2019. Momentan befindet sich der Embracher im Trainingsmodus.

Thema des diesjährigen Swiss Culinary Cup ist «Feuer». Dazu gehört ein Hauptgericht mit Schlachtfleisch und ein Hauptgang mit Fisch.

Thema des diesjährigen Swiss Culinary Cup ist «Feuer». Dazu gehört ein Hauptgericht mit Schlachtfleisch und ein Hauptgang mit Fisch. Bild: Sibylle Meier

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Wenn es am 25. September beim Swiss Culinary Cup Ernst gilt, muss jeder Handgriff von Gabriel Heintjes sitzen. Um sich darauf vorzubereiten, startet im August sein Kochtraining in der Showküche des Küchengerätevertriebs Fors in Baar. Dann heisst es üben, denn beim Wettbewerb läuft die Zeit gnadenlos nach 180 Minuten ab. Zugute kommt Gabriel Heintjes, dass er wettbewerbserfahren ist: Erst im Dezember 2018 holte er den zweiten Rang bei der Marmite Youngster Selection, dem Nachwuchswettbewerb in der Schweizer Gastronomie.

Niemand kann Gabriel Heintjes wohl besser beschreiben als er selbst. «Ich bin anders und liebe es, alles auf den Kopf zu stellen. Heute ist diese Eigenschaft von Vorteil. Sie unterstützt meine kreativen Einfälle. Wenn ich diese so umsetze und den Menschen damit Freude bereite, ist das für mich Glück und Spass in einem», sagt er.

Feuer für den Beruf

Seit 20 Jahren lädt der Schweizer Kochverband junge Spitzenköche zur Teilnahme am Swiss Culinary Cup ein. 30 Köche bewarben sich dieses Mal um einen Startplatz. Auch Gabriel Heintjes reichte ein Dossier ein. Darin enthalten war ein Bild des fertigen Gerichts sowie eine Beschreibung, was auf dem Teller zu sehen ist.

Noch darf nicht verraten werden, wie dieses Gericht aussieht. «Das Thema des Wettbewerbs ist Feuer. Wir bereiten ein Hauptgericht mit Schlachtfleisch und einen Hauptgang mit Fisch zu, immer fünf Teller pro Gericht», erklärt Heintjes lediglich und erklärt dann, dass Feuer ja nicht nur diese Flamme sei, mit deren Hilfe gekocht wird. «Es ist auch das Feuer in einem selbst, die Leidenschaft für den Beruf», sagt er.

«Es ist das Feuer in einem selbst, die Leidenschaft für den Beruf.»Gabriel Heintjes, Finalist Swiss Culinary Cup 2019

Dass sein Dossier berücksichtigt wurde, könne daran liegen, dass es eine Prise kreativer, ästhetischer und frecher war. «Ich gehe meinen eigenen Weg. Wenn ich dann so in meine Kochwelt abtauche, unterstützt mich meine Freundin Natalie mit ihrer Kritik», sagt er.

Die Wettbewerbskommission wählte aus alles Bewerbungen sechs Finalisten aus. Dieses Jahr handelt es sich ausschliesslich um Männer. Reiner Zufall, denn die Auswahl der Dossiers wird ohne Angabe des Namens gemacht. So darf sich Gabriel Heintjes bald in der Berufsschule Baden dem Urteil zweier verschiedener Jurys aussetzen. Die eine richtet ihr Augenmerk auf die Technik beim Kochen. Die «Tasting Jury», die den Namen des Kochs des jeweiligen Gerichtes nicht kennt, bewertet in einem separaten Raum dann das Optische und den Geschmack.

Eigene Cateringfirma

Nach seiner Ausbildung in den Betrieben des Grand Casino Baden absolvierte Gabriel Heintjes den Wehrdienst als Küchenchef in der Kaserne Fribourg. Danach arbeitete er in diversen Hotels und Restaurants, beispielsweise in der Gastronomie des Zürcher «Storchen», im «Widder» und im «Kaufleuten». Im Moment ist er als Privatkoch tätig und führt seinen Einmannbetrieb «Dinner by Gabriel Heintjes».

Im Bereich Partyservice verwöhnt er bis zu 200 Personen bei Anlässen und Events in der ganzen Schweiz. Wenn der kreative Kopf allerdings seine Kochbluse mit selbst entworfenem Logo überzieht und von «Dinner» spricht, so verwendet er Wort-Zutaten wie: Philosophie, Bühne, Entertainer und Erlebnis. «Meine Küche ist experimentierfreudig, jung, wild, manchmal verrückt, aber immer ehrlich und niemals oberflächlich.»

Im Vorfeld des Culinary Cup gibt sich Gabriel Heintjes jedenfalls zuversichtlich. Er sagt: «Ich denke, dass ich gewinnen könnte. Ich bin einfach selbstsicher genug, um es mir zuzutrauen.»

www.heintjes.ch

Erstellt: 26.07.2019, 12:18 Uhr

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