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Kunst trifft auf Baustelle

Der Kreativtag zur Vernissage «Art-in-open-roomZ» im Glattpark lockte am Samstag Künstler und Kunstinteressierte an.

Rund 80 Werke von 40 Küntlern machen bis Ende Jahr die triste Baustellenoptik im Glattpark etwas fröhlicher.
Rund 80 Werke von 40 Küntlern machen bis Ende Jahr die triste Baustellenoptik im Glattpark etwas fröhlicher.
Francisco Carrascosa

Dass der Raum um eine grosse Baustelle nicht automatisch trüb und hässlich sein muss, sondern ansprechend und spannend sein kann, stellt gerade der Glattpark in Opfikon unter Beweis. An der Bauwand um das umzäunte Grundstück mit Weiher bei der Blériot-Allee, wo ein Schulhaus entstehen soll, hängen knapp 80 grosse Kunststoffblachen, auf denen Bilder von rund 40 Künstlern gedruckt wurden. Mehrere hundert Meter also voll von Ideenreichtum, Farben, Formen, Figuren und künstlerischen Interpretationen, die seit März letzten Jahres die Passanten und Bewohner ansprechen.

Landen, begegnen, beleben

Im März wurden neue Bilder aufgehängt, und letzten Samstag fand die Fortsetzung dieser Idee in Form eines Kreativtages samt Vernissage statt: die Ausstellung «Art-in-open-roomZ». Die Opfiker Künstlerin Stefanie Seiler lud die ausstellenden Künstler und Kunstinteressierte zu einem Kreativtag unter dem Motto «Landen, Begegnen und Beleben» ein, wie auch die umfassende Thematik der Kunstwerke heisst. 17 Kunstschaffende kamen in dem vom Lokal Jacky’s im Glattpark zur Verfügung gestellten Raum um die Ecke zur Bauwand zusammen, um einerseits ihre Originalbilder auszustellen und zu malen sowie sich mit Gleichgesinnten und Dutzenden Besuchern auszutauschen. Und nicht nur das.

Dieses Jahr tat sich Stefanie Seiler mit Erika Gedeon vom ABZ (Allgemeine Baugenossenschaft Zürich) Kulturnetz zusammen, die ebenfalls ein Gemeinschaftswerk mit Künstlern entwerfen wollte. Und da es neben der Blériot-Allee an der Hamilton-Promenade nochmals eine Baustelle samt Bauwand gibt, entstanden dort während des Tages über zwölf riesige Acryl-Bilder, Kollagen und 3D-Werke, die von Künstlern, Freiwilligen, Klassen sowie der Kinder- und Jugendarbeit entworfen wurden. Der Opfiker Stadtrat Marc-André Senti hielt zwei Ansprachen.

Kunst soll fröhlich machen

An der Vernissage nahm unter anderem Barbara Schaub aus Wallisellen teil. Von ihr hängen an der Kunst-Bauwand zwei Bilder – beide knallig farbig und fröhlich. Das Werk «Together» zeigt zwei Kugelhälften, die sich an einer Stange treffen, «Jeans» ist eine Abbildung einer Jeanscollage wie aus dem Farbtopf. Sie könne nicht düster malen, sagt Schaub, ihre Kunst soll die Menschen aufmuntern.

«Ich versuche manchmal, nicht ganz so knallig zu malen, aber ich bringe es nicht fertig.» Da sie in ihrer Wohnung male, seien die Bilder auch eine schöne Ausschmückung der Wohnfläche. «Ich habe jeden Tag Freude an meiner Wohnung und den leuchtenden Farben.» Zur Kunst kam sie vor zwei Jahren, als sie nach einer Schulteroperation von sehr starken Schmerzen geplagt wurde. «Ich habe gemerkt, dass mich das Malen die Schmerzen vergessen lassen kann», sagt sie, «heute geht es mir besser, und das Malen ist eine noch schönere Empfindung geworden.» Damit sie ihre Bilder zum Strahlen bringt, malt Schaub mit Perlfarben, zudem verwendet sie verschiedenste Materialien wie Holz, Metall, Strukturpaste und Stoff.

Allgemein war der Ideenreichtum an der Bauwand beeindruckend und Organisatorin Stefanie Seiler freute sich über den regen Austausch und die Stimmung am Kreativtag. Die Idee für das Projekt kam ganz natürlich: «Von meinem Balkon aus sah ich die Bauwand der Baustelle. Und als Künstler braucht man einfach freie Flächen.» Die Bilder bleiben sicher bis Ende Jahr hängen.

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