Bülach

Ladestationen für den Klimaschutz

Dreissig solarbetriebene Handyladestationen für die Schule sollen als Ergebnis eines Projekts an der Kantonsschule Zürcher Unterland entstehen. Der Kanton ist auf das Projekt aufmerksam geworden.

Physiklehrer Carmelo Marchica begleitet die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Solarprojekt.

Physiklehrer Carmelo Marchica begleitet die Schülerinnen und Schüler bei ihrem Solarprojekt. Bild: Balz Murer

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Zwölf Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse der Kantonsschule Zürcher Unterland sitzen am Mittwochnachmittag zusammen. Die Laptops sind aufgeklappt, Notizblätter liegen bereit. Das Brainstorming kann beginnen. Angeregte Gespräche mischen sich mit kurzem Lachen, die Stimmung ist gut.

Im Februar wurde mit dem Projekt «poL SolCharge» gestartet, welches nun bis Ende Mai läuft. «Das Kürzel poL steht für projektorientiertes Lernen», erklärt Physiklehrer und Projektverantwortlicher Carmelo Marchica. Jeweils im vierten Gymnasiumjahr werde ein Projekt ausgeschrieben und bei genügend Teilnehmern einem Lehrer zugeteilt, der die Schüler anschliessend als Coach betreut.

«Ich referierte im Sommer letzten Jahres über das Thema Klimaerwärmung. Die Schüler sollten das Problem erkennen und überlegen, was man dagegen tun könnte.»

Schüler auf Sponsorensuche

Eine der in Kleingruppen erarbeiteten Ideen war die solarbetriebene Ladestation für Handys und Laptops gewesen. Innert kurzer Zeit haben sich vier Schülerinnen und acht Schüler, aus verschiedenen Fächerprofilen, für das Projekt gemeldet. «Ich habe mich sehr gefreut, dass wieder eine poL-Gruppe zustande gekommen ist», sagt Marchica.

«Am Anfang war es etwas knorzig, doch inzwischen sind alle aufgetaut»

Nun sitzen die Viertklässler jeden Mittwochnachmittag für drei Lektionen zusammen. «Am Anfang war es etwas knorzig, doch inzwischen sind alle aufgetaut und gehen an die für sie passenden Aufgaben.» Wer nun glaubt, dass die Gymischüler Solarzellen zusammenbauen, schrauben, verbinden und zusammenstecken, ist auf dem Holzweg.

Vielmehr gilt es, Baubewilligungen für Solarzellen auf dem Dach einzuholen, auf Sponsorensuche zu gehen und Gespräche zu führen mit Verantwortlichen des Kantons, mit der Feuerpolizei, der Schulleitung und mit den Hauswarten.

Zu wenig Steckdosen

Es habe einfach zu wenig Steckdosen in der KZU, um ihre Handys aufzuladen, begründet Joshua Walker unter anderem sein Engagement für dieses Projekt, bei dem insgesamt dreissig Ladestationen gebaut werden. «Am Anfang haben wir uns alles etwas einfacher vorgestellt. Am liebsten hätten wir selbst Solarzellen gebaut.»

Viel Arbeitszeit konnten sie sich sparen, weil das Hochbauamt den notwendigen Kasten zur Aufbewahrung von Handys und Laptops zur Verfügung stellen dürfte. «Wir wollten anfangs selbst einen solchen Kasten bauen und hatten bereits Meinungsverschiedenheiten bezüglich des Baumaterials», ergänzt Kollege Fynn Haumüller.

Florian Frauenfelder geht es zudem darum, die Schülerschaft für dieses Thema zu sensibilisieren. «Solarstrom ist besser als ein Kernkraftwerk.» Meryem Kreis hat Spass daran, mit Leuten zu reden, die man sonst nie treffe. «Ich hoffe, dass unser Projekt zu einem Pilotprojekt wird, das andere Schulen nachahmen.»

Kanton unterstützt Projekt

Die Chancen dafür stehen nicht schlecht. «Der Kanton hat Freude an unserem Projekt und wird eventuell den Kasten mit den Schliessfächern für die Handys und Laptops sponsern», bestätigt Coach Marchica.

Stolz sind die Schüler und ihr Lehrer auch darauf, dass das Konzept von SolCharge den ersten Platz des poL-Raiffeisen-Preises erzielte. Gut stehen auch die Chancen, dass von den bestehenden Solarzellen auf dem Auladach, welches momentan renoviert wird, Strom bezogen werden kann, auch wenn die Kostenbeteiligung noch nicht geklärt ist.

Und vielleicht dürfen dann die einen Schüler, welche neben allem Konzeptionellen nur zu gerne von Hand anpacken würden, doch noch etwas schrauben, verbinden und zusammenstecken.

Erstellt: 09.04.2019, 17:01 Uhr

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