Kloten/Opfikon

Kloten muss sich auf staureichen Sommer einstellen

Von Juni bis Ende September ist wegen einer Strassensanierung viel Geduld gefragt am Balsberg. Die Hauptverbindung zwischen Kloten und Opfikon bleibt komplett gesperrt.

Die Schaffhauserstrasse wird von hier bis zum Bramen in Kloten vom 11. Juni bis Ende September komplett gesperrt sein.

Die Schaffhauserstrasse wird von hier bis zum Bramen in Kloten vom 11. Juni bis Ende September komplett gesperrt sein. Bild: Balz Murer

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Der Plan klingt einleuchtend: Statt je halbseitig in Etappen die Schaffhauserstrasse zu sanieren, soll die vielbefahrene Strasse in Flughafennähe lieber mit voller Kraft und vor allem uneingeschränkt erneuert werden. Das ist der Plan des dafür zuständigen kantonalen Tiefbauamtes. Und das entspreche auch dem Wunsch der Stadt Kloten, erklärt Thomas Maag, Sprecher der Zürcher Baudirektion.

Das bedeutet, dass der Abschnitt der Kantonsstrasse zwischen der Kreuzung vor dem ehemaligen Swissair-Hauptsitz am Balsberg und dem Bramenring zwischen dem 11. Juni und dem 30. September für jeglichen Verkehr gesperrt sein wird. Dies geht aus den amtlichen Meldungen hervor und ist soeben auf der Website der Stadt Kloten angekündigt worden.

Eine Baustelle, die jeweils ständig unter voller Verkehrslast betrieben werden müsste, wäre bedeutend mühsamer für alle Beteiligten, heisst es. Das gilt für Anwohner, Automobilisten wie auch Bauarbeiter vor Ort. Die negativen Auswirkungen würden so deutlich länger andauern. «Eine Teilsperrung hätte zur Folge, dass die Bauzeit 40 Wochen und nicht wie jetzt 15 Wochen dauern würde», sagt Maag.

Dennoch ist auch so mit einer erheblichen Mehrbelastung zu rechnen während der rund dreieinhalbmonatigen Bauzeit. Längere Staus dürften unvermeidbar dazugehören, wenn man mit dem Auto zwischen Kloten und Opfikon unterwegs ist in diesem Sommer. Auf der Schaffhauserstrasse verkehren gemäss Angaben des kantonalen Tiefbauamts täglich rund 15'000 Fahrzeuge. Und schon heute komme es in den Stosszeiten zu Rückstaus, ist man sich beim Kanton bewusst.

Chaos zu Beginn ist normal

«Die Verkehrsführung während der Vollsperrung wird sicher nicht dazu beitragen, dass sich diese Situation verbessert», sagt Maag. Die langjährige Erfahrung zeige allerdings, «dass Umleitungen an den ersten zwei, drei Tagen bei einer solchen Verkehrsmenge zu zusätzlichen Staus führen». Sobald sich die Verkehrsteilnehmenden jedoch an die neue Verkehrsführung gewöhnt hätten, sollte es auf der Umleitungsroute zu keinen zusätzlichen Staus mehr kommen, so der Sprecher des Kantons. Diese Gewöhnungsphase mit erhöhtem Chaospotenzial auf den umliegenden Strassen dauere in der Regel aber nicht sehr lange.

Die Sperrung erfordert grossräumige Umleitungen. Quelle: GoogleMaps

Nach Einschätzung der Verantwortlichen sei davon auszugehen, dass die meisten Verkehrsteilnehmer die offizielle Umleitungsroute nehmen würden. Die Hauptumleitung führt von Opfikon kommend am Bürohaus beim Balsberg vorbei auf der Balz-Zimmermann-Strasse bis zum Kreisel beim Aviation Trainingscenter und über die Werftstrasse hoch ins Hinterwidenquartier, über den Bahneinschnitt zum Bramen. Der Schwerverkehr wird via Flughafen umgeleitet. Der Aufwand für die reine Strassensanierung kostet den Kanton rund 4,5 Millionen Franken. Der Betrag ist vom Regierungsrat bereits bewilligt worden.

Vor 32 Jahren zuletzt saniert

Der fragliche Abschnitt der Schaffhauserstrasse ist gemäss Angaben des Kantons zwischen 1960 und 1972 erbaut und letztmals 1986 und 1987 saniert worden. Die Fahrbahnoberfläche sei inzwischen «stark ausgemagert». Zudem habe es viele Risse, diverse Belagsflicke und je nach Bereich auch Spurrinnen darin. Der Belag genüge den heutigen Anforderungen so nicht mehr und müsse ersetzt werden, lautet das Fazit des Kantons.

Damit der neue Belag für Leitungssanierungen nicht schon bald wieder aufgerissen werden muss, wurde auch Kloten ins Projekt einbezogen. Der Stadt gehören nämlich die Werksleitungsleitungen unter der Strasse, welche nun zeitgleich erneuert werden.

Diese Koordination wurde bewusst angestrebt, wozu verschiedene Gespräche mit dem Stadtrat und der Verwaltung der Stadt Kloten stattgefunden hätten, heisst es seitens Kanton. So habe man sich auf Wunsch der Flughafenstadt darauf geeinigt, dass in diesem konkreten Fall die Bauzeit so kurz und damit die Umstände für die Bevölkerung so gering wie möglich gehalten werden. Es war dies der Ursprung des Entscheids zugunsten einer Vollsperrung der Strasse. Die Stadt Kloten forderte ausserdem eine Lichtsignalsteuerung für Fussgänger auf der Umleitungsroute sowie auf der Hauptumleitung ein LKW-Fahrverbot durchs Wohnquartier.

Erstellt: 21.05.2019, 18:13 Uhr

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