Wallisellen

Littering-Problem beim ­Entsorgungsunternehmen

Im Mülliland 24 h kann man rund um die Uhr ­wiederverwertbare Abfälle entsorgen. Dies wird schamlos ­ausgenutzt. Immer wieder wird Sperrmüll illegal vor dem ­Entsorgungscenter deponiert – trotz Überwachungskameras.

Vor allem am Wochenende lagern die Besucher des Mülliland 24 h ihren Abfall illegal ab.

Vor allem am Wochenende lagern die Besucher des Mülliland 24 h ihren Abfall illegal ab. Bild: David Küenzi

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Sonntag für Sonntag präsentiert sich das gleiche Bild: Vor den Einwurfschlitzen des Entsorgungscenters Mülliland 24 h in Wallisellen stapelt sich der Abfall. Porzellangeschirr, Stühle oder Ver­packungsmaterial wie Styropor liegen auf dem Boden. «So haben wir uns das nicht gedacht», sagt Daniel Müller, Inhaber der K. Mül­ler AG. Im Mülliland 24 h, das Ende September eröffnet wurde, können wiederverwertbare Ab­fälle gratis entsorgt werden. Wer also die Papier- oder Karton­abfuhr in seiner Gemeinde verpasst hat, kann diese Materialien im Entsorgungscenter kostenlos vorbeibringen und in die entsprechenden Schlitze einwerfen. Zudem sind Einwürfe für Glas, Alu oder Weissblech, PET-Getränkeflaschen, Kunststoffe, Altmetall, Kaffeekapseln aus Aluminium, Batterien, Elektroschrott, Textilien und Schuhe vorzufinden.

Das System erklärt sich grundsätzlich von selbst. Auf Plakaten ist zusätzlich aufgeführt, welcher Abfall wohin gehört. Dennoch wird das gut gemeinte Angebot regelmässig missbraucht. «Vor ­allem am Wochenende werden Waren bei uns deponiert, die nicht hier hin gehören», sagt Müller. Oftmals sei es Verpackungsmaterial von gerade gekauften Elektrogeräten, das einfach abgeladen werde. Während der Karton den Weg in den entsprechenden Schlitz findet, wird das sper­rige Styropor einfach hingeworfen. «Styropor kostet halt», erklärt Mül­ler. Das federleichte Verpackungsmaterial wieder ins Auto einzuladen und zu Hause im Kehrichtsack zu entsorgen, scheint für die meisten eine zu schwere Arbeit zu sein.

Ebenfalls sind immer wieder Waren vor der Betonwand zu finden, die zwar vom Material her gesehen den richtigen Bestimmungsort gefunden haben, von der Grösse her aber nicht durch den Schlitz passen. «Solche Gegen­stände können während der Öffnungszeiten kostenlos abge­geben werden», sagt Müller.

Jeder Abfallsünder ­ wird verzeigt

Zwei Videokameras überwachen den Entsorgungsplatz. Die Kennzeichen von anliefernden Fahrzeugen werden automatisch erkannt. «Alle Abfallsünder, die wir so erwischen, werden verzeigt», erklärt der 43-Jäh­rige, der das Unter­nehmen in der dritten Gene­ration führt. Wer ausfindig gemacht wird, müsse mit einer Busse zwischen 100 und 200 Fran­ken rechnen.

Müller ist nach wie vor davon überzeugt, dass der 24-Stunden-Betrieb des Mülliland ein Bedürfnis abdeckt. «Wie die Anfangsphase gezeigt hat, kommen unter der Woche viele Leute frühmorgens oder spätabends vorbei, ­ um vor oder nach der Arbeit ihre Waren legal abzuladen.» Ob nun weitere Schritte zur Verbesserung der Littering-Problematik ergriffen werden, soll sich im nächsten Frühjahr entscheiden. «Wir werden uns überlegen müssen, ob wir sonntags Kon­trol­len einführen», sagt der Firmeninhaber. Er glaubt aber, dass sich die Lage von alleine entspannt. Falls dies nicht geschieht oder alles gar noch schlimmer wird, müsse man allenfalls als Notlösung die Einführung von Öffnungszeiten für das Mülliland in Betracht ziehen. ()

Erstellt: 22.12.2015, 22:16 Uhr

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