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Mani Matter auf karibisch

Bruno Bieri spielte die Melodien des Troubadours Mani Matter auf einem ungewöhnlichen Instrument: der Handpan.

Der Musiker Bruno Bieri gastierte mit seinem Programm «Hang und Xang» im Sigristenkeller.
Der Musiker Bruno Bieri gastierte mit seinem Programm «Hang und Xang» im Sigristenkeller.
Francisco Carrascosa

Ein UFO ist gelandet! Oder doch nicht ganz. Was aussah wie eine fliegende Untertasse, entpuppte sich beim näheren Hinsehen als Musikinstrument. Bruno Bieri begleitete am Freitag im Bülacher Sigristenkeller sich selber mit seiner spanischen «Originalkopie» eines «Hangs». Das Hang selber wurde vor 16 Jahren in Bern erfunden und gilt als experimentelles Instrument – «eine Klangskulptur», wie die Erfinder Felix Rohner und Sabina Schärer sagen.

Auftritt vor dem Dalai Lama

Mit diesem, der karibischen Steeldrum nachempfunden Ins­trument, das etwas handlicher – daher der Name Hang, berndeutsch für Hand – ist, lässt sich durchaus Musik machen. Sanft und weich begleitet es die Lieder Mani Matters. Aber auch darüber hinaus klingt das melodiöse UFO überaus gut. So beispielsweise, als Bruno Bieri singend das an sich stimmgewaltige «O Fortuna» von Carl Orff mit der Handpan begleitete. Das aktuelle Programm des 53-jährigen Musikers heisst «Hang und Xang». Es ist aber mehr als nur Musik und ­Gesang. Immer wieder erzählte Bieri dem Publikum lustige, aber auch nachdenklich stimmende Geschichten. Er kennt keine ­Berührungsängste und besucht Asylunterkünfte, Kinderheime oder Botschaften. Ein Highlight war sicher sein Auftritt vor dem Dalai Lama im letzten Jahr.

«Das Hang ist meine Gitarre. Der Klang öffnet die Herzen», davon ist der ehemalige Primarlehrer und jetzige Teilzeitchorleiter überzeugt. Nebst seiner hand­lichen Stahltrommel brachte Bruno Bieri ein federleichtes, toll klingendes, Carbonalphorn mit. Sein Bühnenbild hat in zwei Tragtaschen Platz.

Mal gurren, mal jodeln

Sein Programm ist reduziert auf Stimme und Ton. Charmant vorgetragen sind seine Chansons in französischer Sprache und in Berndeutsch. «Die Nähe zur französischen Schweiz ist immer wieder spürbar in meiner Musik», erzählte der Musiker, der im Emmental geboren wurde und in Entlebuch aufgewachsen ist. Sein Interesse gilt aber auch der Weltmusik. Bruno Bieri ist ein Stimmkünstler. So klingt seine Stimme mal wie das zarte Gurren eines australischen Didgeridoos, mal wie meditatives Singen aus den hintersten Ecken Asiens oder schwillt an zum Schweizer Jodel.

Vor zwei Jahren war es, als die Verantwortlichen des Sigristenkellers Bruno Bieri in Thun an der Künstlerbörse kennen lernten. Dort gewann der Musiker im letzten Jahr den «Kleinkunst-Special»-Preis. Noch war das Theater nicht ganz ausverkauft. Dies könnte sich aber beim nächsten Auftritt von Bieri in ­Bülach ändern.

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