Wasterkingen

Wasterkingen steht nach Tötungsdelikt unter Schock

Am Dienstagabend wurde in Wasterkingen eine 45-jährige Frau getötet. Der Täter, ihr Ehemann (50), liess sich danach widerstandlos verhaften. Nachbarn beschreiben die Familie mit vier Kindern als anständig und freundlich. Der mutmassliche Täter soll aber schwer krank sein.

Motiv und Hintergründe des Tötungsdeliktes in Wasterkingen sind noch unklar.

Motiv und Hintergründe des Tötungsdeliktes in Wasterkingen sind noch unklar. Bild: mcp

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Am Dienstagabend, kurz nach 19.30 Uhr, ging bei Schutz und Rettung die Meldung ein, wonach es in einer Wohnung in Wasterkingen zu einem Streit zwischen einem Ehepaar gekommen sei. Dabei wurde die 45-jährige Frau mit einem spitzen Gegenstand verletzt.

Trotz sofortigen Reanimationsversuchen durch Rettungssanitäter verstrab die Frau noch vor Ort, schreibt die Kantonspolizei. Was den 50-jährigen Mann zu dieser Tat getrieben hat, wird zurzeit durch die Polizei und die Staatsanwaltschaft IV für Gewaltdelikte ermittelt.

Die drei Minderjährigen Kinder des serbischen Ehepaares — zwei Söhne im Alter von 12 und 16 Jahren sowie eine 13-jährige Tochter werden durch ein Care-Team betreut. Danach stellt sie die KESB vorerst unter Beistand. Eine ältere, bereits erwachsene Tochter, wohnte nicht mehr bei der Familie.

Nachbarn der Familie können es nicht fassen

Im 560-Seelen-Dorf im westlichsten Zipfel des Rafzerfelds erinnert gestern Vormittag nicht mehr viel an die schrecklichen Ereignisse des Vorabends. Eine Mutter läuft mit ihren beiden Kindern am Tatort vorbei. Sie blicken kurz zur Eingangstür des Hauses und gehen danach sofort weiter. «Wir sind schockiert», sagt die Mutter mit Tränen in den Augen. Sie kennt die serbische Familie: «Wir wohnen in einem kleinen Dorf. Hier kennt jeder jeden.» Mehr will sie dazu aber nicht sagen.

Ein Nachbar, der unmittelbar neben dem Ehepaar wohnt, sagt hingegen: «Es ist eine anständige Familie. Sie sind nie negativ aufgefallen und sind immer freundlich gewesen.»

Gemeinderat war vor der Polizei am Tatort

Gemeindepräsident Peter Zuberbühler bestätigt: «Die Familie hat Sozialhilfe von der Gemeinde bezogen.» Er selbst musste den Vorfall hautnah miterleben. Am Dienstagabend fand in Wasterkingen eine Gemeinderatssitzung statt. «Anwohner berichteten uns mitten in der Sitzung von einem lauten Streit in der Nachbarschaft.» Der gesamte Gemeinderat machte sich daraufhin sofort auf den Weg zum nahegelegenen Haus, aus dem der Lärm kam. Dort fanden Ratsmitglieder die schwer verletzte Frau. «Zu diesem Zeitpunkt wurde bereits ein Notruf aus dem Haus abgesetzt. Wir haben diesen präzisiert.» Bis die Rettungs- und Sicherheitskräfte eintrafen, kümmerten sie sich um die Frau und hielten den mutmasslichen Täter ausserhalb des Hauses fest. (mcp)

Erstellt: 18.10.2017, 19:16 Uhr

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