Nürensdorf

Mehr Schulraum im Sandkasten

Im Primarschulhaus Sunnerain sind die Klassenzimmer zu gut gefüllt. Weil bald noch mehr Schüler erwartet werden, müssen einige von ihnen bald neben der Turnhalle in einem Modulbau zum Unterricht gehen.

Wo sich im Sunnerain jetzt noch ein Sandkasten befindet, wird ab August eine zusätzliche Klasse in einem Modulbau unterrichtet. Foto: Sibylle Meier

Wo sich im Sunnerain jetzt noch ein Sandkasten befindet, wird ab August eine zusätzliche Klasse in einem Modulbau unterrichtet. Foto: Sibylle Meier

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Der Nürensdorfer Schulpräsident Gerry Romanescu (FDP) siehts pragmatisch. «Es kündigen sich drei bis vier grosse Jahrgänge an, da mussten wir reagieren.» Damit meint er das Baugesuch, welches die Politische Gemeinde Nürensdorf vor wenigen Tagen in der Rubrik «Kommunale Bauprojekte» öffentlich publizieren liess. Der Titel deutet an, worum es geht: «Neubau Modulbau Schulpavillon».

Die Pläne zeigen den Umfang des Vorhabens. Es handelt sich nicht etwa um einen ganzen Schultrakt, sondern um einen einzelnes mobiles Schulzimmer. Kostenpunkt insgesamt: 370000 Franken. Inbegriffen sind dabei drei WCs, eine Besenkammer, ein Korridor, der als Garderobe dient, und ein Gruppenraum. Dies entspricht exakt den Vorgaben des Volksschulamtes an die Infrastruktur zum Unterrichten einer Schulklasse.

Weil «gebundene Kosten», kein Volksentscheid nötig

Dass die Schule Nürensdorf bislang nicht über solcherlei Pläne informiert hat, hängt damit zusammen, dass die Öffentlichkeit über diese Investition gar nicht befinden kann. Will heissen, es handelt sich um eine «gebundene Ausgabe».

Die finanziellen Mittel konnten die Schulpflege und der Gemeinderat allein beschliessen, weil im konkreten Fall genügend Schulraum eine dringende Voraussetzung ist, um den gesetzlichen Auftrag überhaupt erfüllen zu können. Ein Volksentscheid pro Schulraumerweiterung an einer Gemeindeversammlung, wie sonst üblich, ist in diesem Fall somit nicht nötig.

«Wir waren in den letzten Jahren schon öfter an der oberen Grenze bei den Klassengrössen»

Noch vor wenigen Jahren hiess es allerdings aus dem Munde des damaligen Schulpräsidenten «Nürensdorf ist gebaut». Das war 2014, als für 2,2 Millionen Franken das letzte grössere Bauvorhaben der Schule, ein Doppelkindergarten im Ebnet, realisiert werden musste. Doch nun zeigt sich, gemäss dem jetzigen Schulpräsidenten, dass auch ohne grosse Landreserven und ohne freie Bauparzellen in der rund 5600 Einwohner zählenden Gemeinde die Anzahl Schulkinder weiterhin stetig zunimmt.

«Wir waren in den letzten Jahren schon öfter an der oberen Grenze bei den Klassengrössen», hat Romanescu festgestellt, seit er vor einem Jahr das Schulpräsidium übernommen und automatisch im Gemeinderat Einsitz genommen hat. Auf das kommende Schuljahr, das im August beginnt, werde man nun die Klassen sicherlich nicht mehr weiter vergrössern können. Das bedeutet, künftig wird es in der Birchwiler Primarschuleinheit im stärksten Jahrgang zwei kleinere Klassen geben.

Um gewappnet zu sein, fiel der Entscheid für ein zusätzliches Klassenzimmer schon im vergangenen Winter. «Ich wollte nicht erst im Juli entscheiden, um dann nur noch ein paar Baucontainer aufstellen zu können», rechtfertigt sich der Schulpräsident für die Anschaffung des Modulbaus seiner Behörde in Eigenregie.

Nachverdichtung bringt mehr Zuzüger mit Kindern

Er sieht die Gründe des unerwartet starken Schülerwachstums in der Nachverdichtung der Grundstücke und zudem auch in einem Generationenwechsel in vielen Eigenheimen am Sonnenhang des Sunnerain-Schulhauses.

Deshalb habe man zuletzt deutlich mehr Zuzüger mit Kindern verzeichnet in der Gemeinde, was den jetzigen Bedarf nach mehr Schulraum erkläre. Zwar hatte man bei der Prognose der Schülzerzahlen vor ein paar Jahren noch auf professionelle Programme und genaue Statistiken zurückgegriffen, aber die Entwicklung der Schülerzahlen bleibe halt oft eine unvorhersehbare Sache, stellt Romanscu fest.

Ohnehin sei der Bedarf nach mehr und auch flexiblem Schulraum vorhanden. Ein grosses Thema sei die Einführung einer Tagesschule. Die Nachfrage nach einer Ganztagesbetreuung der Schüler sei schliesslich da, sagt Romanescu. Momentan gehe es darum, sich einen Überblick zu verschaffen, was genau benötigt werde in der Gemeinde Nürensdorf. Das Ziel des Schulpräsidenten lautet: «Ich will bis 2020 aufzeigen können, was in den nächsten zehn Jahren zu erwarten ist.»

Der Grundriss für den neuen Modulbau.

Erstellt: 23.04.2019, 18:35 Uhr

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