Zum Hauptinhalt springen

Migranten zum Wunschberuf leiten

Das Berufsinformationszentrum (BIZ) setzt mit seinem Integrationsangebot auf Beratung für Migranten.

Beraterin Barbara Sorino ist selber Migrantin und kennt daher deren Schwierigkeiten bei der Jobsuche.
Beraterin Barbara Sorino ist selber Migrantin und kennt daher deren Schwierigkeiten bei der Jobsuche.
Leo Wyden

Beraterin Barbara Sorino bricht an der Einführungsveranstaltung für Migranten im Berufsinformationszentrum (BIZ) Kloten gleich das Eis: «Ich bin selbst Migrantin.» Die Österreicherin mit italie­nisch-kroatischen Wurzeln hat nach dem Psychologie-Studium in ihrer Heimat ein Nachdiplom in Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung MAS in der Schweiz absolviert, um ihren Berufs­wunsch verwirklichen zu können. Seit 2016 ist sie Koordinatorin für Migranten im BIZ Kloten. «Allerdings», räumt sie ein, «hatte ich den Vorteil, keine neue Sprache lernen zu müssen.»Ihre Zuhörer nicken, wissen doch alle um diese besondere Schwierigkeit. Die vier Männer und fünf Frauen im Alter von 19 bis 39 Jahren stammen aus verschiedenen Herkunftsländern wie Äthiopien, Sri Lanka oder Kosovo und absolvieren einen Deutschkurs in Altstetten.

«Seit 2015 haben wir ein spezi­elles Integrationsangebot für Migranten. Mit der kostenlosen Einführung wollen wir ihnen auch die Angst nehmen, wiederzukommen», erläutert Sorino.

Ohne Deutsch geht nichts

Nachdem der Unterschied vom BIZ zu den regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) geklärt ist, beleuchtet Sorino langsam und in einfacher Sprache die Details des Informations- und Beratungsangebots für Migranten (siehe Infokasten), verteilt entsprechende Flyer und fordert die Gäste zu Fragen auf.

In vielen Ländern kennt man die Berufslehre nicht, deshalb fällt die Frage nach dem Unterschied zwischen eidgenössischem Berufsattest und Fähigkeitszeugnis. Sorino hat das Bildungssystem der Schweiz vorab übersichtlich auf Präsentationstafeln skizziert. «Von Powerpoint-Präsentation sind wir wieder weg, Technik schafft Distanz», findet sie. 66 Prozent der Deutschschweizer Volksschulabgänger setzen auf die berufliche Grundbildung. «Ein Erfolgsmodell gegen Arbeitslosigkeit», wie sie betont. Rund 250 Lehrberufe stehen zur Wahl – für eine zweijährige Berufsausbildung brauche es fortgeschrittene Deutschkenntnisse, «sonst wird es in der Berufsschule schwierig».

Motivation durch Traumberuf

Der Berufswunsch motiviere auch, die Deutschkenntnisse zu verbessern. Sorino rät, sich ein Netzwerk aufzubauen, Sprach­cafés zu besuchen, Kontakt zu Schweizern aufzunehmen. Auch die Anerkennung ausländischer Diplome und Möglichkeiten der Nachholbildung für Erwachsene stellt sie vor.

Der Weg zum Traumberuf, zeigt eine andere Tafel auf, setzt Tugenden wie Wille und Geduld voraus, baut auf eigenes Tun, lässt jedoch auch Hilfe zu.

Mit Unterlagen bestückt treten die Teilnehmenden den Weg in die Infothek im oberen Stock an. Dort finden sich Ordner, Merkblätter, Filme und Bücher zur Aus- und Weiterbildung in 22 Berufsfeldern von Natur bis Bildung und Soziales.

Ismail Swar hat Glück. Der 19-jäh­rige, aus Syrien stam­mende Kurde hat bereits die Verträge für ein Praktikum und die anschliessende Lehre als Fahrradmechaniker unterschrieben. «Mein Traumberuf», bestätigt er. Währenddessen blättert der 23-jäh­rige Eritreer Anwar Abdu inter­essiert in den Unterlagen zum Automobil-Assistenten. «Die Veranstaltung ist sehr ­in­formativ», sagt er, «aber ich habe bestimmt noch viele Fragen.»

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch