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Miss Marple entlarvt den Mörder mit Garantie

Die Spielleute von Seldwyla sind auf Hochtouren daran, sich auf die Premiere ihres neuen Stücks vorzubereiten. Mit «Mord im Pfarrhaus» leben ab dem 5. Mai die Zeiten von Agatha Christie wieder auf. «Miss Marple» Ursula Pfeiffer ­erzählt einiges über ihre Rolle der schrulligen alten Dame.

Ein Toter liegt mitten im Garten. Schockierend für die meisten Beteiligten, nicht für Miss Marple (Ursula Pfeiffer, ganz links). Die Amateurdetektivin scheint der Lösung des Falls schon nah.
Ein Toter liegt mitten im Garten. Schockierend für die meisten Beteiligten, nicht für Miss Marple (Ursula Pfeiffer, ganz links). Die Amateurdetektivin scheint der Lösung des Falls schon nah.
zvg

Im Proberaum der Spielleute von Seldwyla geht es am Montagabend turbulent zu und her. 15 Mitwirkende rücken Stühle zurecht, ziehen sich ihre Kostüme an und gehen noch einmal die Textbücher durch. «Unsere Regisseurin Susanne Zürrer erwartet von uns, dass wir den Text von Anfang an kennen», erzählt Ursula Pfeiffer, welche die Hauptrolle der schrulligen alten Dame Miss Marple innehat.

Bevor die erste Szene von Anfang bis Schluss einmal durchgespielt wird, heisst es, sich aufzuwärmen. Mehrere Bälle werden einander zugeworfen, verbunden mit dem Rufen der Rollennamen. Bereits dieser Einstieg sorgt für etliches Gelächter. «Bewegt euch, schaut misstrauisch, steigert das Tempo» – die Anweisungen von Susanne Zürrer erfolgen präzise. Eine letzte Dehnungsübung, bevor die Akteure der ersten Szene den Tisch decken und es losgehen kann. Noch sitzt der Text nicht immer, doch die Regisseurin hält sich zurück und macht Notizen.

Seit Ende Oktober wird zweimal wöchentlich geprobt, dazu kam ein Probewochenende in Rüdlingen. «Die Rolle der Miss Marple hat mich von Anfang an fasziniert», erzählt Ursula Pfeiffer. Die grösste Schwierigkeit der Rolle sei es, sich in eine englische Lady der 1930-Jahre einzufühlen – eine Zeit, in welcher Frauen noch nicht viel zu sagen hatten. «Mit Charme, List und Liebenswürdigkeit verschafft sich Miss Marple Gehör – diese Herausforderung reizt mich.»

Pfeiffer wendet viel Zeit dafür auf, ihre Rolle auswendig zu lernen, am liebsten morgens beim Kaffee oder beim Bügeln. «Schön wäre es auch, wenn mein Mann und die zwei Söhne mich abfragen würden, doch die machen das nicht so gern», ergänzt sie lachend.

Ein alter Klassiker

Der von Agatha Christie im Jahre 1930 verfasste Roman trägt den Originaltitel «The Murder at the Vicarage». Im beschaulichen Dörfchen St. Mary Mead scheint alles wie immer abzulaufen. Während sich die Frauen im Ort mit dem bevorstehenden Basar beschäftigen, verdreht der charmante Künstler Lawrence Redding den Damen den Kopf.

Doch die Idylle täuscht, denn eines Nachmittags liegt der unbeliebte Kirchenvorstand Oberst Hampton erschossen im Studierzimmer des Pfarrhauses. Zum Glück hat Miss Marple, welche gleich neben dem Pfarrhaus wohnt, nicht nur freien Blick auf die Blumenbeete in der Nachbarschaft, sondern auch auf die Hintertüre des Pfarrhauses. Dank scharfer Kombinationsgabe ist sie dem Mörder aber schon bald auf der Spur.

Anina Peretti ist Vizepräsidentin und Mitglied der Spielkommission. «Mit der kleinen Niederdorfoper zum 40-Jahre-Jubiläum unseres Vereins feierten wir einen grossen Erfolg. Nun wollten wir ein Stück auswählen, das mithalten kann.» Da die Spielleute schon längere Zeit keinen Krimi mehr aufgeführt hätten, habe sich Agatha Christies «Mord im Pfarrhaus» ziemlich schnell hinauskristallisiert.

Die einzelnen Rollen seien während eines Castings bei einem Sommerkurs durch die Regisseurin verteilt worden. «Es macht Spass, mit Susanne Zürrer, welche schon mehrfach bei uns inszeniert hat, zusammenzuarbeiten. Sie holt alles aus den einzelnen Spielern heraus – quirlig, lebensfroh und professionell», erklärt Peretti.

Zum Start des Vorverkaufs ziehen die Spielleute von Seldwyla am 1. April in ihren Kostümen durchs Städtli. Der Name des Mörders wird aber definitiv noch nicht verraten.

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