Bülach

Mit allen Sinnen dem Frühling auf der Spur

Gegen 30 Entdecker haben auf einer besonderen Exkursion im Bülacher Wald den Frühling begrüsst.

Clara (6) und Hase Schneeflocke auf Entdeckungstour im Bülacher Wald.

Clara (6) und Hase Schneeflocke auf Entdeckungstour im Bülacher Wald. Bild: Beatrix Bächtold

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Clara hat ihr Kuscheltier Häschen Schneeflocke mit in den Wald geschmuggelt. «Er hat sich nicht angemeldet», sagt die sechsjährige Bülacherin und zwinkert mit den Augen. Doch dann muss sich das Duo sputen, um die anderen Teilnehmer einzuholen, die vom Treffpunkt Forsthof aus tiefer in den Wald streben.

Die Exkursion vom vergangenen Freitag auf den Spuren des Frühlings, ist die erste von vier Aktivitäten, zu welcher der Naturschutzverein Bülach (NVB) dieses Jahr speziell Familien mit Kindern ab dem Kindergartenalter ansprechen will (www.nvbuelach.ch). Unter fachkundiger Anleitung will man gemeinsam den Frühling entdecken. Mit eigenen Augen und Ohren ergründet man, ob er schon da ist.

Zehnstimmiges Gezwitscher

Am ersten Posten versuchen die Teilnehmer den Frühling zu hören. Sie nehmen zwischen Buschwindröschen und Veilchen Platz, schliessen die Augen und heben die Fäuste zum Himmel. «Beim ersten Geräusch streckt ihr einen Finger auf. Bei jedem neuen kommt ein weiterer Finger hinzu», sagt Leiterin Silvia Ringger. Clara und Hase Schneeflocke mit seinen langen Löffeln bilden ein Team. «Zehn verschiedene Vögel zwitscherten und machten Musik. Wir hörten einen Marienkäfer, der sich ein schönes Nest baute und wir spürten, wie die Bäume zittern, weil sie froren», erzählt das Mädchen. Und dann geht es auf einem Pfad, geebnet von Fuchs, Wildsau, Dachs und Co., noch tiefer in den Wald.

Hier, an einem zweiten Posten, bilden die Väter Rücken an Rücken einen Baumstamm. Um ihn herum gruppieren sich Kinder als sogenanntes Phloem und transportieren symbolisch Nährstoffe, die bei der Photosynthese in den Blättern gebildet werden. Andere übernehmen den Job des Xylems und schicken Wasser und Mineralien den Stamm hinauf. Die neunjährige Riccarda Hofmann zum Beispiel bildet eine Pfahlwurzel und ihre ältere Schwester Seraina legt sich ins Laub, um mit ihren langen Haaren die perfekte Flächenwurzel zu sein. «Macht mir nichts aus», sagt sie später, schüttelt die Blätter aus ihren Haaren sowie das Moos von ihrer Jacke und lacht.

Frühling gesehen

An einem dritten Posten staunen die Kinder über die schlanken Blätter keimender Ahornbäumchen. Auch die breiten Blätter, die wie Elefantenohren aus dem Boden kommen und einmal zu einer mächtigen Buche heranwachsen, entdecken sie. Besondere Attraktion ist eine Pfütze, in welcher sich Kaulquappen tummeln. Nach der Exkursion dürfen die Teilnehmer Blumentöpfe mit Setzlingen des NVB bepflanzen und mitnehmen. Silvia Ringger sagt: «Ein Insektenhotel ohne Restaurant wird nicht gerne gebucht. Es braucht auch ein gutes Verpflegungsangebot.»

Für Clara und Hase Schneeflocke hat sich die Exkursion voll gelohnt. Mit ihrem Blumentopf im Arm und Schneeflocke in der Jackentasche berichtet das Mädchen: «Ja, der Frühling ist da. Wir haben ihn gehört, gesehen und gefühlt.»

(Zürcher Unterländer)

Erstellt: 14.04.2019, 15:32 Uhr

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