Kloten

Nationalspielerinnen kommen nach Kloten

Klotens Frauen melden namhafte Neuzuzüge: Die Schweizer B-Kaderspielerinnen Nurit Ehrismann und Liza Schempp wechseln von Uster an den Schluefweg.

Ein starkes Duo, nicht zuletzt im gemeinsamen Doppel: Nurit Ehrismann (am Ball)und ihre Schweizer B-Kader-Kollegin Liza Schempp. Die beiden Cousinen schliessen sich auf die kommende Saison hin Kloten an.

Ein starkes Duo, nicht zuletzt im gemeinsamen Doppel: Nurit Ehrismann (am Ball)und ihre Schweizer B-Kader-Kollegin Liza Schempp. Die beiden Cousinen schliessen sich auf die kommende Saison hin Kloten an. Bild: zvg

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Klotens Frauen-Fanionteam hat zwar erst im Mai dank des 2. Platzes in der Aufstiegsrunde die Promotion in die NLB realisiert. Dennoch wäre in der kommenden Spielzeit alles andere als der Durchmarsch des Neulings in die oberstes Schweizer Tischtennis-Etage eine faustdicke Überraschung. Denn mit der 21-jährigen Nurit Ehrismann und der ein halbes Jahr jüngeren Liza Schempp stossen zwei hiesige Spitzenspielerinnen nach Kloten. Gemeinsam holten sie 2012 den Schweizer Meistertitel im Doppel der unter 18-Jährigen. Gemeinsam gehören sie dem Schweizer B-Nationalkader an – und gemeinsam standen sie zuletzt am Ende der vergangenen Saison mit ihrem Stammverein Uster im NLA-Playoff-Halbfinal der Frauen.

Aufgrund des hohen Leistungsgefälles zwischen den beiden höchsten Ligen des Landes sagt Ehrismann: «Unser Ziel ist der direkte Aufstieg, ohne viele Punktverluste.» Sie sei zuversichtlich, dass sich das Jahr in der NLB lediglich als Zwischenstation erweise, warnt aber auch: «Einfach wird es nicht. Wir dürfen keine Gegnerin unterschätzen – zumal gegen uns alle extrem motiviert sein werden. Ausserdem ist der Aufstieg für uns fast schon ein Muss, so dass der Druck immer auf unsere Seite liegt.» Sie und Liza Schempp beabsichtigten, sich längerfristig in Kloten zu engagieren. Nurismanns Motivation: «Wenn es mit dem Aufstieg klappt, wollen wir als das voraussichtlich jüngste Team und als einziges ohne Ausländerin in der NLA bestehen.»

Training in der Romandie

Als jüngste Equipe dürften die beiden ex-Ustermerinnen auch in der kommenden Saison in der NLB, Gruppe 2, antreten. Die dritte Neue und als Klotener Stammspielerin vorgesehene Lara Lampart wird im September erst ihren 16. Geburtstag feiern. «Wir kennen sie von Turnieren und Nati-Trainingslagern her und haben sie angefragt, ob sie in der nächsten Saison mit uns spielen möchte», verrät Nurit Ehrismann, «sie hat sich sehr darüber gefreut – und spontan zugesagt.» Der Abschied von ihrem Stammklub Rapid Luzern dürfte der Schweizer Nachwuchs-Kaderspielerin auch deswegen leicht gefallen sein, weil sie in der kommenden Saison ohnehin ein Austauschjahr in der Romandie verbringen wird. Dort wird Lampart während der Woche zusammen mit einer ihrer neuen Teamkolleginnen trainieren: Nurit Ehrismann hat vor kurzem ihre Maturprüfungen in Lausanne absolviert und wird an der dortigen Universität im Herbst ein Studium aufnehmen.

«In Veyrier, wo ich letzte Saison schon im Herrenteam mitgespielt habe, können wir sehr gut trainieren, auch mit spielerisch starken Männern», sagt Ehrismann. Doch auch in Kloten wolle sie ab und zu mittrainieren. «Dort gibt es viele junge und sehr gute Spieler und ein hohes Niveau im Training», führt sie aus, «und es liegt auf meinem Heimweg nach Winterthur.» Doch warum schlagen Nurismann, Schempp und Lampart den Umweg über die NLB ein, um im darauffolgenden Jahr gemeinsam in der NLA für Furore anzutreten? Die Antwort darauf hat in erster Linie mit der vierten Neu-Klotenerin zu tun.

Ehrenmitglied verlässt Klub

Beatrice Schempp-Witte, Mutter von Liza Schempp und Tante von Nurit Ehrismann, hat die Beiden von klein auf trainiert und an die Schweizer Spitze geführt. In der vergangenen Saison unterstützte die 53-Jährige ihre Tochter und ihre Nichte als Coach sowie als Ersatzspielerin mit knapp negativer Einzelbilanz in der NLA. Dass das Ehrenmitglied den Tischtennisclub an ihrem Wohnort in Uster nach 40 Jahren nicht einfach so verlassen hätte, wenn nichts vorgefallen wäre, verstehe sich von selbst, räumt Schempp-Witte ein.

Dennoch wolle sie keine schmutzige Wäsche waschen – und sagt darum nur so viel: «In einer wichtigen Funktion im Vorstand, die meine Arbeit als Nachwuchstrainerin direkt betroffen hat, ist es zu einem Wechsel gekommen. Und in der Folge immer wieder zu Spannungen.» Sie habe den Vorstand um Hilfe gebeten, um in der kommunikativ schwierigen Situation eine neue Ansprechperson zu bekommen. «Als Antwort darauf hat man mir einfach nur gesagt, dass ich ab Sommer nicht mehr das MinuStar-Training der Jüngsten leiten würde, weil man jemanden dafür gefunden habe. Nach 40 Jahren im Verein so behandelt zu werden, hat mich zutiefst verletzt. Da ist viel Vertrauen verloren gegangen.» Daher entschloss sie sich, ihrem Klub, für den sie in den 1980er-Jahren neben zehn nationalen Einzel-Goldmedaillen auch fünf Schweizer Meistertitel im Doppel mit ihrer Zwillingsschwester Carmen, der Mutter von Nurit Ehrismann, gesammelt hatte, Lebewohl zu sagen.

Ihre Tochter und ihre Nichte habe sie nicht dahingehend beeinflusst, es ihr gleichzutun. Schempp-Witte: «Sie beide sind junge, erwachsene Frauen, die selbstständig Entscheidungen treffen. Und es war Liza, die auf die Idee gekommen ist, nach Kloten zu wechseln.» Die 20-Jährige hatte bereits in der vergangenen Saison mehrmals begeistert in Kloten trainiert. So ist bei aller Enttäuschung über den Abgang in Uster nun auch bei Beatrice Schempp-Witte die Vorfreude auf den Neuanfang in Kloten gross. «Wir haben viele tolle Signale erhalten. Ich habe das Gefühl, dass wir dort sehr willkommen sind.»

Die flexible Ersatzspielerin

Als Spielerin möchte Beatrice Schempp-Witte lediglich aushelfen, wenn Not an der Frau ist. Dies sowohl im neuen Klotener Spitzenteam in der NLB, als auch in der zweiten Equipe, die in die 1. Liga nachrücken durfte. Dass das neue Spitzentrio die drei Klotenerinnen verdrängen könnte, die ja eben erst in die NLB aufgestiegen waren, erkannte die 53-Jährige selbst als potenziell heiklen Punkt ihres Wechsels. Schempp-Witte: «Wir haben darum gesagt, dass wir nur dann kommen und in der NLB spielen, wenn die bisherigen Spielerinnen damit einverstanden sind.» Als von dieser Seite positive Signale kamen, stand dem Wechsel vom Zürcher Ober- ins Unterland nichts mehr im Wege. Ob die ausgebildete Kindergärtnerin in der Flughafenstadt auch als Nachwuchstrainerin tätig sein wird, gilt derzeit noch als offen. «Ich möchte in den neuen Klub langsam hineinwachsen, kann mir aber gut vorstellen, auch in Kloten meine Erfahrungen einzubringen.»

Erstellt: 10.07.2015, 16:34 Uhr

Offene Klotener

Christian Ohlsson, Klotens lanjähriger NLA-Spitzenspieler, präsidiert den Unterländer Top-Tischtennisklub seit der GV von Anfang Juni. Über die Aufnahme der neuen Spielerinnen hätten er und seine Vorstandskollegen nicht lange nachdenken müssen, verrät der 41-Jährige. Als deren Anfrage via den ehemaligen Klotener Spielleiter Reto Gubser zu ihm vordrang, sei er im ersten Moment zwar überrascht gewesen. «Aber wenn sich so junge, engagierte Leute dem Klub anschliessen wollen, ist das doch perfekt. Ich weiss gar nicht, was dagegen sprechen könnte», sagt Ohlsson, «zumal unsere Spielerinnen, die den NLB-Aufstieg geschafft haben, auch damit einverstanden waren.» Schliesslich könnten die bisherigen auch von den neuen Klotenerinnen profitieren. Kurz: «Ich freue darüber, dass sie zu uns kommen. Etwas besseres kann einem Verein doch gar nicht passieren.»?(pew)

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