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Neue Mitte beerbt die CVP

Lichterlöschen bei der CVP im Glattal: Nach glanzvollen Jahren hat sich die Sektion Wallisellen aufgelöst. Dieses Jahr besiegelte schon die Bassersdorfer CVP ihr Ende. In Wallisellen gibts derweil noch die Gruppierung «die Mitte».

Die CVP-Sektion Wallisellen hat sich aufgelöst – es fehlt an Mitgliedern.
Die CVP-Sektion Wallisellen hat sich aufgelöst – es fehlt an Mitgliedern.
Keystone

Das Ende hatte sich abgezeichnet. Nun gibt es auch in Walli­sellen keine CVP-Ortssektion mehr. In einem kurzen Schreiben teilte die Partei am Wochenende mit, dass an ihrer letzten Generalversammlung vom 17. November die verbliebenen Mitglieder der Christlichdemokratischen Volkspartei die Auf­lösung beschlossen haben. Damit verschwindet eine natio­nal eta­blierte Volkspartei aus der Kommunalpolitik der Glattaler Agglomerationsgemeinde.

Die CVP Wallisellen war 1931 gegründet worden. Sie hatte in Wallisellen während 86 Jahren die Ortspolitik phasenweise mass­geblich mitgestaltet. In den letzten 30 Jahren war die CVP in Wallisellen fast in allen poli­tischen Ressorts mit mindestens einer Person vertreten, heisst es in der Mitteilung der Partei.

Zwei prägende Präsidenten

Als eigentlichen Höhepunkt bezeich­net die CVP in ihrem Abschieds­schreiben die Zeit, als man in Wallisellen mit Otto Halter­ den Gemeindepräsidenten und mit Hans­peter Kündig gleichzeitig auch den Schulpräsidenten stellen konnte. Es sind dies die wichtigsten Exekutiv­äm­ter der Kleinstadt, wo Schulgemeinde und Politische Gemeinde bis heute getrennt organisiert und geführt werden. So endete 2010 die erfolgreichste Epoche der CVP, als die beiden Präsi­denten nach 24 Jahren (Kündig) beziehungsweise 30 Jahren (Halter) zusammen zurücktraten. Seither ist das Gemeindepräsidium in der Hand der SVP mit Bernhard Krismer und das Schulpräsidium hat die FDP mit Anita Bruggmann übernommen.

Engagierter Nachwuchs fehlt

Der schwindende Mitgliederbestand sei eine der Hauptursachen für das jähe Ende der CVP in Walli­sellen. Abgänge habe man seit Jahren nicht stoppen können und neue, jüngere Kräfte gab es auch keine. «Unter diesen Bedingungen konnte die CVP keinen konstruktiven Beitrag zur poli­tischen Arbeit in der Gemeinde Walli­sellen leisten», musste man sich eingestehen.

Bereits im laufenden Jahr ­wurde von einigen Mitgliedern der CVP, zusammen mit der EVP, BDP und Parteilosen «die Mitte» gegründet. Es ist dies ein Verein mit lokalpolitischer Ausrichtung, wie es heisst.

Noch drei Sektionen im Bezirk

Die amtierenden Behördenmitglieder der bisherigen CVP Wallisellen treten 2018 wieder zur Wahl an. Gemeinderat Tobias Meier Kern und Schulpflegerin Kathrin Wydler werden für «die Mitte» ins Rennen gehen. Der bisherige Rechnungsprüfer Gregor Winiger hat sich entschlossen, für die BDP anzutreten.

Im letzten Frühling hatte sich bereits die Bassersdorfer CVP nach 60-jähriger Präsenz auf­gelöst. Dort gibt es auch keine neue Mitte-Bewegung als Alter­native. Im Bezirk Bülach sind somit­ noch drei CVP-Sektionen übrig: Embrach (2 Gemeinde­räte/Exe­kutive), Kloten (1 Stadträtin, 3 Gemeinde­räte/Legis­la­tive) und Opfi­kon (1 Stadtrat, 4 Gemeinderäte/Legislative).

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