Bülach

Neues Angebot für Brustkrebspatientinnen

Mit einem neuen Dienstleistungsangebot bietet das Spital Bülach Frauen mit Brustkrebs spezielle Unterstützung. Aurelia Derksen ist als Brustpflegefachfrau eine Anlaufstelle für diese Patientinnen.

Aurelia Derksen hilft Brustkrebspatientinnen, sich in der schwierigen Situation zurechtzufinden.

Aurelia Derksen hilft Brustkrebspatientinnen, sich in der schwierigen Situation zurechtzufinden. Bild: Madeleine Schoder

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Wer die Diagnose Brustkrebs bekommt, steht zuerst einmal unter Schock. «Oft sind die Frauen im ersten Moment blockiert, aber dann tauchen viele Fragen auf», erklärt Aurelia Derksen. Sie ist seit Anfang Jahr im Spital Bülach als Breast Care Nurse tätig. «Als konstante Ansprechperson kann ich eine Beziehung zu den Frauen aufbauen.» Nicht nur die Frau selber ist von dem Befund betroffen, auch ihr Umfeld muss einbezogen werden. Vor allem wenn Kinder da sind, ist es wichtig, wie sie von der Krankheit ihrer Mutter erfahren. «Viele Frauen wollen ihre Kinder schützen. Der richtige Zeitpunkt und die Art, wie die Information weitergegeben wird, sind deshalb von Bedeutung.» Der Kontakt zu den Angehörigen sei ein weiterer Aspekt bei der Betreuung. «Sie bringen ebenfalls Ideen ein, wie man mit der Situation umgehen kann, besonders für Organisatorisches im Alltag.»

Immer noch ein Tabuthema

Im vergangenen halben Jahr hat Aurelia Derksen bereits 35 Patientinnen im Alter zwischen 40 und 90 Jahren betreut. Jede achte Frau in der Schweiz ist von Brustkrebs betroffen. Trotz dieser Häufigkeit ist diese Krankheit gemäss den Erfahrungen der Breast Care Nurse immer noch ein Tabuthema. «Brustkrebs lässt sich im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen relativ erfolgreich behandeln», sagt Aurelia Derksen. «Doch die Ängste der Frauen sind gross, der Informationsbedarf entsprechend hoch.» Viele Patientinnen hätten vor allem Negatives gehört und seien deshalb sehr verunsichert. «Oft ist das gar nicht gerechtfertigt. Je besser die Frauen Bescheid wissen, desto einfacher ist es für sie, ihre eigene Situation einzuschätzen.» Derksen nimmt sich deshalb für jedes Gespräch eine Stunde Zeit. Im Minimum sind es drei Sitzungen.

Eine Patientin, die von diesem Angebot profitiert hat, ist die 66-jährige Adina Schmid aus dem Bezirk Bülach. Sie stellt Aurelia Derksen ein sehr gutes Zeugnis aus. «Ich konnte mir ihr wie mit einer Freundin reden, aber sie hat mich trotzdem sehr sachlich informiert.» Sie habe sich bestens aufgehoben gefühlt und schätze dieses Angebot des Spitals. «Besonders schön war, dass sie sich Zeit genommen und aufmerksam zugehört hat.»

Brustamputation lässt sich nicht immer vermeiden

Die 28-jährige Derksen hat die achtmonatige berufsbegleitende Ausbildung im neuen Beruf Breast Care Nurse in Innsbruck gemacht, weil in der Schweiz erst im nächsten Jahr wieder ein Kurs angeboten wird. Die diplomierte Pflegefachfrau wollte sich auf dem spannenden Gebiet der Onkologie und Gynäkologie weiterbilden. «Neben der eigentlichen Pflege und Betreuung gehören nun auch konzeptionelle Aufgaben zu meinen Tätigkeiten. Es ist ein neues Thema in einem bekannten Umfeld.» Und es gefällt ihr, dass sie an dieser neu geschaffenen Stelle am Spital Bülach die Freiheit hat, Ideen einzubringen und umzusetzen. Die Energie für ihre intensive Arbeit holt sie sich in der Natur beim Joggen und Reiten. Und auch die Distanz zwischen ihrem Arbeitsort und ihrem Wohnort Schaffhausen helfe ihr beim Abschalten.

Im Spital Bülach wird eine brusterhaltende Behandlung angestrebt. Trotzdem lässt sich eine Brustamputation nicht immer vermeiden. Mit den modernen Methoden ist eine Brustkrebserkrankung oft schon in einem frühen Stadium erkennbar. «Die Frauen können selber auch viel zu einer Früherkennung beitragen», sagt die Fachfrau. Regelmässiges Abtasten auf Veränderungen in der Brust, Achten auf Hautveränderungen oder Einziehungen der Brustwarze oder wenn plötzlich Schmerzen auftauchen, gehören dazu. Derksen kennt die Verfahren, die im Spital angewendet werden, und kann den Patientinnen beratend zur Seite stehen.

Gesunde Lebensweise hilft

Es gibt keine Garantie, nicht an Brustkrebs zu erkranken. Doch Aurelia Derksen weist auf ein paar grundlegende Erkenntnisse wie etwa eine gesunde Lebensweise hin. «Eine ausgewogene Ernährung und regelmässige Bewegung sind positive Faktoren. Negativ wirkt sich unter Umständen Übergewicht aus. Und ein ganz kleiner Teil der Brustkrebserkrankungen liegt in den Genen.» Man könne zwar einiges tun, um dem Krebsrisiko vorzubeugen, doch «eine absolute Sicherheit gibt es nicht».

Erstellt: 29.07.2015, 18:02 Uhr

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